SP

Geschwisterrivalität ist oft ein Thema

815 Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben sich 2017 mit ihren Sorgen und Anliegen an die Lebensberatung des Bistums Trier in Hermeskeil gewandt. Angebote wie Weiterbildungen oder offene Sprechstunden wurden von weiteren 678 Personen in Anspruch genommen, teilt die Lebensberatungsstelle in ihrem Jahresbericht mit. 68 Prozent der erbrachten Leistungen bezogen sich auf Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre. Die durchschnittliche Beratungsdauer liegt pro Fall bei 7,8 Stunden.
Bilder
Foto: Symbolbild/Archiv

Foto: Symbolbild/Archiv

Belastungen durch kritische und traumatische Erlebnisse oder die Bewältigung einer Trennung waren die beiden wichtigsten Themen der Erwachsenen. Problematische Ausbildung- oder Arbeitsplatzsituationen, Ängste oder Überlastung beschäftigten sie ebenfalls. Kinder und Jugendliche waren besonders aufgrund der Trennung der Eltern oder Partnerschaftskonflikten emotional belastet. Weitere Themen waren Eltern-Kind-Konflikte und Erziehungsverhalten, Ängste oder schulische und berufliche Probleme.

Besonderes Augenmerk auf Geschwisterbeziehungen

Ein besonderes Augenmerk in ihrer Jahresbilanz legte die Lebensberatung auf Geschwisterbeziehungen bei Kindern. Dabei kämen neben Geschwisterliebe oft negative Gefühle wie Eifersucht, Ablehnung, Rivalität oder Aggressivität auf; insbesondere, wenn neue Geschwister in die Familien kommen. Es helfe, das ältere Kind in die Baby-Vorbereitungen mit einzubeziehen: gemeinsam das neue Zimmer dekorieren, zum Ultraschall mitnehmen oder ein Begrüßungsgeschenk basteln. Nach der Geburt seien Extrazeiten nur für das ältere Kind hilfreich gegen die Eifersucht. Damit Kinder ihre Nischen für individuelle Erfolgserlebnisse finden können, sollten Eltern Einzelaktivitäten wie Hobbies fördern. Das schaffe auch Abstand bei Streitsituationen. Diese sollten Eltern nicht ignoriert, sondern den Kindern unparteiisch helfen, Lösungen und Kompromisse zu suchen.

Kooperationen mit Kindertagesstätten

Die Lebensberatungsstelle engagiert sich auch im rheinland-pfälzischen Programm "KiTa!Plus". Sie ist Kooperationspartner der Kindertagesstätten "Wirbelwind" Holzerath, Gusterath und St. Barbara in Thomm. Über 100 Eltern nahmen das Angebot mit Gesprächskreisen und Elternabenden an, 78 Erzieher besuchten die Supervisions- und Fortbildungsangebote. Auch mit kirchlichen Einrichtungen wie dem Mehrgenerationenhaus oder dem Familiennetzwerk "Hafen" arbeitet die Lebensberatung zusammen. Gemeinsam wurden Leistungen für die Familie und Angebote für Menschen mit Fluchterfahrung gestaltet.

Kosten

Die Gesamtkosten von knapp 337.000 Euro trägt zu fast 52 Prozent das Bistum Trier. Vom Landkreis Trier-Saarburg kommen 22,3 Prozent, vom Land Rheinland-Pfalz 19,3 Prozent der Gesamtsumme. Die restlichen Anteile finanzieren die Verbandsgemeinden Hermeskeil, Kell am See und Ruwer. Weitere Informationen zur Lebensberatung gibt es hier, unter Telefon 06503/6031 oder per E-Mail: lb.hermeskeil@bistum-trier.de.RED