SP

Helden im Einsatz: Polizisten als Lebensretter geehrt

Trier. Polizeipräsident Rudolf Berg hat nun Polizeibeamte geehrt, die Menschen gerettet und sich dabei zum Teil selbst in große Gefahr gebracht hatten.

22 Polizisten sowie ihre Vorgesetzten und Personalratsvertreter waren zur Feierstunde im Polizeipräsidium erschienen. Sie hatten in sehr schwierigen Situationen Menschen vor dem Tod oder einem schweren Unglück gerettet und sich dabei zum Teil auch selbst in eine sehr gefährliche Situation gebracht. "Es ist wichtig, ihre Leistungen in herausgehobener Weise anzuerkennen und nicht einfach zur Tagesordnung überzugehen, als wäre das alles selbstverständlich", begrüßte Polizeipräsident Rudolf Berg seine Mitarbeiter aus dem gesamten Dienstgebiet des Polizeipräsidiums Trier. Der Behördenleiter lobte die Beamten für ihr verantwortungsbewusstes und mutiges Handeln und sprach ihnen seine Anerkennung aus.

Folgende Beamten wurden geehrt:

Milena Moser, Theresa Linnig und Martin Hausberger waren am 23. Februar im Rahmen von Ermittlungen mit einem Streifenwagen auf der A 1 bei Mehring unterwegs als sie wegen unsicherer Fahrweise auf einen PKW aufmerksam wurden. Mehrere Anhalteversuche scheiterten. Mehrmals verursachte der Fahrer Beinaheunfälle. Der offenbar ältere Mann reagiert nicht, so dass die Beamten von einem medizinischen Notfall ausgingen. Schließlich gelang es ihnen, den Polizeiwagen vor das Fahrzeug zu setzen und dieses auf der Fellerbachtalbrücke bis zum Stillstand auszubremsen. Der 76-jährige Fahrer hatte offenbar einen medizinischen Notfall erlitten. Sie kümmerten sich um ihn und übergaben ihn dem Rettungsdienst. Offenbar hatte er auf seiner Fahrt bereits mehrere Verkehrsunfälle verursacht.

Marco SauerbornMichael HahnDaniela Linne, Nico MaierAlexandra Schumacher, Denise KrautmannSven LohrigTobias Hansen, und Jonas Lauer waren am 2. April  waren im Einsatz, um einer Frau zu helfen, die sich das Leben nehmen wollte. Sie hatte vor, sich von einem Gerüst zu stürzen. In einer Gemeinschaftsaktion gelang es ihnen die verzweifelte Frau in ein Gespräch zu verwickeln und sie abzulenken, während die Berufsfeuerwehr ein Sprungkissen in Position bringen konnte. Schließlich konnten sie sich der Frau soweit nähern, dass ein Zugriff möglich war und die Frau gerettet werden konnte.

Christian Simon Bamler und Marc Fleischmann waren am 1. Mai gegen 23.30 Uhr im Einsatz, um einen Mann zu suchen, der offenbar mit Selbstmordabsicht von der Römerbrücke in die Mosel gesprungen war. Sie entdeckten den Mann, der bis zur Hüfte in der Mosel stand und weiter in Richtung der tieferen Fahrrinne ging. Die Beamten legten bei einer Außentemperatur von 4,5 Grad Celsius Teile ihrer Kleidung ab, schwammen etwa 60 bis 70 Meter zu dem 26-jährigen Mann und hielten ihn solange fest, bis sie von einem Rettungsboot der Feuerwehr aufgenommen wurden.  

Christian Kappes war am 16. Mai in einem Einsatz an der Mühlheimer Brücke, von wo ein junger Mann herunterspringen und sich das Leben nehmen wollte. Der völlig aufgelöste und nervöse 25-Jährige drohte damit, aus einer Höhe von 15 Metern auf den Fahrradweg zu springen und ließ niemanden an sich heran. Weder die Ansprachen der Polizei oder der Feuerwehr, noch des besonders im Umgang mit selbstmordgefährdeten Personen geschulten Notarztes fanden Zugang zu dem verzweifelten Mann. Lediglich PHK Kappes drang durch sein intensives, beständiges und ruhiges Zureden zu ihm durch und hielt ihn von einem Sprung ab. Fast eine Stunde lang redete der Beamte beruhigend auf den 25-Jährigen ein, bis er ihn schließlich mit Hilfe von Kollegen und Feuerwehrmännern vom Brückengeländer ziehen konnte.  

Frank NeukirchMichael ReinhardUwe Minnebeck, und Larissa Winter, waren am 8. August  gegen 4.45 Uhr bei einem Einsatz in Kröv. Dort wollte sich ein Mann mit Hilfe einer Seilwinde an seinem Geländewagen das Leben nehmen. Unter größter körperlicher Anstrengung gelang es ihnen die Spannung des Stahlseils zu lockern und das Seil vom Hals des Mannes zu lösen, sodass er wieder atmen konnte. Die sich anschließende Erste Hilfe und die Überführung zum zeitgleich alarmierten Rettungsdienst sowie die Einweisung in ein Krankenhaus retteten das Leben des Mannes.  

Dennis Dussa, war am 7. September in seiner Freizeit mit seinem Auto auf der A 48 unterwegs, als er in Höhe der Anschlussstelle Kaifenheim eine Frau sah, die auf der Überholspur der Autobahn umherirrte. POK Dussa hielt an und brachte sie trotz des Verkehrs, der auf der Autobahn herrschte, sicher in ihr Auto, das auf dem Standstreifen stand. Dort hielt er die Frau fest, bis eine Streife der zuständigen Polizeiautobahnstation Mendig kam und die Frau übernahm. Wie sich später herausstellte, ist die Frau psychisch krank und stand darüber hinaus auch unter Medikamenteneinfluss.  

Bennet Hermann Hau fuhr, am 21. Oktober mit einem Streifenwagen der Polizeiinspektion Schweich zu einem Verkehrsunfall auf der B53, wo auf Höhe der Longuicher Brücke ein Auto ins Wasser gefahren war. Am Unfallort begaber sich mit weiteren Helfern in die Mosel, um Fahrzeuginsassen zu befreien. Trotz großer Anstrengungen gelang es jedoch nicht, das Fahrzeug zu erreichen. Der Fahrer konnte erst später von Tauchern geborgen werden.  

Sascha Waldorf war am 2. November mit einem Kollegen zur Aufnahme eines Verkehrsunfalles auf der B 50 eingesetzt. Im Bereich des Industriegebietes von Platten war ein PKW einen Abhang hinab in einen Bach gestürzt. Unter Inkaufnahme einer großen Gefahr für ihr eigenes Leben, entschlossen sich die Beamten, den Abhang hinab und in den aufgrund der Witterung stark angeschwollenen Bach zu steigen, um den schwer verletzten Fahrzeugführer gemeinsam mit Feuerwehrleuten aus seinem Fahrzeug zu bergen. Leider verstarb der Mann wenig später aufgrund seiner schweren Verletzungen im Krankenhaus.

RED

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.