„Karneval ist wichtiger denn je“

Trier. Bei der Jubiläumsgala zum 44-jährigen Bestehen des Landesverbands Rhein-Mosel-Lahn stand ein Mann besonders im Mittelpunkt

Die Zahl 11 hat für Karnevalisten eine besondere Bedeutung. 4 x 11 Jahre ist der Landesverband Rhein-Mosel-Lahn, Mitglied im Bund Deutscher Karneval e.V. nun alt geworden. Ein Jubiläum, das mit einer festlichen Gala im Kasino am Kornmarkt gefeiert wurde. Vor 120 geladenen Gästen, darunter als Vertreter der Stadt Oberbürgermeister Wolfram Leibe und Kulturdezernent Markus Nöhl, wurde der langjährige Präsident Peter Pries von seinem Nachfolger Andreas Noll zum Ehrenpräsidenten ernannt. Der gebürtige Norddeutsche prägte 50 Jahre den Trierer Karneval. Pries sei jemand, der Karneval auch in schwierigen Zeiten nach vorne gebracht habe, sagte der Oberbürgermeister in seinem Grußwort. Und bei schlimmen Ereignissen wie Corona, der Amokfahrt oder der von der Flutkatastrophe betroffene Stadtteil Ehrang, sei Karneval wichtiger als je zuvor.

Leibe betonte die Bedeutung der Hintergrundarbeit, die der Verband leiste. „Diese Strukturen sind eminent wichtig. Jeder Karnevalist will auf der Bühne stehen, aber es braucht Menschen, die sich überzeugen lassen, diese Arbeit zu machen“, so Leibe. Unter den Ehrengästen war auch Klaus-Ludwig Fess, Präsident des Bundes Deutscher Karneval. „Gerade in diesen schwierigen Zeiten durften wir erfreuliche Zeichen und Aktionen echter Solidarität unserer Vereine und Verbände beobachten. Wir haben unseren Humor nicht verloren. Reißt die Menschen aus ihrem Alltag und zeigt ihnen, was Fastnacht, Traditionen und Brauchtum bedeuten“, gab er den Karnevalisten für die anstehende Session mit auf den Weg.

Höhepunkt des Abends war schließlich die feierliche Ernennung von Peter Pries zum Ehrenpräsidenten. Der „Grandseigneur des Trierer Karnevals“, wie Präsident Andreas Noll ihn nannte, kam 1963 während seiner Bundeswehrzeit nach Trier. Der heute 78-Jährige entdeckte 1972 dann den Karneval für sich. Sitzungspräsident der Roten Funken oder Mitglied im Elferrat bei der KG Heuschreck sind nur einige Funktionen, die er im Lauf der Jahre ausübte. Vor 25 Jahren rief er die ATK Gala ins Leben. Dort wird jedes Jahr der Kaiser-Augustus-Orden an eine bekannte Persönlichkeit verliehen, die anschließend 5555,55 Euro für ein soziales Projekt ihrer Wahl erhält.  Unter den Geehrten sind Namen wie Fritz Walter, Dieter Thomas Heck, Alfred Biolek oder Henry Maske. 2008 wurde er zum Präsidenten des Landesverbands Rhein-Mosel-Lahn gewählt, dem größten deutschen Karnevalsverband mit 103 Mitgliedern. Ganz im karnevalistischen Ruhestand ist er aber noch nicht. Aktuell ist Pries Vizepräsident des Landesverbands karnevalistischer Tanzsport Rheinland-Pfalz. Unter den ersten Gratulanten waren Dietmar Jerger (Präsident IG Mittelrheinischer Karneval), Heiko Rudolph (Präsident Karnevalverband Kurhessen) und Hans-Werner Strauß (Verband Saarländischer Karnevalsvereine). Neben Pries wurden die langjährigen Verbandsmitglieder Doris Köhl und Peter Peters zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Zu einer Karnevalsveranstaltung gehören natürlich auch Büttenreden. Und so sorgten die mehrfach ausgzeichneten Nachwuchsredner „Geschwister in der Bütt“ Lena und Niklas aus Aachen ebenso wie „Astronaut“ Andreas Jager von der KG Hau-Ruck Saarburg für beste Unterhaltung, ebenso wie die Band „Suredreams“ die den Abend musikalisch mitgestaltete.

(mw)

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.