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Missio-Truck stellt Menschen auf der Flucht in den Fokus

"Menschen auf der Flucht" stehen im Mittelpunkt des Missio-Trucks, der im Bistum Trier unterwegs ist. Nun machte er Station auf dem Schulhof des Stefan-Andres-Schulzentrums in Schweich. Schüler sowie Interessierte aus der Pfarreiengemeinschaft nutzten die Gelegenheit, sich auf besonders nahegehende Art und Weise zu informieren und mitnehmen zu lassen.
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Klassenfoto vor dem Missio-Truck: Die 8a der Stefan-Andres-Realschule Plus in Schweich. Foto: FF

Klassenfoto vor dem Missio-Truck: Die 8a der Stefan-Andres-Realschule Plus in Schweich. Foto: FF

"Man wird irgendwie überfallen, fühlt sich plötzlich unter Druck und muss Entscheidungen treffen, die man überhaupt nicht überdenken kann." Die 14-jährige Tanja versucht, Eindrücke und Gefühle zu beschreiben, die gerade auf sie eingeprasselt sind. Zusammen mit ihrer Freundin Valerie hat die Schülerin der Klasse 8a den Truck des katholischen Hilfswerks Missio besucht. "Da ist man auf einmal mittendrin", sagt Mitschüler Matthias und wundert sich, dass er im Grunde so schnell und problemlos in die Rolle eines Flüchtlings schlüpfen konnte. "Es ist schon sehr heftig, wenn man auf einmal ständig Angst hat, in Panik überlegen und entscheiden muss, um sein Leben zu retten", schildert auch Nicolas seine Emotionen.

Schüler schlüpfen in Rolle von Flüchtlingen

Fluchtursachen seien im Religionsunterricht schon thematisiert worden, berichtet Religionslehrerin Nicole Werner-Berger. Das Besondere am Missio-Truck sei aber, dass es nicht Theorie bleibe, dass nicht nur informiert und geredet werde. Vielmehr schlüpft jeder Besucher des 18-Tonners auf zehn Rädern in die Rolle realer Menschen aus der Demokratischen Republik Kongo, die Missio ihre Fluchtgeschichten erzählt haben. So machen sich die 14-jährigen Schülerinnen Zoe und Michelle beispielsweise als 16-jährige "Sara" und 22-jährige "Ntumba" auf den Weg, der sie zunächst in eine Kapelle führt. Schüsse sind zu hören, Schreie draußen vor dem Fenster. Ein verängstigt wirkender junger Mann auf einem Bildschirm vorne beschreibt, was sich zwischen den umliegenden Häusern abspielt, gibt kurze Regie-anweisungen – und verschwindet. Zoe und Michelle halten ihre "Identitätskarten" mit den QR-Codes unter einen Scanner. Von jetzt an muss plötzlich alles ganz schnell gehen: Was wollen sie mitnehmen auf den weiteren Weg? Kleidung? Wasser? Den Pass? Oder doch besser die Zeugnisse? "Ich hatte überhaupt keine Zeit zu überlegen. Natürlich hätte ich besser die Wasserflasche als das Essen mitgenommen", sagt Michelle nachher.

"Ein schrecklich mulmiges Gefühl"

Während die Hälfte der Klasse im Truck Fluchterfahrungen macht, vertieft die andere zusammen mit Manuela Vosen von Missio das Thema mit Blick auf den Kongo und die Haupt-Fluchtursache: Im Wettstreit um das "Schwarze Gold" Tantal, das in Handys verbaut wird, führen 40 verschiedene Rebellengruppen seit 20 Jahren einen erbitterten Bürgerkrieg, in dem laut Schätzungen rund zwölf Millionen Menschen getötet wurden. "Man fängt an nachzudenken, was Hersteller, Politik, aber eben auch jeder Einzelne tun können, um Fluchtursachen zu mindern", resümiert Valerie. Und Lisa kann sich jetzt noch besser in die Situation von Freunden versetzen, die aus Syrien und dem Libanon fliehen mussten. "Das Geballere und die Angst machen ein schrecklich mulmiges Gefühl", sagt sie.

Info

Informationen zum Missio-Truck und seinen Stationen im Bistum Trier gibt es bei Missio-Diözesanreferent Tomasz Welke, Telefon 0651/7105-598 oder unter weltkirche@bgv-trier.de.RED