Langfingern das Leben schwer machen

Trier. Die frühsommerlichen Ausflugs- und Urlaubstage sind auch für Diebe eine schöne Zeit. Denn Langfinger machen niemals Ferien und haben gerade jetzt leichtes Spiel.

Unbeschwerte Feier-, Brücken- und Urlaubstage mit Sonnenschein und lauer Luft verleiten zu Leichtsinnigkeit. Das Fenster in der Wohnung bleibt angeklappt, das Fahrrad unangeschlossen, die Handtasche hängt locker über der Schulter. Dabei kann man mit einiger Vorbereitung und Aufmerksamkeit verhindern, dass man Opfer von Diebstahl oder Betrug wird. Wir haben die wichtigsten Tipps zusammengetragen.

Viele Einbrüche passieren am Tag

In Rheinland-Pfalz wird laut Polizei etwa 18 Mal am Tag eingebrochen. Viele Menschen denken, Einbrüche passieren meist nachts. Doch tatsächlich werden viele Wohnungseinbrüche tagsüber begangen, wenn die Besitzer außer Haus sind. Fenster, Balkon- und Terrassentüren sollten deshalb auch bei kurzer Abwesenheit geschlossen werden. Gekippte Fenster sind offene Fenster und von Einbrechern leicht zu öffnen. Türen sollten nicht nur ins Schloss gezogen, sondern immer zweifach abgeschlossen werden. Geschlossene Rollläden dagegen vermitteln den verreisten Bewohnern vielleicht ein Gefühl von Sicherheit. Für Diebe aber sind sie ein ganz klares Signal: hier ist niemand zu Hause! Das Gleiche gilt für Urlaubs-Selfies in sozialen Netzwerken.

Aufmerksame Nachbarn

Von großer Bedeutung für den Einbruchschutz ist das gute Verhältnis zu aufmerksamen Nachbarn. Im besten Fall gießen sie während der Abwesenheit nicht nur die Blumen, sondern leeren auch den Briefkasten und haben verdächtige Vorgänge im Blick. In Mehrfamilienhäusern sollte der Hauseingang auch tagsüber geschlossen bleiben. Gleiches gilt für Keller- und Bodentüren. Schließlich tragen einbruchhemmende Türen, Fenster und/oder Alarm- und Videoanlagen ganz wesentlich dazu bei, Einbrüche zu verhindern.

Vorsicht vor Taschendieben

Insbesondere bei größeren Veranstaltungen oder inmitten touristischer Menschenmassen bedienen sich Taschendiebe gerne an Geldbörsen und Wertgegenständen. Das geht immer sehr zügig. Schnell sind die Langfinger wieder in der Menschenmenge untergetaucht. Taschen und auch Jacken sollte man deshalb nie aus dem Auge lassen. Hand- oder Umhängetasche trägt man mit der Verschlussseite zum Körper und natürlich geschlossen – am besten mit dem Riemen diagonal über Brust und Rücken. Geld und Zahlungskarten sowie Papiere und andere Wertgegenstände gehören idealerweise in verschiedene verschlossene Innentaschen der Kleidung, möglichst dicht am Körper. Außerdem sollte man nur so viel Bargeld bei sich tragen, wie man auch braucht. Und niemals sollte die PIN irgendwo im Portemonnaie – schon gar nicht auf der Zahlungskarte) – notiert werden.

Geldkarten sofort sperren lassen

Gestohlene Giro- oder Kreditkarten sollte man sofort unter der zentralen Notrufnummer 116 116 sperren lassen. Damit die Karte auch für das elektronische Lastschriftverfahren (SEPA) gesperrt werden kann, für das nur eine Unterschrift und keine PIN benötigt wird, muss man den Verlust der Polizei melden. Nur dort kann eine so genannte freiwillige KUNO-Sperrung bei den Handelsunternehmen veranlasst werden. Erst dann wird die Karte beim Bezahlen in Geschäften auch im Lastschriftverfahren abgelehnt.

Fahrräder vor Diebstahl schützen

Beim schweren Diebstahl von Fahrrädern weist die polizeiliche Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Trier für das vergangene Jahr mit 446 Fällen den absoluten Höchststand im Fünf-Jahres-Zeitraum aus. In fast 90 Prozent der Fälle haben die Täter im Stadtgebiet der Hochschulstadt Trier zugeschlagen. Der beste Diebstahl-Schutz ist ein stabiles Fahrradschloss, zum Beispiel ein Bügel- oder Panzerkabelschloss aus "geprüfter Qualität" und hochwertiges Material mit massivem Schließsystem. Das Schloss sollte groß genug sein, um das Fahrrad mit dem Rahmen an einem festen Gegenstand wie Fahrradständer oder Laternenpfahl anzuschließen. Sinnvoll ist es auch, einzelne Fahrradteile wie das Vorder- und Hinterrad gemeinsam mit dem Rahmen dort zu sichern. Eine weitere Möglichkeit, Fahrräder gegen Diebstahl zu schützen, ist das Anbringen eines versteckten GPS-Senders. Oder man lässt sein Rad codieren. Dabei wird per Graviermaschine oder Aufkleber dauerhaft ein Code am Fahrrad angebracht. Er enthält die verschlüsselte Wohnanschrift des Eigentümers. Außerdem wirkt die offensichtliche Codierung abschreckend auf Diebe. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC), Versicherungen, Vereine, teilweise auch die Polizei, bieten bei Vorlage eines Eigentumsnachweises eine Codierung an. Rahmennummer, Codierung und ein Foto des Rads sollten in einem Fahrradpass festgehalten werden. Das geht auch mit dem Smartphone per kostenloser Fahrradpass-App der Polizei. Sie ist kostenlos im App Store beziehungsweise im Google Play Store herunterladbar.?

Weitere und ausführliche Informationen gibt es bei der Initiative "K-Einbruch" und bei der Polizei.

CN

 

 

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