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Mehr Unfälle, weniger Verletzte: Polizei zieht Bilanz

Die Zahl der Unfälle ist im Jahr 2019 im Bereich des Polizeipräsidiums Trier leicht angestiegen, es gab allerdings auch weniger Verletzte. Hauptgrund für Unfälle ist nach wie vor mangelnder Sicherheitsabstand - das ergibt sich aus der Verkehrsunfallbilanz, die vor kurzem vorgestellt wurde.
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Foto: Symbolbild/Fotolia/Körber

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Bei Verkehrsunfällen unter Drogeneinfluss ist ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Ebenso bei Verkehrsunfällen, an denen Kinder und Senioren beteiligt sind. Insbesondere bei den Verkehrsunfällen unter Beteiligung junger Fahrer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren, bei den Verkehrsunfällen unter Alkoholeinfluss und bei Motorradunfällen mit Personenschaden vermeldet das Polizeipräsidium einen Rückgang. Es hat auch weniger Unfälle mit Verletzten gegeben.

Mehr Unfälle als 2018

Im Bereich des Polizeipräsidiums Trier wurden im Jahr 2019 insgesamt 24.159 Verkehrsunfälle (VU) polizeilich registriert. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen leichten Anstieg um 70 VU (0,3 Prozent). Von diesen ereigneten sich 12.491 innerhalb geschlossener Ortschaften. Von den insgesamt 4.022 registrierten Verkehrsunfallfluchten klärten die Ermittler 1.766 auf. Dies entspricht einer Aufklärungsquote von 43,91 Prozent.

Weniger Verletzte

Die Zahl der VU mit verletzten Personen sank im Vergleich zum Vorjahr um 101 VU auf 2.227 oder 4,34 Prozent. Hierunter waren 191 VU mit Fußgängern, 329 mit Radfahrern, 422 mit Krafträdern und 185 mit LKW-Beteiligung. Insgesamt verunglückten dabei 2.986 Menschen. 753 Menschen (plus 10,6 %) erlitten dabei schwere und 2.201 Verkehrsteilnehmer (minus 8,6 Prozent) leichte Verletzungen. 32 Menschen verloren ihr Leben.

Sicherheitsabstand ist Hauptgrund für Unfälle

Hauptunfallursache - nach Wildunfällen - ist nach wie vor ungenügender Sicherheitsabstand. Hierdurch ereigneten sich 5.130 Verkehrsunfälle. Es folgen Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren sowie beim Ein- oder Ausfahren in/aus dem fließenden Verkehr mit 4.599 VU. An dritter Stelle liegt mit 1.782 Fällen die Unfallursache Geschwindigkeit. Bei 19 der insgesamt 32 Unfälle mit Verkehrstoten war überhöhte bzw. nicht angepasste Geschwindigkeit mit unfallursächlich. Bei 23,8 Prozent aller Verkehrsunfälle mit Verletzten war das ebenfalls die Hauptunfallursache. Es folgen 995 Vorfahrts- und Vorrangunfällen sowie 935 VU, bei denen fehlerhafte Straßenbenutzung, wie beispielsweise Verstöße gegen das Rechtsfahrgebot, unfallursächlich waren. Insgesamt registrierten die Dienststellen des Polizeipräsidiums Trier 7.371 Wildunfälle.

18-bis 24-Jährige häufig an Unfällen beteiligt

Junge Fahrer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren waren an 5.112 Unfällen beteiligt. Das sind 21,2 Prozent aller VU. Im Vorjahr waren es noch 5.189 VU. Bei VU mit Personenschäden liegt der Anteil bei 29,14 Prozent. Bei einem Bevölkerungsanteil der 18- bis 24-Jährigen von etwa 8 Prozent ist diese Gruppe nach wie vor überproportional hoch an Verkehrsunfällen beteiligt. Drei junge Fahrer verloren auf den Straßen der Region Trier ihr Leben, einer mehr als 2018. Weitere 578 junge Erwachsene der Altersklasse der 18-24-Jährigen wurden verletzt, davon 133 schwer und 445 leicht.

Weniger Alkohlunfälle

Mit 355 so genannten Alkoholunfällen wurden 38 dieser VU weniger registriert als im Vorjahr, was einem Rückgang um 9,67 Prozent entspricht. Gemessen am Gesamtunfallgeschehen machen Alkoholunfälle etwa 1,47 Prozent aus. Bei VU mit Personenschaden liegt der Anteil der Unfälle unter Einwirkung von Alkohol allerdings mit 15,9 Prozent gut zehnmal höher. Bei 127 Alkoholunfällen kamen insgesamt 164 Menschen zu Schaden. Vier Menschen verloren ihr Leben, 51 wurden schwer und 109 leicht verletzt. Junge Fahrer als Pkw-Fahrer verursachten als Hauptverursacher 50 der 355 registrierten Alkoholunfälle. Das entspricht 14,08 Prozent.

Mehr Unfälle unter Drogeneinfluss

Die Zahl der polizeilich registrierten Verkehrsunfälle unter Drogeneinfluss stieg von um sechs Fälle auf 61 VU. In 43 Fällen war Hauptverursacher ein Pkw-Fahrer, in 15 von diesen aus der Altersklasse 2 der 18–24-Jährigen. Insgesamt verunglückten 12 Personen schwer und 17 leicht. Tote waren nicht zu beklagen.

Mehr Unfälle an denen Kinder beteiligt waren

In 2019 wurden 206 VU mit Kinderbeteiligung registriert (in der Verkehrsunfallstatistik zählen auch Jugendliche bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres zu dieser Gruppe). Das sind 31 VU mehr als im Vorjahr. Dabei erlitten 43 Kinder schwere Verletzungen, 139 Kinder wurden leicht verletzt. Erfreulicherweise verlor 2019 kein Kind auf den Straßen der Region sein Leben. 51 Kinder waren mit dem Fahrrad unterwegs und 35 Kinder kamen als Fußgänger zu Schaden. Erfreulich ist der Rückgang der verletzten Kinder als Mitfahrende in Kraftfahrzeugen. Während es in 2018 noch 106 Kinder waren, registrierte die Polizei im vergangenen Jahr 89 verletzte Kinder. Während im vergangen Jahr 51 Kinder als Radfahrende und 35 als zu Fuß Gehende zu Schaden kamen (2018: 41 bzw. 30), ist bei Kindern, die als Mitfahrende in Kraftfahrzeugen verletzt wurden, ein deutlicher Rückgang um 17 von 106 in 2018 auf 89 in 2019 (minus 16,4 Prozent) zu verzeichnen.

Senioren häufiger an Unfällen beteiligt

Ereigneten sich 2018 präsidialweit 4.193 sogenannte Seniorenunfälle (VU unter Beteiligung von Personen ab 65 Jahre), so waren es 2019 bereits 4.263 VU. An 1.969 dieser Unfälle waren Personen, die 75 Jahre und älter waren, beteiligt. Von den Seniorenunfällen in 2019 waren 479 mit Personenschaden. Hierbei verunglückten neun Menschen tödlich, 179 wurden schwer und 466 leicht verletzt. Bei 2.992 VU waren Senioren auch Hauptunfallverursacher. Die Zahl der verunglückten Senioren sank um sechs auf 374 Menschen. In 61,5 Prozent der VU waren die verunglückten Senioren als Autofahrer unterwegs. Der Anteil der zu Fuß Gehenden betrug 11,8 Prozent, mit dem Fahrrad fuhren 15,5 Prozent. Insgesamt zeigt die Langzeitbetrachtung bei steigendem Bevölkerungsanteil der Senioren nunmehr auch einen Anstieg der Seniorenunfälle. Im Bereich des PP Trier liegt der Anteil der Senioren (65 und älter) an der Gesamtbevölkerung bei etwa 23 Prozent, der Anteil der Senioren ab 75 Jahren mittlerweile über 10 Prozent.

37 Fahrradunfälle mehr als im Vorjahr

In 2019 haben die Beamten des Polizeipräsidiums Trier 425 VU mit Beteiligung von Fahrradfahrern aufgenommen. Das sind 37 VU mehr als im Vorjahr. 60 dieser VU ereigneten sich mit einem Pedelec. Bei 329 VU mit Personenschaden verunglückten insgesamt 356 Personen, davon 4 Radfahrende tödlich, 101 (davon 95 Radfahrende) erlitten schwere und 251 Personen (davon 233 Radfahrende) leichte Verletzungen. 123 der Fahrrad-VU mit Personenschaden ereigneten sich als Allein-VU, davon 34 mit Pedelec. 66 VU mit Radfahrenden ereigneten sich auf Radwegen und 37 auf Gehwegen. Unfälle mit Beteiligung von Elektrokleinstfahrzeugen (E-Scooter und andere) werden erst ab 2020 gesondert statistisch erfasst. Für 2019 ist lediglich ein VU dieser Art erfasst.

Zahl der Motorradunfälle leicht angestiegen

Die Zahl der Unfälle mit Motorrädern mit amtlichem Kennzeichen ist um einen VU auf 490 leicht angestiegen. In 144 Fällen handelte es sich um sog. Alleinunfälle. Ein merklicher Rückgang ist bei den Motorradunfällen mit Personenschaden zu verzeichnen. 337 mal kamen Personen bei Motorradunfällen zu Schaden. Das sind 20 VU weniger als im Vorjahr. Die Zahl der verunglückten Motorradfahrenden sank um 30 auf 352 Menschen. 11 Motorradfahrende verloren ihr Leben, 159 wurden schwer und 182 leicht verletzt. Bei 318 Motorrad-VU waren Motorradfahrende Hauptverursacher mit den hierbei hauptsächlich festgestellten Unfallursachen Geschwindigkeit (140 VU), Überholen (17 VU), Vorfahrt (7 VU) und Alkohol/Drogen (7 VU). Das Polizeipräsidium Trier reagiert im Hinblick auf die insgesamt schwierige Unfalllage "Motorradunfälle" und setzt die 2012 begonnene internationale Unfallbekämpfungskonzeption "Motorradfahren in der Eifel – aber sicher!" fort. Hierbei erfolgen in enger Abstimmung mit den benachbarten Polizeibehörden aus Luxemburg, Belgien und dem Saarland sowie in der EuRegio mit Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden länderübergreifend koordinierte Präventionsmaßnahmen und Motorradkontrollen. Darüber hinaus findet am 4. April das Motorradsymposium in Wiesbaum und am 24. Mai der Motorradsicherheitstag in Trier statt.

Leichter Anstieg bei Wildunfällen

2019 ereigneten sich auf den Straßen der Region 7.371 Wildunfälle, was einen leichten Anstieg um 2,67 Prozent gegenüber dem Vorjahr darstellt. Gemessen am Gesamtunfallgeschehen im Bereich des PP Trier waren 30,5 Prozent aller polizeilich aufgenommenen Verkehrsunfälle Zusammenstöße mit bzw. Ausweichen vor Wildschweinen, Rehen oder anderem Wild. Dabei ist der Anteil der Wildunfälle am Gesamtunfallaufkommen der einzelnen Polizeidienststellen im Bereich des PP Trier sehr unterschiedlich verteilt und reicht von 4,44 Prozent bei der Polizeiinspektion Trier bis zu 54,09 Prozent bei der Polizeiinspektion Baumholder.

Über 3.000 Strafanzeigen im Präsidialbereich

Im Präsidialbereich Trier wurden insgesamt 3.006 Strafanzeigen und 37.902 Ordnungswidrigkeitsanzeigen erstattet sowie 102.524 Verwarnungen ausgesprochen. Die semi-mobilen Geschwindigkeitsmessanlagen (Trailer) stellten 310.898 Geschwindigkeitsverstöße fest. Zur Feststellung der Fahrtüchtigkeit wurden insgesamt 1.739 Blutproben angeordnet bzw. Atemalkoholtests durchgeführt. In 552 Fällen konnten bevorstehende Trunkenheitsfahrten noch vor Fahrtbeginn verhindert werden. Die Beamtinnen und Beamten stellten darüber hinaus 7.811 Mängelberichte aus.

Kontrollen im Rahmen des "Trier-Tages"

Seit April 2008 führt die Polizeiinspektion Trier, unterstützt von der Bereitschaftspolizei Verkehrsüberwachungen im Stadtgebiet von Trier durch. An dem so genannten "Trier-Tag" werden zu verschiedenen Zeiten an unterschiedlichen Orten zusätzliche Verkehrskontrollen, teilweise durch Bürgereingaben initiiert, vorgenommen. In 2019 fanden 13 Kontrollen statt. Häufigster Verstoß war mit 95 Fällen das Nichtanlegen des Sicherheitsgurtes, gefolgt von 51 Fällen der verbotswidrigen Benutzung eines Mobiltelefons während des Führens von Fahrzeugen, 38 Fällen der Nichtbeachtung von Vorfahrt/Vorrang, 25 Fällen von Radfahren in der Fußgängerzone während der nicht freigegebenen Zeiten oder in nicht dafür freigegebenen Zonen und 19 Fällen der verbotswidrigen Durchfahrt von Straßen.

Kontrolle des Güter- und Personenverkehrs im Fokus

Die Kontrollen des gewerblichen Güter- und Personenverkehr in der Region Trier standen auch im Jahr 2019 im Fokus spezieller polizeilicher Überwachungsmaßnahmen. Im Rahmen der Kontrollen, teilweise in länderübergreifender und grenzüberschreitender Kooperation mit den benachbarten Fachdienststellen, wurden insgesamt 5.694 Fahrzeuge des gewerblichen Güter- und Personenverkehrs kontrolliert. Dabei wurden 1.559 Fahrzeuge beanstandet. Hierbei wurden 48 Strafanzeigen und 1.299 Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen erstattet, sowie 653 Verwarnungen ausgesprochen. 152 Sicherheitsleistungen wurden bei ausländischen Fahrern einbehalten, 219 Fahrern wurde die Weiterfahrt untersagt.

Zahl der Unfälle sollen reduziert werden

Ziel der Verkehrssicherheitsarbeit ist es, die Anzahl der Unfälle zu reduzieren und die Unfallfolgen zu minimieren. Im Bereich des Polizeipräsidiums Trier betreuten 2019 die Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektionen 14 Jugendverkehrsschulen. Im Rahmen ihrer Tätigkeit schlossen 4.951 Schulkinder erfolgreich ihre Radfahrausbildung ab. Das pädagogisch ausgebildete Team der Polizeipuppenbühne bietet Kindern und Eltern damit ein hoch professionelles Präventionsangebot. In diesem Jahr konnten 3.225 Kinder, Jugendliche und Erwachsene erreicht werden. Die Moderatoren Drogenprävention besuchten in 156 Schulklassen fast 3.500 junge Menschen, um besonders Fahranfängern die Folgen des Fahrens unter Alkohol- und Drogeneinfluss zu verdeutlichen. Bei zehn speziellen Elternabenden konnten die Moderatoren den Erziehungsberechtigten dieses Thema näherbringen. Bei weiteren 45 Veranstaltungen zu dieser Thematik konnten rund 2.900 weitere interessierte Bürger erreicht werden.  Im Rahmen der Aktion „Gelbe Karte" wurden durch die Polizeidienststellen des PP Trier 349 Mitteilungen wegen Verkehrsdelikten, Drogendelikten und aggressivem Verhalten von Bürgern an die jeweils zuständigen Fahrerlaubnisbehörden versandt. Im Bereich des PP Trier beteiligen sich alle Fahrerlaubnisbehörden an dieser Konzeption.

Radfahrer, Kinder, junge Fahrer und Senioren im Fokus

Die Verkehrsunfallprävention des Polizeipräsidiums Trier wird sich im Jahr 2020 weiterhin auf die Zielgruppen "Radfahrende", "Kinder", "Junge Fahrer" und "Senioren" konzentrieren, da sich diese in der aktuellen Verkehrsunfallstatistik mit anhaltend hohen Zahlen präsentieren. Damit einhergehend wird im Rahmen der Verbundstrategie die Vernetzung mit Kooperationspartnern sowie die Durchführung wirkungsvoller Präventionskonzepte weiter intensiviert. Dazu gehören die Präventionskampagne "Begleitetes Fahren mit 17" für die Zielgruppe der "Jungen Fahrer" und die Fortführung und Intensivierung von "BOB Trier".

Angebote für verschiedene Zielgruppen

"Obwohl die Anzahl der Verkehrsunfälle im vergangenen Jahr leicht angestiegen ist, verzeichnen wir weniger Unfälle mit Verletzten, weniger Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss und weniger Unfälle unter Beteiligung junger Fahrer", sagt Polizeivizepräsident Franz-Dieter Ankner, "leider ist die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Kindern und Senioren angestiegen. Wir werden auch weiterhin unsere repressiven Maßnahmen zielgerichtet durchführen. Im Bereich der Prävention intensivieren wir unsere Konzepte in Zusammenarbeit mit zahlreichen Kooperationspartnern. Beispielhaft nenne ich die Polizeipuppenbühne, die mit ihrem pädagogisch ausgebildeten Personal Kindern und Eltern ein hoch professionelles Präventionsangebot bietet. Für Motorradfahrer bieten wir mit dem Motorradsymposium in der Eifel und dem Motorradsicherheitstag in Trier zielgerichtete Tipps und praktische Übungen. Und zum Thema 'E-Scooter' werden unsere Spezialisten der Zentralen Prävention gemeinsam mit der City Initiative in der Trierer Innenstadt am 29. März die Besucher des Ostermarktes mit attraktiven Angeboten informieren."

Info und Motorradsicherheitstag

Die Polizeidirektion Trier veranstaltet in Kooperation mit der Verkehrswacht Stadt Trier und der Kreisverkehrswacht am 24. Mai im Messepark in Trier den diesjährigen Motorradsicherheitstag. Weitere Informationen, Details und Schaubilder zur Verkehrsunfallstatistik gibt es hier. RED