SP

Hubert Martini: Ehrliche Traueranzeige bewegt das Netz

Mit einer Traueranzeige würdigen die Angehörigen den Verstorbenen. Entsprechend liebevoll und versöhnlich sind die meisten gehalten - auch wenn zu Lebzeiten nicht immer alles ganz so einträchtig war. Die Traueranzeige von Hubert Martini aus Trier bricht allerdings mit diesen Koventionen, denn sie ist vor allem eins: Ziemlich ehrlich. Derzeit wird seine Anzeige im Netz diskutiert.
Bilder

"Offen, ehrlich, nachtragend" - so beschreibt Hubert Martini sich in der Anzeige, die er vor seinem Tod selbst verfasst hat. Und ehrlich scheint der Mann aus Trier gewesen zu sein. Als überzeugter Atheist möchte er auf seiner "Verabschiedungsfeier", dass die Gäste auf "Trauerkleidung, Kreuze oder sonstige offene oder versteckte religiöse Symbole" verzichten. Auch für seine Geschwister findet er deutliche Worte. "Den anderen 5 Kindern meiner Eltern und deren Partnern und Nachkommen verbiete ich die Teilnahme an dieser Feier. Ihr seid alle ausgeladen."

Widmung an seine Ehefrau

Ehrliche Worte findet Hubert Martini auch für seine Frau Hiltrud. "Ich habe eine wunderbare Frau kennen und lieben gelernt, einen guten Sohn mit ihr gezeugt und zwei tolle Enkelkinder geschenkt bekommen." Eigentlich habe er mit seiner Frau noch mehr Zeit verbringen wollen. "Aber das klappt ja jetzt nicht mehr", wie Martini schreibt. Am Ende der Anzeige schreibt Martini deshalb noch mal eine ganz persönliche Widmung an seine Hiltrud: "Hallo Katze, wenn es ein Leben nach dem Tod gäbe, dann würde ich dich dort wieder um deine Hand und deine Liebe bitten. Ich würde auch warten. Dein Kater"

"Manchem habe ich weh getan"

Ein Dank geht auch an seinen türksichen Freund Mustafa, der ihm Einblicke in seine Familienkultur gewährt habe, die für Martini "nicht immer schmerzfrei" waren. "Aber er war ehrlich zu mir. Und Offenheit und Ehrlichkeit waren mi rimmer sehr wichtig. Manchem habe ich damit weh getan - und das war gut so." Über die Traueranzeige von Hubert Martini diskutiert das Netz derzeit sehr bewegt. Sie ist diese Woche auch im WochenSpiegel erschienen. Nutzen Sie die Kommentarfunktion und schreiben Sie uns unsere Meinung.


Meistgelesen