Miezen verspielen auch gegen Waiblingen eine klare Führung

Trier. Déjà-Vu für die Trierer Miezen und ihren Anhang. Am Samstag unterlag die DJK/MJC Trier vor 260 Zuschauern in der 2. Frauenhandball-Bundesliga gegen den VfL Waiblingen mit 22:25 (10:8) und verspielte dabei wieder einmal innerhalb weniger Minuten eine klare Führung. Bis zur 45. Minute dominierten die Gastgeberinnen die Partie, lagen teilweise mit vier Treffern vorn und standen doch am Ende mit leeren Händen da.

"Wir haben wieder einmal schmerzhaft erfahren müssen, dass ein Spiel nicht 45 sondern 60 Minuten dauert", bilanzierte Trainerin Elena Vereschako. Den Grund für den zehnminütigen Blackout, der aus einer 13:9-Führung einen 15:19-Rückstand werden ließ, konnte sie unmittelbar nach Spielende nicht nennen. Lediglich, warum die Talfahrt nach dem 16:17 noch nicht zu Ende war. "Der Ausfall von Linsey Houben hat uns sehr geschadet." Die Holländerin, die in diesem Spiel vor allem in der Defensive geglänzt hatte, kassierte in der 48. Minute die dritte Zeitstrafe – im Handball gleichbedeutend mit der Roten Karte. Vor allem in der Mitte fehlte jetzt der ruhende Pol in der Abwehr. Eine Schwäche, die die Tiger Girls vor allem durch Toptorjägerin Lea Gruber, die bis dahin wirkungslos geblieben war, weidlich ausnutzten. Nach 52 Minuten stand es 16:19.

Miezen finden schnell ihren Rhythmus

Dieser Spielstand schien in der 36. Minute (13:9) noch unvorstellbar. Trotz eines Fehlstarts mit zwei vergebenen Siebenmetern fanden die Miezen gegen die enttäuschenden Gäste schnell ihren Rhythmus, gingen über 4:4 (9.) nach einem Empty-Goal-Treffer von Torfrau Melanie Eckelt, die in der ersten Halbzeit neun Paraden zeigte, mit 6:4 in Führung. Vier Minuten vor der Pause stand es 10:7, bis zur Pause versäumte es die MJC, den Vorsprung weiter auszubauen.

Ballverluste und Fehlpässe

Doch der Start in den zweiten Abschnitt sorgte für noch mehr Optimismus. Geführt von der bärenstarken Dora Simon-Varga gelang das 13:9. Auch in der 44. Minute (15:12) sah es noch gut aus. Es folgten 1:7 Tore. In dieser Phase reihte sich ein Fehler der Miezen an den anderen – Ballverluste, Fehlpässe und -würfe, die jeweils zu erfolgreichen Tempogegenstößen genutzt wurden. Beim Stand von 16:19 traf Maja Zrnec nach einem Schnellangriff nur die Latte, prompt fiel das 16:20, die Entscheidung. Es spricht für die Miezen, dass sie weiter kämpften. Neben den Ergänzungen Hannah Braun, Nele Greinert und Katrin Irsch waren das auch die auf der Kippe stehenden Maja Zrnec und Vesna Tolic, die erst nach Fürsprache des gesamten Kaders im Aufgebot geblieben waren.

Kämpferisch alles gegeben

Am Ende gab es freundlichen Beifall des Publikums für das Miezen-Ensemble, das kämpferisch alles gegeben hatte, aber Mitte der zweiten Halbzeit von den eigenen Nerven im Stich gelassen wurde. "Wir haben die Spielkontrolle erst erlangt, als wir endlich das Tempo erhöht haben", kommentierte Gästetrainer Nicolaj Andersson. Das war in der Tat neben dem anfälligen Nervenkostüm der Miezen der zweite Grund für das Endresultat.

Das nächste Meisterschaftsspiel bestreiten die Miezen am kommenden Samstag (9. März, 19.30 Uhr, Klaus-Dieter-Fischer-Halle) beim SV Werder Bremen.

Statistik

  • Beste Werferin der Gäste bei denen fünf Spielerinnen zwischen drei und fünf Treffern erzielten, war Sinah Hagen (5 Tore).#
  • DJK/MJC Trier (Kader): Melanie Eckelt (1), Aleksandra Baranowska  – Nele Greinert, Angela Petrovska, Hannah Sattler, Hannah Braun (1), Dovile Ilciukaite (3), Katrin Irsch (1), Linsey Houben (2), Andrea Czanik, Vesna Tolic (1), Gabriella Szabo (4), Maja Zrnec (1), Dora Simon-Varga (8)Schiedsrichter: Frederic Linker, Sascha Schmidt
  • Zuschauer: 260

RED

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.