Es war einmal... Friedrich Anton Wyttenbach

Trier. Als Friedrich Anton Wyttenbach am 23. März 1812 zur Welt kam, waren ihm bereits geisteswissenschaftliche und künstlerische Ambitionen in die Wiege gelegt. Der Vater arbeitete nicht nur als Gymnasialdirektor, sondern war auch Gründer und Leiter der Stadtbibliothek Trier. Die Mutter stammte aus einer Goldschmiede- und Kaufmannsfamilie und war Schwester des Malers und Trierer Ehrenbürgers Johann Anton Ramboux.

Gegen die Vorstellung seines Vaters nahm er Zeichen- und Malunterricht bei Karl Ruben in Trier, der schon seinen Onkel Johann Ramboux ausgebildet hatte. Mit 17 entschied sich Wyttenbach für ein Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie und wurde hier zunächst in Architektur und Historienmalerei ausgebildet.  Mit 20 Jahren kehrte er nach Trier zurück, um seine Wehrpflicht zu absolvieren. Dabei musste er eine mehrmonatige Haft auf der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz erdulden. Wieso er dort war, lässt sich allerdings kaum erschließen. Opfer der Demagogenverfolgung geworden zu sein, ist eine mögliche Variante, da er sich in liberalen Kreisen aufgehalten hatte.

Hinwendung zur Tiermalerei

Nach seiner Entlassung zog es Wyttenbach nach München, wo er sich in die dortige Kunstszene einfand. Er knüpfte Kontakte zu anderen Malern und stellte hier regelmäßig aus. Der Stilrichtung der Maler der Königlichen Akademie blieb Friedrich allerdings fern. Maler wie er wurden von diesen abschätzig als "Fächler" bezeichnet, da er sich in München nun motivisch größtenteils auf Tier- und Genredarstellungen spezialisierte.

Mehr als bloße Bilder

Das Besondere an seinen Gemälden ist die hohe Wirklichkeitstreue. Hunde scheinen dabei sein Lieblingsmotiv gewesen zu sein, da auch seine eigenen oft Eingang in seine Darstellungen fanden. Gerne stellte er Tiere in drolligen, possierlichen Situationen mit Menschen dar – und das vermutlich nicht ganz ohne Gesellschaftskritik. Kritisch betrachtete er seine Umwelt und gab in seinen Gemälden politisches Geschehen wieder.

Jagen als Leidenschaft

Mit Ende 20 widmete sich Wyttenbach mehr und mehr seiner Leidenschaft, dem Jagen. Da er selbst als Jäger in Münchener Kreisen Fuß gefasst hatte, konnte er der Kunstströmung des Realismus entsprechend äußerst sachliche und naturnahe Darstellungen von Haus- und Nutztieren wiedergeben. Das brachte ihm Popularität und hohe Verkaufszahlen ein. Nicht zuletzt, weil er unentgeltlich ein Jagdhaus auf Initiative des königlichen Revierförsters mit acht Gemälden schmückte. Aufgrund seines Auftretens gab man ihm in München den Spitznamen "Baron".

Jähes Ende

Es war eine erfolgreiche Zeit für den Maler, die allerdings durch eine Krankheit frühzeitig beendet wurde. 1844 kehrte er zu seiner Familie zurück. Sein letztes Gemälde vereint noch einmal sein ganzes Können: In "Ruhe nach der Jagd«" später als "Trierer Jagdgesellschaft" bezeichnet, sieht man etwa 30 Menschen und verschiedene Tiere, porträtiert in herbstlichen Farben. Noch während der Ausstellung starb Friedrich Anton Wyttenbach im Alter von nur 33 Jahren in Trier.

SF

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