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Mischa Martini: "Mir wird’s nicht langweilig"

Ein toter Mönch, ein Rachefeldzug und brisante Dokumente: Das sind die Zutaten von "Sacre Mosel", dem neusten Werk von Mischa Martini. Der Krimiautor heißt im wahren Leben eigentlich Michael Weyand und ist zeitgleich auch Verleger. Der WochenSpiegel hat mit dem 59-Jährigen über sein Doppelleben gesprochen und warum ein Goldschatz den Beginn seiner Karriere markiert.
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Berufsmäßig geschrieben hat Michael Weyand eigentlich einen Großteil seines Lebens. Lange Zeit arbeitete er als Journalist – davon fünf Jahre sogar für den WochenSpiegel. Vor ungefähr 30 Jahren machte er sich selbstständig und gründete seinen eigenen Verlag. Publiziert werden vorwiegend kulturhistorische Bücher aus der Moselregion und lokale Belletristik. Sein Alter Ego Mischa Martini trat allerdings erst Ende der 90er in Erscheinung. Auslöser war ein Goldschatz, der 1993 in einem Trierer Krankenhaus gefunden wurde. "Darüber wurde wenig bis gar nichts berichtet, weil das zuständige Museum Angst vor Grabräubern hatte", erinnert sich Weyand zurück. "Ich habe dann angefangen zu recherchieren." 1999 erschien unter dem Titel "Akte Mosel" sein erster Krimi. In diesem mischen sich Fiktion und Wirklichkeit über den Trierer Goldschatz. "Laie, der ich war, dachte ich damals, dass es das Einfachste von der Welt ist, einen Krimi zu schreiben", erzählt Weyand lachend. Schnell wurde er eines Besseren belehrt. "Es ist nicht einfach. Die Logik spielt eine große Rolle."

Job ist Hobby

"Sacre Mosel" ist mittlerweile der mittlerweile 14. Krimi von Michael Weyand alias Mischa Martini. Das Pseudonym hat er sich bewusst ausgesucht. "Weyand ist der hauptberufliche Verleger, Martini ist der Schriftsteller", erklärt er. Beides lässt sich gut miteinander vereinbaren. "Mir wird’s nicht langweilig. Mein Job ist ein Stückweit auch mein Hobby. Beides geht ineinander über", sagt Weyand. "Schreiben ist für mich ein Ventil, um etwas zu kommunizieren und Dinge loszuwerden, die einen beschäftigen." Lachend erzählt er, dass er am Anfang seiner Autorenkarriere den Bösewichten gerne die Namen von unliebsamen Lehrern aus seiner eigenen Schulzeit gab.

Region inspiriert ihn

Inspirieren lässt sich der 59-Jährige, der mit seiner Familie in der Nähe von Trier lebt, von Geschehnissen aus der Region. "Die Ideen entwickeln sich beim Schreiben", sagt er. Wichtig ist dem gebürtigen Trierer dabei, dass seine Bücher authentisch sind. "Recherche ist wichtig für mich. Ich mag es nicht, etwas Falsches zu schreiben", erklärt er. Genauso wichtig ist es Weyand, nicht mit zu viel Detailwissen in die Langeweile abzudriften. Seine Krimis sieht er ein Stück weit auch als Hommage an seine Mutterstadt. Trier ist in all seinen Büchern der Mittelpunkt – auch wenn die Handlung teilweise in der Region spielt.

Fortsetzung nicht ausgeschlossen

Einen 15. Krimi rund um Kommissar "Walde" und seine Ermittlergruppe schließt Weyand nicht aus. Derzeit arbeitet er aber erst mal an anderen Projekten. So soll im November ein Comic zur Nero-Ausstellung herauskommen. "Die Motivation für einen weiteren Krimi ist aber da…", sagt er.

Infos und Gewinnspiel

Der Krimi "Sacre Mosel" ist im Verlag Michael Weyand erschienen (ISBN 978-3-942 429-12-2). Der WochenSpiegel und der Michael Weyand Verlag verlosen 5 Exemplare von "Sacre Mosel". Zum Gewinnspiel geht es hier. Infos zu Mischa Martini gibt es hier, mehr zum Verlag Michael Weyand finden Sie hier.


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