SP

Leichte Sommerflaute auf dem Arbeitsmarkt

Das späte Ferienende verlängert auch die Sommerpause auf dem Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosigkeit steigt - wie bereits im Juli - leicht an. Urlaubszeiten verzögern Einstellungsverfahren in Unternehmen. Ausbildungsabsolventen sind weiterhin auf Jobsuche.
Bilder
Foto: Symbolbild/Archiv

Foto: Symbolbild/Archiv

Mit 11.338 arbeitslosen Menschen sind 539 Personen mehr in der Region auf Jobsuche als im Juli. Die Arbeitslosenquote ist um 0,2 Prozentpunkte auf 4 Prozent nach oben geklettert. Grund für den saisonalen Anstieg ist ein alt bekanntes Phänomen. "Ausbildungsabsolventen, die nach einer betrieblichen oder schulischen Ausbildung nicht übernommen werden, melden sich arbeitslos, bis sie einen neuen Job gefunden haben", erklärt Heribert Wilhelmi. Der Leiter der Arbeitsagentur ist jedoch zuversichtlich, dass die jungen Gesellen schnell einen Betrieb finden: "Viele Arbeitgeber in der Region Trier suchen Fachkräfte. Die jungen Fachleute sind deshalb gefragtes Personal. Unternehmen sollten die Chance ergreifen und Nachwuchskräfte gewinnen."

Stellenmarkt auf Rikordniveau

5.432 der 11.338 arbeitslosen Menschen werden von der Agentur für Arbeit betreut, 5.906 von den Jobcentern der Region. Arbeitslose, denen die Arbeitsagentur bei der Jobsuche hilft, sind in der Regel erst seit wenigen Wochen oder Monaten ohne Beschäftigungsverhältnis. Deshalb ist es typisch für einen kurzfristigen saisonalen Anstieg der Arbeitslosigkeit, dass dieser - wie jetzt im Sommer - bei der Arbeitsagentur zu Buche schlägt. Die Arbeitsagentur verzeichnet im Vergleich zum Juli 378 arbeitslose Menschen mehr, bei den Jobcentern sind es lediglich 161 Personen zusätzlich. Hinter den Arbeitslosen, die sich in den vergangenen Wochen gemeldet haben, verbergen sich neben den Ausbildungsabsolventen auch Menschen, deren befristeter Arbeitsvertrag zum Halbjahr ausgelaufen ist. "Die Chancen einen neuen Job zu finden stehen gut“, ermutigt Heribert Wilhelmi. "Der Stellenmarkt befindet sich mit 4.879 freien Jobs auf Rekordniveau."

Start ins neue Ausbildungsjahr

Zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres sind immer noch zahlreiche Lehrstellen unbesetzt. 876 Ausbildungsplätze – 28 weniger als zum gleichen Zeitpunkt des vergangenen Jahres – sind noch zu haben. Besonders gut sind die Chancen kurzfristig einen Ausbildungsvertrag zu ergattern in der Gastronomie, im Einzelhandel und in einigen Handwerksberufen. Die Auszubildendenvermittlung der Arbeitsagentur reicht bis weit in den Herbst hinein. "Solange nicht zu viel Stoff in der Berufsschule verpasst wurde, besteht immer noch die Möglichkeit in eine Ausbildung einzusteigen", betont Heribert Wilhelmi. 483 junge Leute suchen laut Angaben der Agentur für Arbeit noch eine Lehrstelle. Der Chef der Arbeitsagentur weiß jedoch, dass sich unter ihnen einige befinden, die sich bereits für eine Ausbildung, eine weiterführende Schule oder ein Studium entschieden haben, dies allerdings noch nicht der Berufsberatung mitgeteilt haben. Wilhelmi bittet darum, das zügig nachzuholen, damit die Berater sich intensiv um die Jugendlichen kümmern können, die Unterstützung brauchen. "Unternehmen die zweifeln, ob sie einem schwächeren Bewerber eine Chance geben können, sollten sich beim Arbeitgeberservice über die speziellen Förderangebote informieren. Diese begünstigen einen erfolgreichen Ausbildungsverlauf – für Lehrling und Ausbilder gleichermaßen."

Blick in die einzelnen Regionen

Stadt Trier In der Stadt Trier steigt die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Juli und im Vergleich zum Vorjahr. 3.372 Triererinnen und Trierer sind aktuell auf Jobsuche. Die Arbeitslosenquote beträgt 5,9 Prozent. Am stärksten betroffen vom kurzfristigen sommerlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit sind die jungen Erwachsenen bis 24 Jahre. Die Jugendarbeitslosigkeit in der Stadt Trier ist in den vergangenen vier Wochen von 4,9 auf 5,3 Prozent gestiegen. Blickt man jedoch auf den längerfristigen Trend, zeigt sich, dass insbesondere die in Trier lebende Ausländer vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen sind. Deren Arbeitslosenquote beträgt momentan 14,5 Prozent, im Vergleich zum Vormonat ist sie um 0,7 Prozentpunkte gestiegen, im Vergleich zum Vorjahr um 3,9 Prozentpunkte. Die Flüchtlingszuwanderung schlägt sich somit deutlich in der Arbeitslosenstatistik nieder. Landkreis Bernkastel-Wittlich Auch der Kreis Bernkastel-Wittlich spürt die leichte Sommerflaute auf dem Arbeitsmarkt. Mit 2.155 Menschen sind 142 Personen mehr arbeitslos als im Juli. Die Arbeitslosenquote klettert von 3,2 auf 3,5 Prozent. Erfreulich: Im Vergleich zum Vorjahr bleibt die Arbeitslosenquote auf einem stabil niedrigen Niveau. Unter den 1.163 arbeitslosen Männern und 992 arbeitslosen Frauen befinden sich 338 unter 25-Jährige, 745 über 50-Jährige und 370 Ausländer. Eifelkreis Bitburg-Prüm Im Eifelkreis Bitburg-Prüm steigt die Arbeitslosenquote über die 3-Prozent-Marke – von 2,9 Prozent im Juli auf 3,1 Prozent im August. Verantwortlich dafür sind vor allem die steigende Jugend- und Ausländerarbeitslosigkeit. Während Ersteres ein kurzfristiger saisonaler Effekt sein dürfte, schlagen bei der Ausländerarbeitslosigkeit nach und nach die hohen Flüchtlingszahlen seit 2015 zu Buche. 1.606 Bürger des Eifelkreises sind aktuell auf Jobsuche. 822 werden von der Agentur für Arbeit betreut, 784 vom Jobcenter. 508 Frauen und Männer mussten sich in den letzten Wochen arbeitslos melden, 429 konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden. Kreis Vulkaneifel Wie in der gesamten Region Trier steigen auch in der Vulkaneifel die Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Vormonat und Vorjahr leicht an. Mit 1.498 Arbeitslosen befinden sich 35 Menschen mehr auf Jobsuche als im Juli und 80 mehr als im August des vergangenen Jahres. Die Arbeitslosenquote steigt auf 4,5 Prozent. Unter den 772 arbeitslosen Männern und 726 arbeitslosen Frauen befinden sich 213 unter 25-Jährige, 542 über 50-Jährige sowie 230 Ausländer. Landkreis Trier-Saarburg Im Landkreis Trier-Saarburg ist saisonbedingt die Zahl arbeitsloser Menschen um 131 Personen auf 2.707 gestiegen. Die Arbeitslosenquote klettert um 0,2 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent. Unter den 1.495 arbeitslosen Männern und 1.212 arbeitslosen Frauen befinden sich 407 unter 25-Jährige und 899 über 50-Jährige sowie 514 Ausländer. Der längerfristige Trend liefert ein positives Bild. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte gesunken. Statistisch gesehen sind momentan weniger Männer, Frauen und ältere Menschen arbeitslos als vor einem Jahr. Wie in der gesamten Region ist jedoch vor allem die Ausländerarbeitslosigkeit gewachsen.


Meistgelesen