Miezen kassieren Last-Minute-Niederlage gegen Herrenberg

Trier. Ein gellendes Pfeifkonzert begleitete die letzten Minuten des Spiels der 2. Frauenhandball-Bundesliga zwischen der DJK/MJC Trier und der SG H2Ku Herrenberg in der Arena Trier. Eine ganz und gar unübliche Reaktion der für ihre Begeisterungsfähigkeit bekannten Miezen-Fans. Eine ganz schwache Leistung – und vor allem einseitige Regelauslegung des Schiedsrichtergespanns Christian und David Hannes hatte die 220 Zuschauer in der Arena Trier bei der 23:24 (8:10)-Niederlage in Rage gebracht.

Gleich mehrere "übersehene" Offensivfouls und Schrittfehler und andere falsch bewertete Vergehen durch die Schiedsrichter-Zwillinge waren ursächlich verantwortlich für die knappe Niederlage der Gastgeberinnen, die um das sportliche Überleben in der Liga kämpfen. Das wollten dann die Verantwortlichen – ebenfalls unüblich – nicht unkommentiert lassen. "Ich sage normalerweise nichts über die Schiedsrichter", begann Trainerin Elena Vereschako ihr Statement zum Spiel, "aber das war heute zu viel. Wir haben sehr viele Pfiffe nicht bekommen." Vorstand Jürgen Brech musste sich sichtbar beherrschen: "Unabhängig von unserer Leistung: Ich frage mich, ob diese Herren sich bewusst sind, dass es hier nicht nur um ein Spiel, sondern auch um Existenzen geht."

Nervöse Anfangsphase

In einer zunächst hektischen und vor allem aus Miezen-Sicht sehr nervösen Anfangsphase stand es 1:2 – nach über zehn Minuten. Soeben hatte Gabriella Szabo den Anhang der Miezen erlöst. Zuvor hatte es viele Fehlversuche gegeben. Der ungewöhnliche Zwischenstand war auch den beiden Torfrauen zu verdanken. Mieze Aleksandra Baranowska zeigte allein in der ersten Halbzeit zehn Paraden – ihr Gegenüber Monika Lide elf. Dass der Abschnitt torarm blieb lag aber auch an der Abschlussschwäche der Offensivkräfte. In der 17. Minute stand es 2:4, nachdem Baranowska einen Strafwurf von Lea Neubrander pariert hatte, gelang der MJC sogar die erste Führung (6:5/23.). Die Führung mit in die Halbzeitpause zu nehmen misslang, auch deswegen, weil allein Vesna Tolic vor dem Seitenwechsel acht Fahrkarten fabrizierte.

Hannah Braun und Viviane Steil überzeugen

Elena Vereschako hatte genug gesehen. Sie hatte den durch den Ausfall der erkrankten  Dovile Ilciukaite dezimierten Kader mit Viviane Steil und Hannah Braun aufgefüllt, brachte jetzt auch zunächst Steil, später auch Braun – dafür blieben Tolic ("ich war mit ihrer Leistung und ihrer Einstellung nicht einverstanden") und Hannah Sattler auf der Bank. Die personellen Maßnahmen griffen. Steil und Braun überzeugten mit kämpferischem Einsatz und mutigen Offensivaktionen und rissen damit die gesamte Mannschaft mit, die sich nach dem zwischenzeitlichen 9:14-Rückstand (39.) sicht- und spürbar aufbäumte. Dazwischen boten die Männer mit der Pfeife noch einmal eine Kostprobe ihrer Verfassung. Gabriella Szabo und Jurate Zilinskaite zeigten sich gegenseitig den "Scheibenwischer", bestraft wurde nur Szabo.

Aufholjagd der Miezen

Davon unbeeindruckt begann die Aufholjagd der Miezen. In der Folge pendelte der Rückstand ständig zwischen ein und zwei Toren, wuchs bis zur 50. Minute aber nochmals auf drei Treffer an (17:20). Die Gastgeberinnen liefen weiter hinterher, ließen sich aber, lautstark von ihrem Publikum unterstützt, nicht entmutigen. 183 Sekunden vor Schluss war es endlich geschafft – Maja Zrnec gelang der Ausgleich zum 23:23. Fast schon symptomatisch für die gesamte Saison folgen ein Trierer Ballverlust und das 23:24 durch Toptorjägerin Neubrander. Aber zumindest die Chance auf ein Remis bleibt. Bis vier Sekunden vor Schluss. Da wirft Gabriella Szabo am Tor vorbei und die unglückliche Niederlage ist perfekt.

Das nächste Meisterschaftsspiel bestreiten die Miezen am kommenden Samstag (2. März, 15 Uhr, Arena Trier) gegen den VfL Waiblingen.

Statistik

DJK/MJC Trier (Kader): Aleksandra Baranowska, Melanie Eckelt – Angela Petrovska, Hannah Sattler, Hannah Braun (1), Viviane Steil (1), Linsey Houben (7/3), Andrea Czanik (4), Vesna Tolic, Gabriella Szabo (3), Maja Zrnec (4), Dora Simon-Varga (3)

Beste Werferinnen der Gäste: Lea Neubrander (8/1 Tore) und Kerstin Foth (7/5)

Schiedsrichter: Christian und David Hannes

Zuschauer: 220

RED

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