Gladiators: Der Rhythmus ist auf Ferienreise

Trier. Die Heimbilanz der vierten Gladiators-Saison kann frühestens am 5. Januar wieder positiv werden, weil Paderborns Basketball-Profis aus ihrer Außenseiter-Position einen 87:79-Triumph zimmerten.

Von Bernd Schneider     

In ihren ersten fünf Zweitliga-Heimspielen 2018/19 haben die RÖMERSTROM Gladiators aufgerundet durchschnittlich 72:75 gespielt. In den 15 Heimspielen vor dem Playoff 2017/18 hieß es mittelwertig 81:74, jetzt gar 73:77. Eine Verbesserung und das  Ausgleichen der Heimbilanz schienen trotz bedenklicher Tagesleistung möglich, weil die Trierer 70:62 führten. Doch dem folgten ein 70:72 und eine indiskutable Gladiators-Darbietung im letzten Viertel. Die Zahlen dazu: In den letzten zehn Netto-Minuten nur noch drei Treffer "aus dem Feld" bei 13 Versuchen und ein 8:14-Minus bei den Rebounds. Sogar die letzten Freiwürfe des eigentlich sicheren Johannes Joos waren beide folgenschwer infiziert.             

"Schwierige Phase"        

Die Wettkampfpause bis zum 8. Dezember ist sehr willkommen, wie Gladiators-Trainer Christian Held bestätigte. Die Frage, ob die Pause eventuell auch eine Rhythmus-Störung auslösen könnte, stellte sich nicht, weil zurzeit gar kein Rhythmus existiert. Das Stichwort mit dem "y" benutzte auch  Verlierer-Spieler Kevin Smit, der fand, dass seine Mannschaft "recht gut angefangen, aber auch da schon nicht gut verteidigt" habe. Held, unter dessen Regie es immer noch drei Hinrunde-Siege mehr geben kann als 2017/18, rätselt: "Wir schaffen es zurzeit einfach nicht, gute Trainingsleistungen in Konstanz bei Spielen umzusetzen."  Dies führt zu einem gewissen Widerspruch: Die Gladiators sind nach wie vor Tabellendritter, agieren aber nicht passend zu dieser hohen Platzierung. "Wir befinden uns in einer schwierigen Phase", konstatierte der 30-jährige Coach abschließend, während sein Amtskollege Uli Naechster  genoss, dass seine taktische Umstellung für das letzte Viertel zum Volltreffer gedieh.                                 

Statistik                               

  • Bei den Gladiators fehlte Stefan Ilzhöfer zum viertenmal in Folge. Außer dem Langzeitverletzten Kyle Dranginis standen alle anderen Kader-Mitglieder zur Verfügung.  
  • Die Viertel-Separation vom Totensonntag:  20:24,  29:20,  21:21,  9:22.             
  • Die Zuschauerzahl 2327 war die kleinste der Saison und senkte den Saison-Durchschnitt von 2967 auf 2860. Damit liegt der Mittelwert nur noch knapp (20) über jenem nach allen 19 Heimspielen 2017/18.     
  • Die Bilanz aus sämtlichen Begegnungen TR-PB oder umgekehrt lautet nunmehr 4:3,  in Trier 3:1. Das zuvor beste Resultat der  Paderborner an der Mosel war eine 66:69-Niederlage.      
  • Die Gladiators-Mitwirkenden und ihre unmittelbaren Beiträge zu den 79 Korbpunkten, jeweils in der ersten und zweiten Halbzeit (Reihenfolge an den Einsatzzeiten orientiert):   Bucknor 11+5,  Lewis 7+3,  Schmitz 2+6,  Joos 7+4,  Schmikale 5+2,  Gloger 10+5,  Grün 2+3,  Smit 5+2,  R.Hennen 0+0,  Dietz 0+0.  Jermaine Bucknor wurde zum drittenmal Topscorer des Teams.             
  • Als erfolgreichster Paderborner erwies sich Martin Seiferth (anderthalb Dutzend).  [absatz] • Die erfolgreichsten fünf Gladiators-Korbjäger nach zwölf Saisonspielen:  Bucknor 155,  Joos 110,  Gloger 109,  Schmitz 94,  Smit 89.          

Rostocker auswärts unbesiegt                         

Blick auf die Liga: Dickstes von vielen Kuriosa der Saison ist bisher die Tatsache, dass der Tabellenletzte WW Hanau seinen einzigen Heimsieg ausgerechnet gegen Hamburg erzielt hat. Abgesehen von diesem ihrem 68:82-Ausrutscher am 13. Oktober hätten die "Towers" aus der Millionenstadt einen sensationellen Mittelwert von 89,8 Korbpunkten pro Spiel (Gladiators 74,8). Gar oberhalb von 90 zu gelangen, verpassten die Hamburger durch ihre 70:84-Niederlage in Hagen, die trotz neuem Phönix-Trainer zustandegekommene letzte Liga-Überraschung vor der Adventszeit. Auswärts ungeschlagen sind nur noch Chemnitz und....... Rostock!   

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