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In Trier fallen über die Hälfte aller Zebrastreifen weg

Aufgrund einer Neuerung in der Straßenverkehrsordnung von 2013, die die Anforderungen an die Beleuchtung und Markierung von Fußgängerüberwegen neu regelt, werden in Trier nach Auskunft der Stadtverwaltung 138 der 239 bestehenden Fußgängerüberwege mit Zebrastreifen wegfallen. Laut der Stadt Trier muss das allerdings nicht zwangsläufig einen Sicherheitsverlust bedeuten.
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Bereits Anfang des vergangenen Jahres hat die Stadt sämtliche Zebrastreifen auf ihre Ausleuchtung, die Anzahl der Fahrstreifen und die Markierung überprüft. Danach teilte sie alle Fußgängerüberwege in vier Kategorien ein. Erhalten bleiben 26 – darunter etwa der Zebrastreifen in der Hornstraße (Trier-West) in Höhe des Lidl. Hier müssen laut Stadt lediglich kleinere Nachrüstungen erfolgen. Veränderungen müssen an 33 Zebrastreifen vorgenommen werden. 42 Zebrastreifen werden in einer Verkehrsschau begutachtet. Unter diesen ist auch der Fußgängerüberweg auf dem Bahnhofsvorplatz, der sich durch fehlende Beleuchtung, viele Fußgänger und Sonderverkehr (Busse und Taxen) auszeichnet. Markierungen und Verkehrszeichen sind nur teilweise vorhanden. Auch Beläge und Beleuchtung müssen erneuert werden. Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Experten von Tiefbau- und Straßenverkehrsamt, Polizei, dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) sowie den jeweiligen Ortsvorstehern, soll diese Zebrastreifen beurteilen und über das weitere Vorgehen abstimmen.

Das Ende der Zebrastreifen

138 der Fußgängerüberwege sind laut der Prüfung der Stadt nicht mehr zulässig. Sie entfallen und werden gegebenenfalls durch eine Alternative ersetzt, wie etwa eine Ampel. Um welche Zebrastreifen es sich konkret handelt, will die Stadt nicht sagen. Auf WochenSpiegel-Nachfrage heißt es lediglich vonseiten des Presseamts: »Es gibt eine interne Vorschlagsliste, die noch nicht endgültig ist.« Auch auf die Frage, bis wann die Fußgängerüberwege abgebaut sein sollen, heißt es nur »zeitnah«. Auf ihrer Website hat die Stadt indes bereits veröffentlicht, dass beispielsweise der Zebrastreifen im Bereich Kohlen- und Bonifatiusstraße (Kürenz) wegfällt. Er soll durch eine Ampel ersetzt werden. Das mache die Überquerung der Straße laut Stadt sicherer. Abgebaut werden soll auch der Überweg in der Luxemburger Straße (Trier-West) in Höhe Dekra.

Gelder aus Radarkontrollen?

Die Kosten für sämtliche Arbeiten an den Zebrastreifen – egal ob sie nun entfallen oder optimiert werden – schätzt die Stadt auf 940.000 Euro. Auf die Frage, ob die Kosten durch die Einnahmen aus den Radarkontrollen finanziert werden (hier hatte die Stadt vergangenes Jahr immerhin gut zwei Millionen Euro eingenommen), sagt das Presseamt: "Die Einnahmen aus der Verkehrsüberwachung fließen in den allgemeinen Haushalt. Welche Mittel für welche Projekte verwendet werden, entscheidet der Stadtrat."

So sieht es in den Verbandsgemeinden aus

  • In den Ortsgemeinden der VG Saarburg gibt es keine Zebrastreifen, sondern nur in der Stadt Saarburg. Laut Pressestelle sind hier alle Zebrastreifen vom LBM überprüft und für in Ordnung befunden worden.
  • In der VG Konz ist nur der Zebrastreifen an der Ecke Wiltinger Straße (K 133)/Einmündung Niedermenniger Straße (L 138) betroffen. Da es sich hier um eine Kreisstraße handelt, ist hier der LBM zuständig.
  • In der VG Hermeskeil gibt es nur in der Stadt Hermeskeil Zebrastreifen. Laut Verbandsgemeindeverwaltung liegen diese entlang klassifizierter Straßen und werden in regelmäßigen Abständen überprüft. Mängel lägen hier keine vor. Die Zebrastreifen seien ordnungsgemäß beschildert und beleuchtet.
  • Vonseiten der VG Schweich heißt es, die Fußgängerüberwege befänden sich nur auf klassifizierten Straßen (Bundes-, Landes- oder Kreisstraßen) und würden deshalb vom Kreis Trier-Saarburg und dem LBM unterhalten.
  •  Auch die VG Trier-Land verweist in diesem Zusammenhang auf den LBM.
SP/PA