Mehr Coronafälle: Grenze zu Luxemburg soll offen bleiben

Trier. Auch in der Region Trier schlägt sich der bundesweite Trend hinsichtlich wieder leicht steigender Infektionszahlen nieder. Für Ministerpräsidentin Malu Dreyer sei dies jedoch keine Rechtfertigung zur erneuten Schließung der deutsch-luxemburgischen Grenze. Unterdessen wird das ambulante Rehabilitationszentrum, in dem Ende der vergangenen Woche zunächst vier Infektionen mit dem Corona-Virus gemeldet worden waren, geschlossen werden.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer setzt sich mit Nachdruck dafür ein, erneute Schließungen von Grenzübergängen zu Luxemburg unter allen Umständen zu vermeiden. „Die aufgrund der Corona-Pandemie zeitweiligen Schließungen vieler Grenzübergänge zu unseren Nachbarn haben herbe Einschnitte für die Menschen in Rheinland-Pfalz bedeutet. Die Landesregierung war deshalb sehr erleichtert, dass die Bundesregierung die Reisebeschränkungen zum 15. Juni wieder aufgehoben hat. Aus meiner Sicht ist es enorm wichtig, dass wir aus diesen Erfahrungen der vergangenen Wochen und Monate lernen“, so die Ministerpräsidentin. Die Landesregierung stehe deshalb im Kontakt zur Bundesregierung um deutlich zu machen, dass erhöhte Infektionszahlen keinesfalls eine erneute Grenzschließung rechtfertigen.

Der europäische Gedanke sei in Rheinland-Pfalz insbesondere in den Grenzregionen fest verwurzelt und gelebter Alltag. Es gebe viele Pendlerinnen und Pendler, die Tag für Tag nach Luxemburg zur Arbeit fahren, aber auch Touristinnen und Touristen sowie Menschen, die ihre Verwandten auf der anderen Seite der Grenze besuchen. „Infolgedessen ist es für die Menschen in der Grenzregion sehr wichtig, dass die Grenzen zwischen Rheinland-Pfalz und Luxemburg frei passiert werden können“, betonte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Sie zeigte sich fest davon überzeugt, dass in enger Abstimmung zwischen allen Beteiligten geeignete Maßnahmen zur Eindämmung des Virus gefunden werden können, ohne die Reisefreiheit zwischen beiden Ländern erneut zu beschränken.  

Reha-Zentrum wird geschlossen

 

Das ambulante Rehabilitations-Zentrum in Trier, in dem Ende der vergangenen Woche zunächst vier Infektionen mit dem Corona-Virus gemeldet worden waren, muss bis einschließlich 24. Juli schließen. Das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung, das für den Landkreis und die Stadt Trier zuständig ist, hat die Schließung angeordnet, weil weitere Infektionen mit dem Corona-Virus nachgewiesen worden sind. Mit der Maßnahme sollen Infektionsketten durchbrochen werden.

Nach dem Auftreten der ersten Infektionen in der vergangenen Woche hat das Gesundheitsamt den Mitarbeitern und Patienten des Reha-Zentrums einen Test auf eine Infektion mit dem Virus angeboten. Insgesamt wurden 420 Tests durchgeführt. Davon lagen bis heute Mittag 340 Ergebnisse vor. Danach haben sich 16 Personen mit dem Corona-Virus infiziert – darunter fünf Mitarbeiter und elf Patienten. In der Gesamtzahl sind die vier Testergebnisse aus der vergangenen Woche bereits enthalten. Von den positiv getesteten Personen wohnen jeweils vier in der Stadt Trier und im Landkreis Trier-Saarburg, drei im Eifelkreis Bitburg-Prüm und drei in Luxemburg. Zwei kommen nicht aus der Region. Die jeweils zuständigen Gesundheitsämter stehen in Kontakt mit den Erkrankten, die sich nun in häuslicher Quarantäne befinden.

Das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung Trier-Saarburg tauscht sich außerdem mit dem betroffenen Reha-Zentrum aus. Die noch fehlenden 80 Testergebnisse werden voraussichtlich im Laufe des morgigen Tages eingehen.

 

RED

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