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Gladiators schlagen auch Köln: 59:54!

Die Februar-Ausbeute der Gladiators kann sich sehen lassen: Das 59:54 im Heimspiel gegen Köln war der dritte Sieg im Karnevalsmonat.
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Von Bernd Schneider und Vinzenz Anton                                      Schon länger ist klar, dass die zeitlich letzten 20 Prozent der Zweitliga-Hauptrunde theoretisch für eine Erfolgsserie der Gladiators prädestiniert sind. Zwar steht da auch noch das Mosel-Gastspiel des Tabellendritten "Knights" an (11. März), aber das Hinspiel in Kirchheim haben die Trierer ja gewonnen. Also: Es wäre kein Wunder, wenn der Erfolg gegen Köln sich als der dritte Teil der längsten Siegesserie erweisen würde, die den Gladiators seit ihrer Gründung gelang. Bisher war da Vierteiligkeit das höchste der Gefühle (Februar/März  2016). Marco van den Berg lehnt derlei "Durchmarsch"-Gedanken ab  -  er wäre anderenfalls ja auch ein unkluger Trainer. Letzterer weiß natürlich, dass die Gothaer Rockets die Hauptrivalen im Kampf um den angestrebten sechsten Endrang der Hauptrunde sind. Das Restprogramm der Thüringer hat einen ähnlichen theoretischen Schwierigkeitsgrad wie die letzten Gladiators-Schritte vor dem Playoff. Allerdings lehrt die Erfahrung, dass gerade in Deutschlands zweithöchster Basketball-Klasse die Theorie ultragrau ist. Die Kölner RheinStars, die vier Tage zuvor sensationell für die zweite Auswärtsniederlage des kaum schlagbar scheinenden Tabellenführers MBC gesorgt hatten (der einzige Gladiators-Bezwinger im Februar), waren zunächst mit zwei negativen Kuriosa der Trierer konfrontiert: Erster Gladiators-Treffer erst 303 Sekunden nach Spielbeginn (Minusrekord) und deswegen sogar die erste Auszeit vor dem ersten Wurf-Erfolg. "Gut, dass die Kölner dies nicht besser ausgenutzt haben", äußerte van den Berg später. Immerhin schafften die Rheinstars aber unter anderen eine eigene 23:13-Führung bei Ende des ersten Viertels und ein 34:28 zur Halbzeitpause. Doch die Millionenstädter schafften es nicht, die Trierer aus dem Konzept zu bringen. Und schließlich, nach dem einzigen Führungswechsel, schafften die Trierer halt die Kölner. Deren Teammitglied Hugh Robertson sorgte in der 29. Minute mit einer  "Luftnummer" für die basketballetisch schönste Aktion des Abends. Ansonsten scheiterten die Gäste wegen vieler eigener Unzulänglichkeiten und der mal wieder guten Defensivarbeit der Gladiators, die neben dem Sieger-Trainer Sieger-Kapitän Simon Schmitz hervorhob. Auch für Jermaine Bucknor fand der zwischendurch leicht Verletzte Worte der Anerkennung - weil gerade der beliebte Team-Senior sich unter der Woche beim Training als Extra-Motivator hervorgetan habe. "Wir haben jetzt drei besonders wichtige Spiele in Folge gewonnen, aber es ist noch ein langer Weg bis zum Ziel", mahnte Schmitz. Neutral darf man hoffen, dass die restlichen Heimspiele dieses Weges wesentlich weniger unbegreifliche Schiedsrichter-Entscheidungen beinhalten werden als auch diesmal vor 1991 Zuschauern und zum x-ten Mal. Wobei nicht Fehleinschätzungen das Problem sind, sondern die Unterschiedlichkeit der Maßstäbe für Foul-Beurteilungen. Nur deshalb weisen die Gladiators summa summarum mehr Fouls auf als alle anderen Zweitligisten.                    Nebenbei bemerkt: In nur zwei ihrer vorherigen 29 Heimspiele seit Gründung blieben die Gladiators ebenfalls unter 60 eigenen Korbpunkten  -  am 17. Oktober 2015 beim 53:50-Sieg gegen Essen und am 23. April 2016 bei der 59:69-Playoff-Niederlage gegen Jena. Die erfolgreichsten Korbschützen nach 25 Saisonspielen:  Spearman 387,  Schmitz 266,  Herrera 190,  Smit 172,  Nicholas 170.