Miezen gastieren beim starken Aufsteiger TSV Nord Harrislee

Trier. Weiter, immer weiter. Was sich nach Anfeuerung eines Sportlers oder einer Mannschaft anhört, ist nur die Beschreibung des Ist-Zustands beim Frauenhandball-Zweitligisten DJK/MJC Trier was die Auswärtsfahrten angeht. Im 10. Auswärtsspiel der Saison treten die Miezen am Samstag (19. Januar, 17 Uhr, Holmberghalle) beim Aufsteiger TSV Nord Harrislee an. Zuvor ist eine Strecke von 740 Kilometern zu bewältigen – Harrislee liegt an der dänischen Grenze bei Flensburg.

Am Freitag um 14.30 Uhr geht die Reise los. "Wir wären gerne früher abgefahren", sagt Miezen-Coach Elena Vereschako, "aber nicht alle Spielerinnen konnten rechtzeitig von ihrer Arbeitsstelle weg." Ein bisschen ähnelt die Anreise der Miezen einer Sternfahrt. In Hamburg stößt Torfrau Melanie Eckelt  von Australien kommend zum Team. Aus Luxemburg kommt Lindsey Houben ebenfalls per Flugzeug nach. Sicherheitshalber macht Nachwuchs-Torfrau Manou Huijben die Reise in den hohen Norden mit, falls Melanie Eckelt, aus welchen Gründen auch immer, nicht voll einsatzfähig sein sollte. Zumindest wird "Melli" unter einem Jetlag leiden, denn der Zeitunterschied zwischen Australien und Deutschland beträgt zehn Stunden. 

Negative Faktoren in der Vorbereitung

Diese Begleitumstände sollen aber die einzigen negativen Faktoren in der Vorbereitung bleiben. Das unbefriedigende 25:25-Remis haben die Miezen in einer 90-minütigen Sondereinheit aufgearbeitet. "Wir haben uns besonders viel Zeit genommen", sagt Vereschako, die für die Analyse eigentlich nur eine Stunde veranschlagt hatte, "schließlich sollen sich die Fehler, die wir sowohl als Team als auch individuell gemacht haben, nicht wiederholen.

Nach der Selbstkritik begann die Vorbereitung auf das kommende Spiel. Harrislee lieg als Aufsteiger mit 12:16 Punkten vier Punkte vor den Miezen und damit voll im Soll. Und das Glück der Tüchtigen haben die Schützlinge von Trainer Herluf Linde auch. Das letzte Spiel bei der SG H2Ku Herrenberg wurde mit 17:25 verloren, die Punkte gab es für Harrislee dennoch, da die Gastgeberinnen eine Nachwuchsspielerin ohne gültige Spielerlaubnis eingesetzt hatten.

Ausgeglichener Kader

Der Kader der Gastgeberinnen ist ausgeglichen und im Feld durchgängig mit sehr schnellen Spielerinnen besetzt, die jede Gelegenheit zum Tempogegenstoß nutzen. Die bewegliche 6:0-Abwehrformation hat in der nur 1.70 Meter großen Torhüterin Nane Sibbersen einen guten Rückhalt. Die herausragenden Feldspielerinnen sind Toptorjägerin Merle Carstensen, die bereits 81 Treffer erzielt hat und dabei nicht nur mit Distanzwürfen aus dem Rückraum sondern auch nach Eins-gegen-Eins-Aktionen erfolgreich ist. Wirkungsvoll unterstützt wird sie von Janne-Lotta Woch (58 Tore), mit 1.82 Metern auch die körperlich stärkste Akteurin beim TSV.

"Wir müssen ganz anders auftreten, als gegen Lintfort", fordert Vereschako, "nach Möglichkeit wenige schnelle Angriffe zulassen und bei dem geduldigen Positionsspiel von Harrislee nie die Konzentration oder gar die Nerven verlieren." Bis dahin heißt die Parole erst einmal: "Gute Reise."Kader)

Miezen-Kader

Melanie Eckelt, Aleksandra Baranowska, Manou Huijben – Angela Petrovska, Hannah Sattler, Linsey Houben, Andrea Czanik, Vesna Tolic, Dovile Ilciukaite, Gabriella Szabo, Maja Zrnec, Dora Simon-Varga.

RED

 

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