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Pilotprojekt zum "Handy-Parken" gestartet

In Trier wird es künftig möglich sein, die Parkgebühr bequem mit dem Handy zu bezahlen statt einen Parkschein aus dem Automaten zu ziehen. Als ersten Schritt haben das Rathaus und die Stadtwerke nun ein viermonatiges Pilotprojekt auf dem Parkplatz Augustinerhof mit 125 Stellplätzen gestartet.
SWT-Projektleiter Frank Vanzetta erläutert am Großbildschirm die Funktionen der Pay-by-Phone-App für die Bezahlung der Parkgebühr mit dem Handy. Foto: Presseamt

SWT-Projektleiter Frank Vanzetta erläutert am Großbildschirm die Funktionen der Pay-by-Phone-App für die Bezahlung der Parkgebühr mit dem Handy. Foto: Presseamt

Nach der Pilotphase soll das System auf den gesamten öffentlichen bewirtschafteten Parkraum in Trier mit insgesamt circa 3.000 Stellplätzen ausgedehnt werden, wobei die Option der Bargeldzahlung bis auf weiteres bestehen bleibt.

Bezahlen per SMS

Die Bezahlung erfolgt mit Hilfe der App "Pay-by-Phone", die in den gängigen App-Stores heruntergeladen und ohne Registrierung oder Grundgebühr genutzt werden kann. Via GPS wird zunächst die gewünschte Parkzone ausgewählt. Um die Parkzeit zu starten, wird das Autokennzeichen eingetippt, sodass die Mitarbeiter des Verkehrsüberwachungsdienstes kontrollieren können, ob die Parkgebühr für dieses Fahrzeug bezahlt wurde. Von Kreditkarte bis Paypal können die Nutzerinnen und Nutzer auf alle gängigen Online-Bezahlmethoden zurückgreifen. Alternativ zur Nutzung der App ist auch eine Bezahlung per SMS möglich. Zur genaueren Erläuterung des Verfahrens wurden Aufkleber an den Parkscheinautomaten am Augustinerhof angebracht. An der Höhe der Parkgebühren ändert sich nichts: Die Stadt übernimmt in der Pilotphase den Serviceaufschlag.

Stadtwerke sind Servicepartner

Oberbürgermeister Wolfram Leibe ordnet die Einführung des Handyparkens in einen größeren Rahmen ein: "Das ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Smart City und gleichzeitig ein Baustein für eine integrierte kommunale Mobilitätsstrategie. Andere Städte haben das Thema Handyparken isoliert betrachtet und direkt an einen privaten Anbieter vergeben. In Trier sind die Stadtwerke der Auftragnehmer, die vom ÖPNV über die Parkhäuser, die Ladeinfrastruktur für Elektroantriebe und die Fahrradstation bis zum projektierten E-Bike-Verleihsystem bereits viele Mobilitätsdienstleistungen anbieten.

Parkzeit via App verlängern

"Die Vorteile des Parkens mit dem Smartphone für die Bürgerinnen und Bürger liegen auf der Hand: Die oftmals lästige Suche nach Kleingeld entfällt ebenso wie der Weg zum Parkscheinautomaten. Die App bietet aber noch mehr: Es gibt eine Erinnerungsfunktion, die über den Ablauf der Parkzeit informiert, und es besteht die Option, die Parkzeit mit dem Handy aus der Entfernung zu verlängern - dies natürlich nur bis zur Höchstparkdauer am jeweiligen Standort. Zu einem späteren Zeitpunkt wird zusätzlich eine Start-Stopp-Funktion integriert, die eine minutengenaue Abrechnung der Parkdauer ermöglicht.

Mehr Teilnehmer, mehr Automaten

Aber auch das Rathaus profitiert, wie Digitalisierungsbeauftragter Thorsten Kraus verdeutlicht: "Je mehr sich das Handyparken durchsetzt, desto mehr Parkscheinautomaten, für die wir zurzeit hohe Wartungskosten aufbringen müssen, können wir abbauen. Auch die Leerung der Automaten und der Münzgeld-Umtausch verursacht Kosten, die sich verringern werden.

Bald auch in "Äppes"

"Die "Pay-by-phone"-App soll so bald wie möglich in die "Äppes"-App der Stadtwerke (SWT) integriert werden. Wer "Äppes" hat, findet dann alle Mobilitätsangebote an einer Stelle gebündelt und benötigt für das Handyparken keine zusätzliche Anwendung mehr. Die Parkvorgänge in den von der SWT betriebenen Parkhäusern und auf den städtisch bewirtschafteten Parkplätzen im öffentlichen Raum können in einer Abrechnung erfasst werden. Ein weiteres Ziel ist die Einbindung auch der öffentlichen Parkplätze in das Parkleitsystem. "Es geht um Parkraummanagement, um die Ermittlung freier Plätze und somit um die zielgerichtete Lenkung des Autoverkehrs", betont SWT-Vorstand Arndt Müller. "Oberstes Gebot ist die Vermeidung des Parksuchverkehrs. Wer schon zu Hause sieht, dass in der Stadt nur noch wenige Parkplätze frei sind, kann rechtzeitig auf den Bus umsteigen."


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