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Miteinander für Hermeskeil

Stadtratsfraktionen bekennen sich zu Respekt, Vertrauen und konstruktiver Zusammenarbeit - für Hermeskeil
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Im großen Sitzungssaal blieb kein Stuhl frei. Dutzende Hermeskeiler Bürger wollten dabei, wenn ihre auf Anhieb mit 54,6 Prozent der Stimmen gewählte neue Stadtbürgermeister Lena Weber (SPD) vereidigt wird. In ihrer kurzen Antrittsrede bedankte sie sich bei den Wählern für das in sie gesetzte Vertrauen. Bedauerlicherweise seien Ratsdebatten in der Vergangenheit immer wieder von politischem Streit geprägt gewesen. Daher gelte nun, erneut Respekt und Vertrauen aufzubauen. Gleichzeitig appellierte sie, künftig lieber "miteinander als übereinander zu sprechen". Dabei sollte die aktuelle "Euphorie und Aufbruchstimmung" mitgenommen werden. 

Gestaltungsspielraum nutzen

"Nutzen Sie den Gestaltungsspielraum, den Sie haben", gab ihr Vorgänger Mathias Queck (CDU), der nach fünf Jahren im Amt nicht mehr angetreten war, mit auf den Weg. Er wünschte ihr "alles Gute – und gute Nerven" und bot an, für etwaige Rückfragen jederzeit gern zur Verfügung zu stehen. Im Namen der CDU-Fraktion gratulierte Sprecher Stefan Ding der neuen Stadtbürgermeisterin "aller Bürger". Als Opposition wollten sie gemeinsam mit ihr in den "Wettstreit um die beste Lösung und um das für Hermeskeil beste Ergebnis" antreten. Es sei eine Chance, die Querelen der Vergangenheit auf null zu setzen und tatsächlich neu zu beginnen: "Klar in der Sache und fair im Umgang." Berthold Grenz (FWG) sprach sich ebenfalls für "sachorientierte Politik für Hermeskeil" aus und Hagen Wiehle (BfB) für eine gute Zusammenarbeit konstruktive Mitstreiter. 

Für geleistete Arbeit gedankt

Zuvor hatte Queck den ausscheidenden Ratsmitgliedern und seinen Beigeordneten in aller Form "für ihre geleistete Arbeit" gedankt. Quecks eigene Leistung als Stadtbürgermeister würdigte sein bisheriger Erster Beigeordneter Willi Auler (CDU), zuständig für Kultur und Jugend, auch im Namen des Zweiten, Bauhofchef Volker König (SPD), und aller Stadtratskollegen. So sei es etwa Queck zu danken, dass der Fortbestand des Hermeskeiler Krankenhaus dank einer vertraglichen Vereinbarung mit dem Land "für die nächsten Jahre" gesichert sei. Außerdem habe er sein Wahlversprechen eingelöst und Drogeriemarkt, Discounter und weitere Geschäfte nach Hermeskeil geholt. Ihm persönlich habe die Arbeit - fast - immer sehr viel Spaß gemacht, dankte Auler auch König. Bei ihrer Zusammenarbeit habe Parteizugehörigkeit nie eine Rolle gespielt, was König mit dem Hinweis auf gegenseitige "Loyalität und Vertrauen" bestätigte. Auler versicherte, nicht mit Groll zurück zu blicken. Denn er habe über die Jahre gesehen: "Es ist nicht leicht, an der Spitze zu stehen in Hermeskeil." 

Drei Beigeordnete anstatt zwei

Künftig wird es drei statt bisher zwei Stadtbeigeordnete geben. Allerdings wird nur einer davon mit einem eigenen Geschäftsbereich betraut: Renè Treitz, bisheriger SPD-Fraktionssprecher, übernimmt die Aufgaben Bauen, Stadtentwicklung, Landwirtschaft, Wald, Umwelt- und Tierschutz. Er sei "froh, auch aus den Reihen der CDU heute Stimmen bekommen zu haben", kommentierte er das für ihn keineswegs selbstverständliche Ergebnis von 16-Ja- und nur vier Nein-Stimmen des neuen Rates. Für die künftige Zusammenarbeit sicherte er "konstruktive" Arbeit und die "Wahrung aller Interessen" zu. Die beiden Beigeordneten ohne eigenen Geschäftsbereich sollen in der nächsten Sitzung gewählt werden. Ebenso wie die Mitglieder der Ausschüsse mit laut einstimmig beschlossener neuer Hauptsatzung teils neu zugeschnittenen Aufgabengebieten. 

Stadtrat Hermeskeil:

Mit Stadtbürgermeisterin Lena Weber engagieren sich 22 Ratsmitglieder:
  • SPD, acht Sitze: René Treitz (Erster Beigeordneter), Sigurd Hein (Fraktionssprecher(Spr)), Volker König (Stellvertreter (Stv)), Beatrix Becker, Siegbert Haag, Mirjam Minder sowie als Nachrücker Dana Spreyer (für Lena Weber, die mit ihrer Ernennung ausscheidet als Ratsmitglied), Moritz Schuh (für Paul Gemmel).
  • CDU, acht Sitze: Stefan Ding, (Spr), Carolin Ostermann (Stv), Willi Auler, Bernhard Kronenberger, Frank Salm, Bernhard Mende, Roland Eiden, Tiberius Dersidan.
  • Freie Wählergruppe (FWG), drei Sitze: Berthold Grenz (Spr), Dieter Nels (Stv), Günter Weber.
  • Bürger für Bürger (BfB), zwei Sitze: Hagen Wiehle (Spr), Christoph König (Stv).
  • Die Linke, ein Sitz: Bernhard Lofy.
Es fehlten entschuldigt Sigurd Hein (SPD) und Günter Weber (FWG) URS