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KiTa gGmbH stellt Weichen für Zukunft - Kritik von Grünen

Viele Kindertageseinrichtungen in der Region sind in kirchlicher Trägerschaft. So hat zum Beispiel vor kurzem die zum Bistum Trier gehörende KiTa gGmbH weitere Kindertageseinrichtungen übernommen und ist damit der größte Betriebsträger von KiTas im Einzugsgebiet. Kritisch beurteilt wird das von den Trierer Grünen. Ihrer Ansicht nach hat dies nicht nur Auswirkungen auf die Ausgestaltung der Erziehungsarbeit, die das Gebot religiöser Neutralität – gerade auch im Anblick nicht-christlich orientierter Familien - nicht erfüllen kann.
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Foto: Symbolbild/Archiv

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3.300 Mitarbeiter, 152 Einrichtungen und rund 13.000 Betreuungsplätze – so lauten die aktuellen Zahlen, die die katholische KiTa gGmbH Trier, Trägergesellschaft von katholischen Kindertageseinrichtungen im Bistum Trier zum 1. Januar 2017 vermeldet. Mit der Übernahme der Betriebsträgerschaft von weiteren 16, sich bisher noch in der Trägerschaft von Kirchengemeinden befindlichen  KiTas im Bereich Trier, Birkenfeld und Bernkastel-Wittlich hat man nunmehr den "Endausbau" erreicht und stellt sich als größter Betriebsträger von Kindertageseinrichtungen im Einzugsgebiet der Landkreise Trier, Trier-Saarburg, Birkenfeld, Bernkastel-Wittlich, Eifelkreis Bitburg-Prüm, Vulkaneifel sowie Cochem-Zell zukunftsorientiert auf.

Zahlen zur KiTa gGmnbH

Die Angebotsformen sind vielfältig und bedarfsorientiert. In 133 Regelgruppen, 281 geöffneten Gruppen, 124 altersgemischten Gruppen, 57 Krippengruppen, sieben integrativen Gruppen und vier Hortgruppen werden Kinder im Alter zwischen drei Monaten und 14 Jahren betreut. Dabei sind insbesondere die Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren in den vergangenen Jahren kontinuierlich erweitert worden. Zum 1. Januar 2017 sind 23,66 Prozent aller Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren vorgesehen - 4,47 Prozent sind Krippenplätze. Insgesamt 54,66 Prozent der Betreuungsplätze in den Einrichtungen der katholischen KiTa gGmbH Trier sind Ganztagsplätze - das sind rund 7.000 Plätze. Das Umsatzvolumen der gemeinnützigen Trägergesellschaft wird sich in 2017 laut Planzahlen auf voraussichtlich 116 Mio. Euro belaufen. 

Erziehung, Bildung, Betreuung

Seit ihrer Gründung im Jahr 2000 hat sich die katholische KiTa gGmbH Trier stetig weiterentwickelt sowohl im Hinblick auf die Zahl der Kindertageseinrichtungen in ihrer Betriebsträgerschaft, als auch auf die qualitative Verbesserung der Dienstleistung "Erziehung, Bildung und Betreuung" der ihr anvertrauten Kinder. Gemeinsam mit den Schwestergesellschaften ist die KiTa gGmnbH laut eigener Aussage einer der ersten Träger, der die Qualitätsempfehlungen für Kindertageseinrichtungen des Landes auf den Weg gebracht hat und durch ein wertorientiertes Qualitätsmanagementsystem bestätigt ist.

Aufgabengebiete

Auch stellt sich der Träger laut eigenen Angaben der Herausforderung, in den Kindertagesstätten umfassende Integrations-Lösungen für Familien mit Fluchterfahrung zu realisieren. Derzeit werden 301 Kinder mit Fluchterfahrung in 98 Einrichtungen betreut. Als ein anerkannter freier Träger der Jugendhilfe unterstützt die katholische KiTa gGmbH Trier die Jugendämter bei der Verwirklichung des gesetzlichen Auftrags: Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern in Kindertageseinrichtungen. Die Kindertagesstätten verstehen sich laut eigener Angabe als familienergänzende Einrichtungen mit dem Ziel, die Entwicklung der Kinder zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Menschen zu fördern sowie im erweiterten Auftrag Kindern und ihren Familien den Lebensentwurf Jesu Christi als  Orientierung vorzustellen und die Kirche als tragfähige Gemeinschaft nahe zu bringen.

Kritik der Grünen

Dass die Kinder- und Jugendhilfe in Trier künftig weltanschaulich und religiös neutral ausgestaltet werden soll, haben die Trierer Grünen in ihrer Mitgliederversammlung mit großer Mehrheit als Auftrag an ihre Stadtratsfraktion weitergegeben. Voran ging eine Diskussion über den Antrag "Bildung und Erziehung ohne Diskriminierung", der von Mitgliedern der Stadtratsfraktion und der Grünen Basis vorgelegt wurde. Kritisch beurteilt wurde die Tatsache, dass die Mehrzahl der Kindertageseinrichtungen in Trier unter kirchlichen Trägern geführt werde. Dies habe nicht nur Auswirkungen auf die Ausgestaltung der Erziehungsarbeit, die das Gebot religiöser Neutralität – gerade auch im Anblick nicht-christlich orientierter Familien - nicht erfüllen kann. Laut den Grünen betrifft auch die Situation der Mitarbeiter in den Einrichtungen, deren private Lebensgestaltung von den kirchlichen Arbeitgeber einer strengen Prüfung unterzogen wird. Die Frage, wer mit wem in welcher Form zusammen lebe, wer wen liebe und wessen Liebe zu Ende gegangen sei, könne zur Ablehnung von Bewerber oder zur Kündigung von Mitarbeiter führen.   Die Grünen wollen dem in ihrer Fraktionsarbeit im Stadtrat Initiativen entgegen setzen, die den Raum für nicht religiös gebundene Träger der Kinder- und Jugendhilfe deutlich erweitern sollen. Es sollen dann bei der Entscheidung um die Trägerschaft nur noch solche Träger berücksichtigt werden, "die sich sowohl am Gebot weltanschaulicher und religiöser Neutralität orientieren, als auch auf Eingriffe in die private Lebensgestaltung ihrer Mitarbeiter verzichten", so der Wortlaut des in der Mitgliederversammlung verabschiedeten Antrags.