JK

"Pinke Schafe" auf dem Petrisberg Trier erneut beschädigt

Mittlerweile dürfte jeder, der auf dem Petrisberg zwischen Wissenschaftspark und Campus II der Universität unterwegs ist, mindestens einmal die auf Stelzen montierten pinken Schafe gesehen haben. Das Werk des Traunsteiner Künstlers Daniel Janzarek scheint aber nicht nur auf Kunstliebhaber Anziehungskraft auszuüben. Bereits zum dritten Mal seit seiner Aufstellung 2019 wurde das Objekt Opfer umfangreichen Vandalismus. Zuletzt am vergangenen Wochenende in der Nacht von Samstag auf Sonntag.
Bilder

„Wenn sie es nicht gesehen haben, können sie es nicht glauben“, sagt Ernst Hauer, Vorstand des Vereins „Kunstdünger“. Drei der insgesamt sechs Schafe wurden schwer beschädigt, eines davon so stark, dass es nicht wieder repariert werden kann. „Ich war sowas von schockiert“, beschreibt Hauer seinen Ersteindruck, als er am Sonntag den Ort des Geschehens überblickte. Offensichtlich haben der oder die Täter eine Stange, an dessen Ende die Schafe befestigt waren, herausgerissen und damit auf die übrigen Objekte eingeschlagen. Den Schaden beziffert er auf circa 1.000 Euro. Zusammen mit den vorangegangenen Beschädigungen, die bisher immer wieder behoben wurden, beläuft sich die finanzielle Belastung für den Verein auf circa 2.800 Euro. Das Budget für das gesamte Projekt betrug 5.000 Euro. Keine Kleinigkeit für „Kunstdünger“, denn er finanziert sich in der Praxis fast vollständig aus Spenden. Der 2014 gegründete Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Robert-Schumann-Allee mit verschiedenen Kunstobjekten aufzuwerten, sie quasi „mit Kunst zu düngen“. Das Ergebnis sind mehrere Objekte entlang der Allee, darunter auch eine 2018 errichtete Installation der Künstlerin Doina Banescu-Tatoli, in der insgesamt 5.500 Meter bunte Polyesterfäden verarbeitet wurden. Mit weiteren vergleichbaren Aktionen dürfte es nun wohl erst einmal vorbei sein, denn die immer wieder notwendigen Reparaturen verschlingen das Budget, das jetzt für neue Kunst fehlt. „Ein Objekt auf dem Wasserband werden wir noch realisieren“, sagt Vorstand Hauer. „Doch dann ist vorerst Schluss.“ Wie es mit den pinken Schafen langfristig weitergeht, ist ebenfalls noch nicht klar. Von Abbau und Rückgabe an den Künstler bis Verlegung der Objekte an einen neuen Standort ist alles möglich. Die Reparatur sei außerdem schwierig. „Es finden sich kaum Handwerker, die das hinbekommen“, sagt Hauer. Auf sich beruhen lassen wolle er die Sache jedenfalls nicht. Eine Anzeige bei der Polizei wegen Sachbeschädigung sei bereits gestellt. Freilich lässt sich damit zukünftiger Vandalismus nicht verhindern. Was bleibt, ist eine Aufgabe, die Sisyphos wohl alle Ehre machen würde. (JK)