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Liebe Männer, geht zur Inspektion!

Trier. Die meisten Männer lieben ihr Auto mehr als ihre Gesundheit. Probleme am Vergaser erkennen sie auf Anhieb, doch wenn sie selbst mal etwas zwickt, ignorieren sie es, statt auf die Signale ihres Körpers zu hören. Männer halten eben nichts von Vorsorgeuntersuchungen. Dabei sind Männer öfter krank als Frauen und haben eine niedrigere Lebenserwartung.

Im Schnitt nehmen nur 16 Prozent der deutschen Männer kostenlose Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch. Männer sterben durch dieses Risikoverhalten durchschnittlich 6,5 Jahre früher als Frauen. Verhaltensforscher sehen darin ein Relikt aus der Jäger- und Sammlerzeit: Aufgrund ihrer biologischen und sozialen Anlagen halten sich Männer für ausdauernd und widerstandsfähig. Ein Modell, das vor Tausenden von Jahren durch spontane Stressbewältigung bei der Jagd bestens funktioniert hat.
Heute wird der Stress jedoch gespeichert und durch die Gefahren unserer modernen Zeit verstärkt, wodurch Vorsorgeuntersuchungen auch für Männer zur selbstverständlichen Pflicht werden. Schließlich geht es heute nicht nur um das kurzfristige Überleben auf der Jagd nach dem besten Stück Fleisch.
Knapp 40 Prozent der Frauen in Rheinland-Pfalz haben laut aktuellstem Gesundheitsreport der Barmer Krebsfrüherkennungsuntersuchungen wahrgenommen. Bei den Männern im Land waren es nur zehn Prozent.

Ab 35 Gesundheitscheck alle zwei Jahre


Jörg Kalkstein, Regionalgeschäftsführer der Barmer in Trier, sagt: »Manche Männer bringen ihr Auto offenbar öfter zur Untersuchung als ihren Körper. Je früher der Krebs erkannt wird, desto besser sind bei vielen Krebserkrankungen die Chancen auf Heilung.«   

Ab dem 35. Lebensjahr steht alle zwei Jahre ein Gesundheitscheck beim Hausarzt an. Er wird die Leistungsfähigkeit überprüfen und unter anderem einen Bluttest und eine Urinuntersuchung anordnen. Dies sind Vorsorgeuntersuchungen, die vor allem zur Früherkennung von Bluthochdruck, Schilddrüsendysfunktionen und Organleiden dienen. Die Geschlechtsorgane und die Haut werden ab 45 jährlich auf Krebserkrankungen untersucht. Ein Ultraschall zur Prostatakrebsvorsorge wird nur von den Krankenkassen übernommen, wenn zuvor ein  erhöhter Wert für das prostataspezifische Antigen (kurz: PSA) im Blut festgestellt wurde, der auf einen Tumor hindeuten kann.

Männer werden ab dem 45. Lebensjahr auch auf Darmerkrankungen getestet.

Zunächst beinhaltet die Darmkrebsvorsorge eine jährliche Abtastung des Enddarms. Mit 50 wird dann der Stuhl auf Blut untersucht und ab 55 sollte in bestimmten Abständen eine Darmspiegelung durchgeführt werden.

Vorsorge kann Leben retten


Prostatakrebs ist in Deutschland unter Männern die häufigste Krebserkrankung. Pro Jahr werden nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bundesweit etwa 63.400 Neuerkrankungen diagnostiziert. Vorsorgeuntersuchungen sind ein Zeichen von Verantwortungsbewusstsein und sollten auch von Männern sehr ernst genommen werden.  So bleiben ihnen dann auch ein paar Jährchen mehr an der Seite ihrer Mitfahrerin.  

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