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Pleitenwochenende für die Gladiators

Die Gladiators haben sich und ihren Fans die fünfte Heimniederlage der Saison unter den Weihnachtsbaum gelegt: Neuling Schalke 04 triumphierte mit 82:81. Schon am Freitag gingen die Gladiators gegen Hanau leer aus.
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Till Gloger. Foto: Photogroove

Till Gloger. Foto: Photogroove

Von Bernd Schneider 21 Jahre nach dem sensationellen Pokal-Knockout der Schalker Fußballprofis ebenfalls in Trier-Nord schnitten die 04-Basketballprofis auf ihrer allerersten Mosel-Tour besser ab als erhofft. Die Gladiators wurden auch in ihrem 125. Pflichtspiel Opfer ihrer Nerven. Dabei fing es gut an: Sogar ohne Dreier erzielten die Trierer 32 Korbpunkte und bis zur Halbzeitpause weitere 18. Kevin Smit machte sein bestes Heimspiel seit April, und Till Gloger schien auf dem besten Weg, sogar den bei 26 stehenden individuellen Saisonrekord innerhalb des Teams zu knacken. Dies alles passte viel besser zum Jubiläum als die abschließende bittere  Realität. Letztere nahm ihren Anfang damit, dass die Schalker in der 30. der 40 Netto-Minuten erstmals in Führung gingen (64:63). Nachdem es lange 71:71 gestanden hatte, schien Kelvin Lewis mit fünf Zählern in Folge das Unheil abgewendet zu haben. Doch der Schein trog: Nach Jermaine Bucknors Verkürzung von 78:82 auf 81:82 molk Schalkes überragender Regisseur Courtney Allan Belger alleine die Uhr so lange wie möglich, so dass die allerletzte Aktion von Gladiators-Kapitän Simon Schmitz in Zeitnot zum zu weit entfernten Verzweiflungswurf wurde, der sein Ziel verfehlte. Freudensprünge in Königsblau schlossen sich unmittelbar an. Dabei gingen die Schalker personell viel schlechter bestückt ans Werk als in der ersten Saisonphase. Unter anderen fehlte der mit 212 Zentimetern längste Akteur,  Björn Rohwer.

Der Vergleich

Der Luxemburger  Gladiators-Spieler Thomas Grün traf den Nagel auf den Kopf: "Wir haben unsere beste Hinrunde gespielt, aber niemand kann zufrieden sein."  Der konkrete Hintergrund dazu:  Mit einem positiven Tabellenpunkte-Konto in die Rückrunde zu gehen, so wie jetzt Trainer Christian Held, war dessen 23 Jahre älterem Vorgänger Marco van den Berg lediglich 2016/17 vergönnt (ebenfalls 16:14). Helds Fazit der ersten Halbzeit der Hauptrunde: "Wir hatten einen guten Start und danach Probleme."  Zur siebten Saisonniederlage bemerkte der 30-Jährige: "Verkrampft wurden zu viele falsche Entscheidungen getroffen." Dass die nächsten drei Aufgaben happig sind, weiß natürlich auch Held. Aus Beobachter-Sicht kann ergänzt werden: Die Partien in Tübingen, gegen Hamburg und in Chemnitz könnten sich an ihrem jeweiligen Abend als nicht gewinnbar erweisen. Und dann sähe es mit 16:20 Zählern erstmals offiziell schlechter aus (18:18) als in der vorigen Saison, deren Heimniederlagen-Quantum inklusive Playoff bereits vorliegt.

Statistik

  • Personalien:  Stefan Ilzhöfer hätte sein erstes Heimspiel seit dem 3. November haben können, blieb jedoch auf der Bank.
  • Die Zuschauerzahl 2274 war immerhin um 661 größer als am 8. Dezember.
  • Die Viertel-Separation vom 16. Dezember:   28:18,  22:26,  15:22,  16:16.
  • Die zum Einsatz gekommenen Gladiatoren und ihre in der ersten und zweiten Halbzeit geleisteten Beiträge zu den 81 Korbpunkten (Reihenfolge an den Einsatzzeiten orientiert):   Bucknor 7+6,  Gloger 18+6,  Schmitz 4+2,  Lewis 1+7,  Schmikale 0+0,  Smit 9+8,  Grün 7+0,  Joos 4+0,  Hennen 0+2,  Dietz 0+0.         
  • Gloger war zum fünftenmal Topscorer.                          
  • Erfolgreichster Schalker (24) war Belger. Der Amerikaner mit der Nummer 32 hatte außergewöhnliche 36 Arbeitsminuten.              
  • Die erfolgreichsten zehn Gladiators-Korbschützen der Hinrunde (in Klammern die persönlichen Spiele-Zahlen):  Bucknor 198 (14),  Gloger 153 (11),  Joos 133 (10),  Smit 122 (15),  Lewis 116 (11),  Schmitz 114 (15),  Schmikale 83 (15),  Grün 79 (11),  R.Hennen 45 (15),  Dietz 33 (14).