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"Nein heißt Nein": katholische Frauen begrüßen Entscheidung

Der Trierer Diözesanverband der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) begrüßt die vom Bundestag beschlossene Änderung des Sexualstrafrechts. Der Diözesanvorstand wie der Arbeitskreis "Frauen stärken – Gewalt überwinden" hatten die kfd-Mitglieder im Lauf des Jahres mehrmals per E-Mail oder via Facebook aufgefordert, sich an der bundesweiten Kampagne "Nein heißt Nein" und für eine Änderung des Sexualstrafrechtes einzusetzen, sagte kfd-Vorstandsmitglied Rita Monz.
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Der Bundestag hat eine Änderung des Sexualstrafrechtes beschlossen. Foto: Symbolbild/Martin Abegglen (Wikimedia Commons)

Der Bundestag hat eine Änderung des Sexualstrafrechtes beschlossen. Foto: Symbolbild/Martin Abegglen (Wikimedia Commons)

Zur Diözesanversammlung im September 2015 seien 1.000 Kampagnen-Karten an die Delegierten aus den Dekanaten verteilt worden. Nach den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln gab es im Januar eine Stellungnahme der kfd im Bistum Trier, in der erneut auf die Nein-heißt-Nein-Kampagnen aufmerksam gemacht wurde. "Als Mitglied des Arbeitskreises freue ich mich umso mehr, dass mit der jetzigen Änderungen des Sexualstrafrechtes nun doch endlich ein Paradigmenwechsel vollzogen wurde", sagte Monz. Denn der erste Gesetzesentwurf aus dem Bundesjustizministerium im Jahre 2015 habe eine solche weitreichende Veränderung nicht vorgesehen. "Sehr schade ist für mich, dass das Umdenken erst nach den Silvesterübergriffen begonnen hat. Da bleibt ein schaler Nachgeschmack."

Bewusstseinswandel erforderlich

Auch der kfd-Bundesverband hat die Änderung begrüßt, die Frauenverbände seit langem gefordert hatten. Musste bisher aktive Gegenwehr nachgewiesen werden, sind sexuelle Übergriffe jetzt strafbar, sobald der Täter entgegen dem erkennbaren Willen des Opfers handelt. Insgesamt bleibe abzuwarten, wie die Umsetzung der Gesetzesreform in der juristischen Praxis aussehen wird. Das Prinzip "Nein heißt Nein" umzusetzen, erfordere einen Bewusstseinswandel in der Gesellschaft, heißt es in der Pressemitteilung des Bundesverbandes.

Hintergrund

Die kfd, mit rund 500.000 Mitgliedern bundesweit der größte Frauenverband und größter katholischer Verband, engagiert sich seit Jahren mit Maßnahmen und Publikationen gegen Gewalt gegen Frauen. Im Diözesanverband Trier mit den rund 38.000 Mitgliedern gibt es den Arbeitskreis "Frauen stärken – Gewalt überwinden". Weitere Infos gibt es hier.


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