Miezen gewinnen gegen Rödertal und geben die Rote Laterne ab

Trier. Nach zehn vergeblichen Anläufen ist der DJK/MJC Trier endlich wieder ein Sieg in der 2. Frauenhandball-Bundesliga gelungen. Der 28:27 (13:9)-Erfolg vor 220 Zuschauern gegen den Bundesliga-Absteiger aus Sachsen war – obwohl hauchdünn – hoch verdient.

Denn es war ein Start-Ziel-Sieg – nur einmal, beim Stand von 27:27, 1:35 Minuten vor Schluss, gerieten die Schützlinge von Trainerin Elena Vereschako richtig ins Wanken, die Angst vor dem Sieg griff um sich. Die Befreiung gelang Dovile Ilciukaite, die die beiden letzten Treffer erzielte und damit den lang ersehnten Sieg perfekt machte.

Offensiv und defensiv Akzente gesetzt

Die Miezen begannen konzentriert und setzten gleich nicht nur offensiv sondern auch defensiv Akzente. Linsey Houben der ihre Verletzung (Platzwunde an der Augenbraue) nicht anzumerken war, setzte die ersten Treffer und gab der Abwehr Stabilität. Anders als so viele Male zuvor, musste sie aber nicht als Alleinunterhalterin agieren sondern fand schnell wirkungsvolle Unterstützung durch Hannah Sattler, Dovile Ilciukaite und Maja Zrnec. Vom schnellen 4:1 (5.) setzte sich die MJC auf 7:5 (11.) und dann nach einer 3:0-Serie auf 10:5 (20.) ab. In der Folge hielten die Miezen den teilweise sehr ruppig agierenden Gegner auf Distanz und gingen mit 13:10 in die Halbzeit.

Nach dem Seitenwechsel aus dem Tritt geraten

Nach dem Seitenwechsel geriet das Schlusslicht kurz aus dem Tritt. Weil Rödertal in der Deckung auf 5:1, teilweise sogar auf 4:2 umstellte. Das irritierte Houben und Co. kurzzeitig, entpuppte sich in der Folge aber als Bumerang für das Team aus Sachsen und ihren Trainer Frank Muehlner. Zwar gelang Houben offensiv nur noch wenig, dafür klafften im Rödertaler Abwehrverbund aber Lücken, die die schnellen Zrnec, Ilciukaite und Sattler ein ums andere Mal nutzten, um zu erfolgreichen Abschlüssen zu kommen.

Rote Laterne abgegeben, Klassenerhalt aber fraglich

Dieser Umstand und die gute Angriffsleistung ersten Halbzeit hatten auch zur Folge, dass Vesna Tolic nur bei einem Siebenmeter zum Einsatz kam, ihr Team aber sehr emotional von der Bank unterstützte. Nach ihrem 26:24 und auch vier Minuten vor Schluss führten die Miezen mit zwei Toren. Dann begann doch noch das Zittern. In Unterzahl verkürzte Rödertal, glich sogar aus - dann das 28:27 durch Ilciukaite. Die letzten Sekunden überstand das bisherige Schlusslicht dann unbeschadet. Danach tanzten die Frauen und jubelten so euphorisch, als hätten sie den Klassenerhalt geschafft. So weit ist es aber noch nicht. Immerhin gab Trier die Rote Laterne an Gedern/Nidda ab. Bis zum Saisonende stehen noch fünf Spiele auf dem Programm. "Und da ist noch alles drin", sagt Vereschako, die erleichtert war, "dass sich die Mannschaft endlich mal für ihren Einsatz und Willen belohnt hat."

Das nächste Heimspiel bestreiten die Miezen am kommenden Samstag (13. April, 18 Uhr) in der Arena Trier gegen die SG 09 Kirchhof.

Statistik

  • DJK/MJC Trier (Kader): Melanie Eckelt, Aleksandra Baranowska (bei einem Siebenmeter)  –  Hannah Sattler (4), Dovile Ilciukaite (5), Linsey Houben (6/1), Andrea Czanik (3), Vesna Tolic (1/1), Gabriella Szabo (4), Maja Zrnec (5), Dora Simon-Varga
  • Beste Werferin bei Rödertal war Jessica Jander (7/3). Im Tor des Bundesliga-Absteigers stand Ex-Mieze Yuko Minami, die aber nur fünf erfolgreiche Paraden zeigte und damit ihrem Gegenüber Melanie Eckelt (11 Paraden) deutlich unterlegen war.
  • Schiedsrichter: Andreas Briese/Kim von der Beeck
  • Zuschauer: 220

RED

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