Kleiner Autofan sorgt für Probleme unter der Motorhaube

Marder verursachen jährlich PKW-Schäden in Millionenhöhe

Trier. Er ist bei PKW-Besitzern äußerst unbeliebt: der Steinmarder. Der kleine, pelzige Autofan sorgt vor allem im Sommer für Schäden unter der Motorhaube. Eifersucht und Rivalität bringen ihn dazu. Steinmarder nutzen Autos auch gerne als Speisekammer, Schlafplatz oder Aussichtsplattform.

Rund 214.000 durch Marder verursachte Schadensfälle zählte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) im Jahr 2017 bundesweit. Dabei entstanden Schäden im Gesamtwert von 72 Millionen Euro. Im Vergleich zu 2016 stieg die Anzahl gemeldeter Schadensfälle um vier Prozent. Steinmarder haben es besonders oft auf Zündkabel, Kühlwasserschläuche oder Antriebs- und Lenkmanschetten abgesehen. Daher empfiehlt der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. (LJV) Autofahrern, auf Warnsignale wie herumliegende Gummi- und Kabelteile oder ausgelaufene Flüssigkeit zu achten. Wenn Marderschäden rechtzeitig erkannt werden, kommt in der Regel die Teilkaskoversicherung für die Schäden auf. Folgekosten, die durch einen Unfall entstehen, deckt nur eine Vollkaskoversicherung ab.

Autos werden ins Revier integriert

Als klassische Kulturfolger finden sich Steinmarder im urbanen Umfeld sehr gut zurecht. Kraftfahrzeuge, die sie als Schlafstätte, Speisekammer und als Aussichtsplattform nutzen, integrieren sie sogar aktiv in ihr Revier. Daher verteidigen Marder "ihre" Autos vor Eindringlingen rigoros. Macht es sich ein Konkurrent in einem PKW gemütlich, riecht es der Marder sofort. Der "Revier- und Autoinhaber" greift alle Fahrzeugteile an, die nach dem Fremdling duften. Auch die Paarungszeit der Marder, Ranzzeit genannt, spielt im Juli und August eine Rolle. Zu dieser Jahreszeit verteidigen sowohl männliche als auch weibliche Steinmarder ihr Territorium sehr energisch gegenüber Artgenossen. Leidtragende dieser Eifersuchts-Dramen sind dann die Autofahrer.

Maschendraht und Geruchssprays können helfen

Ein Patentrezept zur Marderabwehr gibt es nicht, zumal oft bereits nach kurzer Zeit Gewöhnungseffekte einsetzen. Maschendraht unter dem Motorraum, Geruchsprays oder Ultraschallgeräte haben sich als Vorsichtsmaßnahmen oft bewährt. Zudem helfen regelmäßige Motorraumwäschen zur Beseitigung von Duftmarken der Steinmarder. Welche Maßnahmen gegen Marder im Haus und Auto helfen, sind in der vom Deutschen Jagdverband (DJV) herausgebrachten Broschüre "Wilde Wohngemeinschaft – Wildtiere in der Stadt und ihre Folgen" zu finden. Die Broschüre kann in kleinen Mengen kostenfrei beim LJV bestellt werden und ist auch als Download verfügbar. Auf dem DJV-Youtube-Kanal finden Interessierte kurze Animationsfilme zum Umgang mit Steinmardern und anderen Kulturfolgern wie Waschbär, Fuchs und Wildschwein.

RED

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