Gladiators-Center: "Das geht gar nicht"

Trier. Das erste Drittel der Hauptrunde-Heimspiele der RÖMERSTROM Gladiators endete mit einer großen Enttäuschung: Trotz einer 46:24-Führung ging die Partie gegen Tübingen mit 77:86 in die Binsen.

Von Bernd Schneider     

118 Pflichtspiel-Gegner hatten die Gladiators vor dem mittleren November-Drittel 2018. Die meisten Liga-Genossen kamen  logischerweise mehrmals in den Genuss dieses zweifelhaften Vergnügens, die Tübinger Tigers hingegen nie, weil sie höherklassig waren. Ein Indiz dafür, dass sie die sofortige Rückkehr in die Erste Liga schaffen können, blieben die "Raubkater" bisher schuldig. Auch weil sie vor ihrer Mosel-Tour mehr gegnerische Korbpunkte verzeichneten als jedes andere Liga-Mitglied, nämlich durchschnittlich 91,0 pro Spiel. In Trier steigerten sie diesen haarsträubenden Mittelwert vor der Halbzeitpause sogar auf 91,3. Aber am Ende erreichten sie beinahe ihren anderen außergewöhnlichen Durchschnitt (87,75 eigene Zähler) und triumphierten. Anders gesagt: Die Gladiators schienen auf einen ihrer höchsten zehn von 67 Siegen zuzusteuern, aber schließlich stand die siebthöchste von 16 Heimniederlagen zu Buche.  Zahlenmäßiger Grund dafür waren 58 gegnerische Punkte allein nach der Pause. "Das geht gar nicht", sprach Triers Center Kilian Dietz zwei Tage nach seinem 28. Geburtstag wie von etwas Verbotenem, "ich weiß nicht, was ich sagen soll!"      

Lockerheit hielft                                                

Dietz' Trainer Christian Held, der immer noch zwei Niederlagen weniger aufweist als sein Vorgänger Marco van den Berg vor einem Jahr ebenfalls zwischen der neunten und zehnten Saison-Aufgabe, urteilte: "Wir haben es einfach nicht geschafft, Tübingens Spielweise zu verteidigen, obwohl wir sie kannten." Die Sieger-Mannschaft profitierte zwei Tage nach ihrem beeindruckenden 113:87-Erfolg gegen Hagen wahrscheinlich davon, nichts mehr verlieren zu können, als sie mit einer 28:48-Hypothek in die zweite Halbzeit startete, und arbeitete mit entsprechender effektiver Lockerheit. Beim Trierer Team hingegen machte sich mehr und mehr eine gravierende Verkrampftheit breit. Hinzu kam auf Gladiators-Seite ein Nachlassen bei den Rebounds: Einer 17:7-Relation vor der Pause folgte ein 12:21 auf diesem wichtigen Gebiet.        

Alles in allem galt: Die Tiger schienen gezähmt, doch das erwies sich als verhängnisvoller Irrtum. Kurios: Die Angehörigen des Gladiators-Fan-Blocks erlebten einen Rekord, nämlich 106 Korbpunkte auf ihrer Seite der Halle. Allerdings 55 Prozent davon ungern.                           

Die Leistung des Schiedsrichter-Trios provozierte den Wunsch, dass sich diese Qualität möglichst oft wiederholen möge.         

Statistik                               

  • Personalien:  Bei den Gladiators fehlte neben Johannes Joos und Kyle Dranginis der vier Tage zuvor in Karlsruhe verletzte Stefan Ilzhöfer.                             
  • Die Viertel-Separation vom 11. November:  28:17,  20:11,  12:29,  17:29.  Man beachte, in welchen Zeiträumen nach der Pause von Siegern und Verlierern jeweils 29 Zähler fabriziert wurden...                   
  • Die Zuschauerzahl 2774 war nur die viertgrößte der bisherigen in 2018/19 und senkte den Saison-Durchschnitt von 3014,75 auf 2966,6. Dieser Mittelwert ist immer noch höher (127) als jener nach allen 19 Heimspielen 2017/18.             
  • Die Gladiators-Mitwirkenden und ihre unmittelbaren Beiträge zu den 77 Korbpunkten, jeweils in der ersten und zweiten Halbzeit (Reihenfolge an den Einsatzzeiten orientiert):  Bucknor 10+8,  Schmitz 5+4,  Gloger 4+1,  Schmikale 3+6,  Lewis 11+5,  Grün 4+1,  Smit 2+0,  Dietz 4+2,  R. Hennen 2+2,  Buntic 3+0.
  • Jermaine Bucknors exakter Drittel-Anteil (den auch Till Gloger aufweist): zum drittenmal Topscorer.                 
  • Als erfolgreichste Tübinger erwiesen sich Tyler Laser und Reed Timmer (je 18).                                  
  • Die erfolgreichsten fünf Gladiators-Korbjäger nach neun Saisonspielen:  Bucknor 119,  Smit 79,  Gloger 78,  Joos 71,  Schmitz 66.      

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