„Frauentypische“ Berufe mit Perspektiven auch für Männer

Projektwoche stellte Rollenklischees in Frage

Trier.  Männer als Erzieher oder als „Fashion-Berater“, Männer in der Pflegebranche oder zuständig für das Sekretariat – all das ist bislang eher selten und bietet doch eine große Berufsvielfalt und auch Karrierechancen. „Alles ist möglich: Typ 2020 – Was morgen zählt…“ - unter diesem Motto haben der Kreis Trier-Saarburg, die Agentur für Arbeit Trier und weitere Kooperationspartner eine erfolgreiche Projektwoche durchgeführt, in der es darum ging, tradierte Rollenklischees in Frage zu stellen. Neben einer Ausstellung gehörten Berufsinfotage, ein Fachgespräch sowie eine Kinovorstellung zum Veranstaltungsreigen.

Es ist eindeutig: Die Gesellschaft braucht mehr junge Männer, die sich zum Beispiel für pädagogische und pflegerische Berufe entscheiden und somit auch in diesen Bereichen Verantwortung über-nehmen. Im Rahmen der Projektwoche wurden Männer vorgestellt, die in Berufen arbeiten, die bisher vorwiegend weiblich besetzt sind. Die Aktion bot die Chance, sich interaktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen. Die Besucherinnen und Besucher hatten die Möglichkeit in Workshops mitzuarbeiten und sich direkt mit Männern aus der Praxis zu unterhalten. Die Projektwoche wurde mit einer Informationsausstellung in der Hauptstelle der Sparkasse Trier eröffnet. Er freue sich, dass die Präsentation in diesen Räumen gezeigt werde, begrüßte Dr. Peter Späth, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Trier, die Gäste. Das Projekt trage hervorragend dazu bei, für das Thema zu sensibilisieren.

"Herausforderung für die Zukunft"

Heribert Wilhelmi, Geschäftsführer der Arbeitsagentur, schloss sich dem an: Die Berufswahl sei bislang zum größeren Teil noch nicht geschlechterneutral und es sei eine Herausforderung für die Zukunft der beruflichen Welt, hier Über-zeugungsarbeit zu leisten. Es gehe einerseits darum, Mädchen für technische Berufe zu begeistern, folgerichtig sei es andererseits entscheidend, junge Männer zum Beispiel für soziale Berufe zu gewinnen. Vielleicht würden dann auch Ansehen und Wertigkeit der sogenannten "frauentypischen Berufe" steigen, so Anne Hennen, Gleichstellungsbeauftrage des Kreises, die die Projektwoche zusammen mit der Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt bei der Arbeitsagentur, Martina Tiné, organisiert hatte. Kreisbeigeordneter Helmut Reis bedankte sich bei allen Beteiligten für die Ausrichtung der Projektwoche. Ziel sei es, dass Menschen unabhängig von klassischen Stereotypen ihre Berufswahl treffen können und dass sich so mehr "mutige" Männer nachhaltig für soziale, pädagogische und gesundheitliche Berufe interessieren - Berufe mit großen Herausforderungen und Zukunftsperspektiven.

 

 

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.