Svenja Pees

Kommt jetzt endlich das Parkhaus auf den Petrisberg?

Wer mit dem Auto auf dem Petrisberg unterwegs ist, braucht gute Nerven: Parkplätze sind hier schon lange Mangelware. Die einen drehen auf Parkplatzsuche eine erfolglose Runde nach der anderen und stellen ihr Auto schließlich notgedrungen einfach irgendwo ab. Andere ärgern sich, weil ständig fremde Autos ihre gemieteten Stellflächen besetzen. Bessern wird sich die Situation von alleine nicht ? im Gegenteil. Es würde eine Möglichkeit geben, das Problem zu Lösen, aber dafür müssten alle ansässigen Unternehmen an einem Strang ziehen?
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Alltag auf dem Petrisberg: Spätestens nach 8.30 Uhr sind alle öffentlichen Parkplätze besetzt. Mitarbeiter oder Besucher müssen entweder auf fremden Privatparklätzen, im Halteverbot oder entlang der Max-Planck-Straße parken. Die ist oft so zugestellt, dass für andere Autos und Busse kaum noch ein Durchkommen ist. Rückstau bis ins Wohngebiet Richtung Sickingerstraße sind keine Seltenheit. Das Ordnungsamt verteilt regelmäßig Knöllchen oder lässt abschleppen. "Entschärft wird die Situation dadurch nur temporär. Viele Autofahrer ärgern sich über das Vorgehen der Stadt.  Aber auch für Fußgänger ist die Situation auf Triers Wirtschaftsgipfel nicht ungefährlich. Viele der Autos parken halb auf dem Bürgersteig. Mit Rollstuhl oder Kinderwagen kommt man kaum vorbei. "Man sieht oft gar nicht, wenn ein Fußgänger über die Straße läuft. Einen Zebrastreifen gibt es ja nicht. Das geht so lange gut, bis hier mal ein schlimmer Unfall passiert und bei der aktuellen Situation ist das nur eine Frage der Zeit", sagt eine Frau, die auf dem Petrisberg arbeitet und ungenannt bleiben will. Die Parksituation beschreibt sie als "absolute Zumutung". Mit dieser Meinung ist sie nicht alleine: Auch bei den hier ansässigen Unternehmen und deren Mitarbeitern sorgt das Stellplatz-Desaster für großen Unmut. Bereits im Sommer hatten wir über das Thema ausführlich berichtet. Der Artikel veranlasste auch den Kürenzer Ortsteilvorsteher Bernd Michels (CDU) sich eingehender mit dem Thema zu beschäftigen. "Die Parksituation auf dem Petrisberg ist grenzwertig und sie wird sich noch verschärfen", sagt Michels. Viele Beschwerden haben ihn in den vergangenen Monaten erreicht. Gesetzliche Pflicht erfüllt Eine Lösung muss her. Doch das wird nicht einfach. Es gibt schlichtweg zu wenig Parkraum auf dem Petrisberg. 187 Unternehmen mit rund 1.300 Mitarbeitern sind aktuell hier angesiedelt. Insgesamt stehen 900 öffentliche und private Stellplätze zur Verfügung. Die gesetzlich vorgeschriebene Anzahl an Stellplätzen pro Vermieteter oder bebauter Fläche wird laut der Gesellschaft für urbane Projektentwicklung (EGP), die das Areal geplant hat, erfüllt. Firmen mit vielen Mitarbeitern, Kunden, Patienten, Gäste und Besucher werden in der gesetzlichen Stellplatzpflicht allerdings nicht berücksichtigt. Das ist auch gar nicht möglich, denn die spätere Nutzung der Gebäude ist bei der Planung nur bedingt vorhersehbar. Aktuell entsteht im Wohngebiet "Neuer Petrisberg" unterhalb des ehemaligen Franzosen-Casinos ein Mehrfamilienhaus mit elf Mieteinheiten. Auch das sorgt bei einigen für Unmut. Groß ist die Befürchtung, dass sich die Parksituation dadurch weiter dramatisiert. Die EGP gibt aber an dieser Stelle Entwarnung. So soll das neue Wohnhaus über ausreichend Stellplätze in einer eigenen Tiefgarage verfügen und weitere Parkmöglichkeiten auf einem dazugehörigen Grundstück bieten. Parkplatzverlust ist durch das Wohnhaus also nicht zu befürchten. Parkhaus könnte Situation entschärfen Entschärft werden könnte die Parksituation auf dem Petrisberg durch den Bau eines Parkhauses. Im Sommer schien diese Vorstellung noch unmöglich. Bernd Michels hat seitdem allerdings einiges unternommen und mit EGP, der Stadt Trier und den SWT gesprochen. Abgeneigt scheint dem Projekt keiner zu sein. Die SWT wären sogar bereit ein Parkhaus "in einer noch zu definierenden Art und Weise" zu betreiben. Allerdings müsste vorab die Finanzierung stehen. Und da sind die Firmen und Ärztehäuser auf dem Petrisberg gefragt. "Um ein Parkhaus bauen zu können, müssten hier ansässige Unternehmen bereits im Vorfeld zusagen, dass sie entweder langfristig Stellplätze anmieten oder sich bereit erklären in das Projekt zu investieren", erklärt Michels. Sollten sich nicht genug Interessierte finden, wird es wohl kein Parkhaus geben. Anders als in der Innenstadt würde sich ein Parkhaus auf dem Petrisberg nämlich nicht durch Kurzzeitparker finanzieren können. "Das würde sich wirtschaftliche nicht rechnen. Der Petrisberg ist zwar gut besucht, aber die Frequenz hier oben ist bei weitem nicht so hoch, wie in der Innenstadt", erklärt Michels. Geeigneter Platz muss gefunden werden Auch ein geeigneter Platz für ein mögliches Parkhaus müsste noch gefunden werden. Bernd Michels stand deswegen bereits in Kontakt mit der EGP. Unterhalb des früheren Franzosen-Casinos gibt es neben der Soterstraße ein kleines Wäldchen. Die Parzelle dahinter würde sich laut Michels anbieten. Das Problem: Das Gelände gehört zwar der Stadt Trier, es ist aber nicht als Bauzone ausgewiesen. Auf Anfrage von Michels schlug die Stadt daher den Bereich neben dem Wäldchen vor, der bereits jetzt als Parkplatz genutzt wird.  Es gibt allerdings hier unterschiedliche Auffassungen darüber, ob dieses Areal geeignet ist.  "Auf dieses Grundstück passt kein Parkhaus. Allein die Rampen, die benötigt werden, um die unterschiedlichen Etagen anzufahren, verschlingen die Hälfte der vorhandenen Fläche", teilt die EGP auf Anfrage mit. Auch von Seiten der EGP schlägt man eher das Grundstück beim Wäldchen vor. "Da sich diese Parzellen bereits im Eigentum der Stadt Trier befindet, müssten keine aufwendigen Ankäufe getätigt werden. Der wertvolle Baumbestand entlang der Allee könnte erhalten bleiben und das stark abfällige, dahinter liegende Grundstück zum Parken genutzt werden", erklärt die EGP. Eine wirtschaftliche Prüfung und Machbarkeit habe von Seiten der EGP bislang allerdings noch nicht stattgefunden. Die Stadt lehne dies ab, da sich dieses Grundstück außerhalb der Bebauungszone befinde, heißt es von Seiten der EGP. Unternehmen müssen mitspielen Der Ortvorsteher hat deshalb bereits überlegt, ob er eine Infoveranstaltung für alle Unternehmen auf dem Petrisberg einberufen soll, um das Projekt vorzustellen. "Wenn das nötige Interesse  an einem Parkhaus im Wäldchen vorhanden ist, könnte man versuchen die Stadt zu überzeugen, dass sie den Bebauungsplan ändert." Über seine Pläne möchte Michels allerdings zuerst mit dem Kürenzer Ortsbereit sprechen. Der tagt das nächste Mal am 19. Februar. Wenn der Ortsbeirat hinter dem Projekt steht, wird Michels weitere Schritte unternehmen. "Das Eisen ist jetzt heiß und muss geschmiedet werden. Aber die Unternehmen auf dem Petrisberg müssen mitspielen, um eine Lösung zu finden." Firmen, die Interesse haben in ein Parkhaus zu investieren oder Stellplätze anzumieten, können Bernd Michels kontaktieren unter Telefon: 0651/140288. Stadt sieht keinen Handlungsbedarf Von Seiten der Stadt Trier beurteilt man die Lage auf dem Petrisberg übrigens bei Weitem nicht so dramatisch. So erklärt das Presseamt der Stadt auf WochenSpiegel-Anfrage, die gesetzliche Vorgabe an Stellplätzen sei auf dem Petrisberg erfüllt. "Wenn der Stellplatzbedarf der Privaten jedoch höher ist, kann es nicht die Aufgabe der Allgemeinheit sein hier mit öffentlichen Mitteln Stellplätze zur Verfügung zu stellen." Handlungsbedarf scheint die Stadt entsprechend derzeit auch nicht zu sehen. "Im Bereich 'Auf dem Petrisberg' als auch in der Max-Planck-Straße stehen ausreichend öffentliche Stellplätze an der Straßenseite zur Verfügung", heißt es von Seiten des Presseamtes. 


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