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Geld aus Brüssel für Muhl

Nach der Service-Station soll nun bereits im nächsten Jahr auch die einzige Kirche im Nationalpark – ebenfalls in Neuhütten-Muhl – umgebaut werden.
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Am Sonntag, 2. Dezember, feiert die Ortsgemeinde den Abschluss des Um- und Anbaus des Muhler Bürgerhauses. Die neue Service-Station des Nationalparks Hunsrück-Hochwald wird mit einem Tag der offenen Tür eröffnet. Bei der Gelegenheit dürfte dann auch bereits auf ein zweites Projekt in Muhl angestoßen werden. Denn im gleichen Zusammenhang stehen auch Änderungen in der St.-Josef-Kapelle an. Als einzige Kirche im Nationalpark (KiNa) soll sie renoviert und umgestaltet werden. KiNa, eine gleichnamige Initiative, bietet dort bereits seit zwei Jahren kulturelle und spirituelle Veranstaltungen an. Die Angebote reichen vom Harfenkonzert bis zu Pilgerwanderungen und von Ausstellungen bis zu Waldmessen.

Neuerungen über Leader-Programm gefördert

Um für all das den jeweils optimalen Rahmen bieten zu können, soll die Kapelle nahe der Service-Station beispielsweise einen barrierefreien Zugang erhalten. Außerdem sollen Elektroleitungen, Holzboden und Heizung erneuert und eine kleine Küche eingebaut werden. Darüber hinaus vorgesehen sind flexibel nutzbare Sitzgelegenheiten, die anders als die bisherigen Kirchenbänke je nach Bedarf angeordnet werden können. Die geplanten Neuerungen kommen nun dadurch entscheidend voran, dass sie über das Leader-Programm der Europäischen Union gefördert werden. 75 Prozent der Investitionen sollen aus dem begehrten Topf bezahlt werden. Das sei der höchstmögliche Satz, freut sich Ortsbürgermeister Peter Kretz über das positive Signal. Denn es zeigt, dass es sich in Muhl um ein für den ländlichen Raum wichtiges Projekt handelt. Kretz informierte in der jüngsten Ortsgemeinderatssitzung über die Fördermittel-Entscheidung der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Erbeskopf. Sie verteilt das Geld aus Brüssel auf einzelne Projekte vor Ort. Von aktuell für den Raum in Aussicht stehenden insgesamt 1,8 Millionen Euro sind etwa 126.000 Euro für KiNa vorgesehen.

Bundesweite Aufmerksamkeit

Dank der Teilnahme der Gemeinde an einem Wettbewerb der Wüstenrot Stiftung dürfte das Projekt darüber hinaus schon bald bundesweit Aufmerksamkeit finden. Motiviert vom Wettbewerbs-Thema "Land und Leute – Die Kirche in unserem Dorf" stellte Neuhütten-Muhl KiNa vor. Damit sicherte sich die Gemeinde einen der ersten 20 Plätze – bei mehr als 200 Teilnehmern. Ob KiNa es auch unter die ersten zehn Plätze schafft, die mit Preisen dotiert sind, soll sich im März entscheiden. Laut Kretz steht aber schon heute fest, "dass unser Projekt mit noch 19 anderen auf eine Wanderausstellung im nächsten Jahr quer durchs Bundesgebiet gehen wird". Dank der Leader-Fördermittelentscheidung kann dann vielleicht bereits parallel mit dem Umbau der Kirche begonnen werden.

KiNa-Initiative

Das vom Bistum Trier geförderte KiNa-Projekt ist eine ökumenische Initiative der Pfarrei St. Franziskus Hermeskeil, des Dekanates Birkenfeld, des Evangelischen Kirchenkreises Trier, des Nationalparkamtes und des Fördervereins Dorf und Kirche Muhl. URS