Claudia Neumann

Parken auf dem Petrisberg: das reinste Chaos

Parken auf dem Petrisberg ? das ist momentan das Aufregerthema Nummer eins auf Triers "Wirtschaftsgipfel". Die einen drehen auf Parkplatzsuche eine erfolglose Runde nach der anderen und stellen ihr Auto schließlich notgedrungen einfach irgendwo ab. Den anderen stinkt es gewaltig, dass ständig fremde Autos ihre extra angemieteten Stellflächen besetzen. Alle sind sich einig: Parken auf dem Petrisberg ist das reinste Chaos.
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Matthias Albert, Inhaber des Restaurants Monte Petris, hat 15 Parkplätze angemietet und mit Schildern versehen, die Unberechtigte vor dem Abschleppen warnen. Trotzdem hat er Angst, dass Kundschaft ausbleibt. Denn oft sind die "Monte Petris"-Stellflächen von Besuchern anderer Unternehmen besetzt. "Der Petrisberg ist sehr beliebt und wird stark nachgefragt. Es sind aber nicht ausreichend Parkplätze für die Nachfrage vorhanden," ist sich Albert sicher. Schranke hält Fremdparker ab Das gleiche Bild bietet sich auf den Kundenparkplätzen vor der WochenSpiegel-Verlagszentrale in der Max-Planck-Straße. Auch sie sind oft von Fremdparkern blockiert. Die Augenklinik ist das Problem derweil auf pragmatische Weise angegangen: eine Schranke  begrenzt seit kurzem ihre neue Parkzone. Jetzt bleiben hier automatisch immer Plätze frei? Chaosparker werden abgeschleppt Doch das Petrisberger Parkplatzproblem birgt außer jeder Menge Ärger auch echte Gefahren. Denn täglich kann man beobachten, wie genervte Fahrer nach erfolgloser Parkplatzsuche ihre Autos einfach irgendwo abstellen: schräg vor Einfahrten, halb auf Gehwegen und sogar in Kurven. Dafür haben die beiden Politessen, die hier regelmäßig kontrollieren, denn auch kein Verständnis. "Was soll ein Rollstuhlfahrer machen? Oder Leute, die schlecht zu Fuß sind. Die kommen hier ja gar nicht mehr vorbei!" Außerdem nehmen die Chaosparker anderen Verkehrsteilnehmern die Sicht. Wenn jemand durch solches Parkverhalten gefährdet wird, lassen die Politessen deshalb auch schon mal abschleppen. Es fehlt Parkraum Doch das eigentliche Problem kann so nicht gelöst werden: es gibt einfach zu wenig Parkraum. 187 Unternehmen mit rund 1.300 Mitarbeitern sind aktuell hier ansässig, teilt die EGP (Gesellschaft für urbane Projektentwicklung) mit.  Dazu kommen Kunden, Patienten, Gäste und Besucher. Insgesamt stehen ihnen allen 900 öffentliche und private Stellplätze zur Verfügung. Städtische  Parkplätze befinden sich nur parallel entlang und auf den Straßen "Max-Planck-Straße" und "Am Wissenschaftspark". Die Flächen vor den Gebäuden sind private Parkzonen. Nach dem Verkauf des Geländes 2007 gehören sie dem dänischen Immobilieninvestor Kristensen Properties GmbH und sind sämtlich vermietet. Einige Neubauten besitzen private Tiefgaragen, andere Stellflächen auf ihrem Grundstück. Situation weiter verschärft Die EGP unterhält die drei großen Parkplätze P2 unterhalb des Monte Petris, P3 am WIP-Gebäude und P4 "Chat noir" und stellt sie zur kostenfreien Nutzung zur Verfügung. Doch hier gibt es Einschränkungen. So ist die Fläche des zentralen Parkplatzes P3 halbiert worden.  Eine Hälfte gehört nun zum Ärztehaus. Und auf P2 wurden kürzlich die 28 Plätze für die Augenklinik abgeknapst."Ziel war es, durch diese gezielte Lenkung die Situation vor den Kronengebäude zu entschärfen", teilt die EGP mit. "Wie wir bisher beobachten, wird diese Möglichkeit seitens der Besucher der Augenklinik leider noch nicht entsprechend wahrgenommen, so dass der erhoffte Effekt bislang ausbleibt beziehungsweise die Situation sich weiter verschärft." Parkschein lösen? Nicht vorgesehen! Der Wissenschaftspark verfüge im Vergleich zu anderen innerstädtischen Quartieren aber immer noch über eine große Anzahl an kostenfreien Parkplatzmöglichkeiten, meint die EGP. Doch selbst wer gewillt ist, auf dem Petrisberg fürs Parken zu zahlen: es fehlt die Möglichkeit. Laut EGP sind Parkautomaten vorerst nicht geplant. Ebensowenig der Bau eines Parkhauses. Und so hilft es wenig, dass oft mit den vielen kostenlosen Parkplätzen für den Standort geworben wird ? sie unter Termindruck zu finden gleicht oft einem Sechser im Lotto.cn/sp