Pflanzen im Winter richtig schützen

Schneetreiben kann Last und Schutz gleichermaßen sein

Trier. Es schneit! Kinder – und viele Erwachsene – freuen sich darüber. Doch für Bäume und Sträucher kann die weiße Pracht auch schnell zu viel werden.

Schön sieht es ja aus, wenn die großen Schneeflocken vom Himmel fallen: Wiesen, Straßen und Häuser sind schnell mit einer glitzernden Schicht bedeckt. Aber viele Balkon- und Gartenbesitzer fragen sich, ob sie jetzt etwas für ihre Pflanzen tun müssen. Dabei ist Schnee bei Frosttemperaturen sogar gut: Unter einer Schneedecke ist die Bodentemperatur einige Grad höher als die Lufttemperatur. Pflanzen sind so vor frostigen Winden geschützt, zudem taut der Boden an und die Pflanzen können wieder Wasser aufnehmen.

Das raten Experten

Doch große Schneemassen und vor allem nasser Schnee können gerade für Bäume und Sträucher auch eine Last werden. Die Pflanzenexperten von "Blumen – 1000 gute Gründe" kennen ein paar einfache Maßnahmen, mit denen Balkonbesitzer und Gärtner im Winter vorsorgen:

  • Schneit es kräftig bei mildem Wetter, dann sollte man die Bäume zwischendurch abfegen, ansonsten könnten die Äste unter dem Gewicht des nassen, schweren Schnees brechen. Besser nicht abschütteln, da dies ebenfalls die Äste schädigen kann.
  • Bei schmalen, hochwachsenden Pflanzen, wie Eibe, Lebensbaum (Thuja) oder Wacholder, drückt der Schnee von oben oft die Zweige auseinander, sie verlieren über den Winter ihre Form. Umwickelt man die Pflanzen rechtzeitig locker mit einer Schnur, stützt dies die Zweige und verbessert zusätzlich die Kältetoleranz. Ziergräser sollten im Herbst ebenfalls zusammengebunden werden, um das Herz der Pflanze vor Frost und Nässe zu schützen.
  • Sträucher mit Formschnitt oder (Rosen-)Hochstämme freuen sich über einen Schutz um die Krone, damit der Schnee entweder sofort abrutscht oder sich zumindest gleichmäßig verteilt. Dafür kann eine licht- und wasserdurchlässige Schutzhaube, zum Beispiel aus Gartenvlies oder Jute, über die Pflanze gestülpt und unten befestigt werden.
  • Zu guter Letzt gibt es auch ungünstige Standorte: Direkt unter einem Schrägdach kann es zu Dachlawinen kommen, die Pflanzen mit dem plötzlichen, zusätzlichen Gewicht schädigen; direkt an Straßen, die geräumt werden, können ebenfalls schnell größere Schneemassen auf eine Stelle treffen. Ein paar Latten, die zeltförmig um die Pflanze herum aufgestellt werden, lenken die Wucht des Schnees ab.

Ansonsten können Gärtner und Balkonbesitzer ruhigen Gewissens die weiße Pracht genießen: Gerade, wenn man nicht alle Stauden sofort abgeschnitten hat, zeigen sich die Blütenstände mit einer glitzernden Schneehaube nochmal von einer neuen, winterlichen Seite. Besonders schön machen sich dabei standfeste Samenstände, wie von Fetthenne, Sonnenhut oder Schafgarbe.

RED

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