Gladiators: Riesen geschrumpft

Nachklang zum 78:69-Heimsieg gegen Leverkusen

Trier. Am Vorabend des Totensonntags verhinderten die Gladiators ihre vierte Niederlage in Folge per 78:69 gegen die Giants aus Leverkusen.

Von Bernd Schneider    

Die aktuellen Akteure aus der einstigen Basketball-Hochburg Deutschlands unterlagen also ihren Kollegen aus der Basketball-Hochburg Rheinland-Pfalz'. Zudem wurde erstmals seit dem  5. Januar (78:63 gegen Hamburg) eine Gastmannschaft in Trier unter 70 Korbpunkten gehalten.      

Leverkusens Zweitliga-Team hat sein Zuhause dicht neben der BayArena, wo auf höchster europäischer Ebene Fußball gespielt wird. Unmittelbar unterhalb der höchsten nationalen Klasse waren diese Basketballer eine Weile nicht beheimatet, weil abgestiegen. Deshalb gastierten sie fast vier Jahre nicht in Trier, wo sie am 10. Januar 2016 mit 66:72 verloren. Diesmal scheinen die "Riesen" für den Abstieg nicht in Frage zu kommen: Zwischen September-Ende und dem 16. November hatten sie sieben von acht Spielen gewonnen, lediglich in Ehingen verloren. Umso höher ist Triers fünfter Saisonsieg einzuschätzen, war jedoch quasi logisch: Zahlenmäßig wurden ein besseres erstes Viertel und eine bessere erste Halbzeit erarbeitet als in jedem der vorherigen fünf Heimspiele. Zudem verzeichneten die Giants eine laut ihrem Trainer Hansi Gnad "indiskutable" Freiwurf-Ausbeute. Gnads Amtskollege Christian Held freute, dass "wir heute vieles richtig gemacht haben." Dabei nahm der 31-Jährige allerdings die Rebounds aus, was Comebacker "LUXAIR" Thomas Grün relativierte: "Die wichtigen Rebounds haben wir geholt." Dies traf sich gut, weil die Leverkusener als beste Rebounder der Liga gelten. 

Held mochte keinen seiner Schützlinge hervorheben. Allerdings bot Kevin Smit seine beste Saisonleistung, machte nach Grüns Ansicht "einen super Job". Und Jordan Geist steigerte den persönlichen Rekord von 27 auf 30 Korbpunkte. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, dass dieser Allrounder den absoluten Gladiators-Rekord 35 bricht.                               

Grüns Teamkamerad Rupert Hennen (50. Saisonpunkt) sah eine Erfolgsursache darin, dass man den "Ball gut bewegt" und im Gegensatz zur Partie in Nürnberg nach gutem Start die geeignete Fortsetzung praktiziert habe. Allerdings schrumpfte die 60:46-Führung, mit der die Trierer ins letzte Viertel gingen, bedenklich.        

Die Gladiators weisen nunmehr zwar zwei Siege weniger auf als vor einem Jahr zwischen dem elften und zwölften Kampf, haben jedoch zurzeit mit 81,1 einen höheren Korbpunkte-Durchschnitt als abschließend in jeder ihrer vorherigen vier Hauptrunden (sprich ohne Playoff). Allerdings ist auch der Mittelwert der Gegner zurzeit höher denn je. Letzteres gilt auch für das halbe Dutzend Spiele in Trier. Dort stehen die Gladiators trotz schon drei Heimniederlagen bei 81,33 zu 79,33 und waren lediglich bei der vor 20 Monaten fälligen Hauptrunde-Bilanz besser (81,47).  Fortsetzung folgt, in welche Richtung auch immer, am Mittwoch (!) zwischen dem zweiten und dritten Advent.                    

Statistik des Tages

  • Personalien: Thomas Grün fehlte im Gladiators-Aufgebot kein viertes Mal in Folge. Simon Schmitz wird allem Anschein nach erst 2020 wieder mitwirken können. Schmitz'  Kapitäns-Funktion hat Jermaine Bucknor  übernommen. Aber das ist  eigentlich nur eine halt nötige Formalie. Zum zwölfköpfigen Leverkusener Aufgebot gehörte ein Mann, der erst wenige Tage zuvor von Erstligist Mitteldeutscher BC kam (Sheldon Eberhardt).      
  • Die Zuschauerzahl  2057 verringerte den Saison-Mittelwert auf 2154 und vergrößerte damit den negativen Abstand zum Gesamtdurchschnitt von 2018/19 (das dortige Playoff-Heimspiel mitgerechnet) von 611 auf 630.      
  • Die Viertel-Separation vom 23. November:  22:17,  18:16,  20:13,  18:23.           
  • Detaillierte Gegenüberstellung Trier-Leverkusen:  Dreier 4:8  (Erfolgsquoten 24:25 Prozent),  Freiwurf-Treffer 16:5 (!),  Freiwurf-Flops 4:8,  Rebounds 33:49 (!).
  • Die größten fünf Einsatzzeiten auf Gladiators-Seite (Sekunden):  Geist 1758,  Gloger 1655,  Bucknor 1547,  Smit 1347,  Dranginis 1220.     
  • Die größte Punktezahl eines Gladiators in einem Viertel:  Geist 12 (im letzten Viertel).           [absatz] • Jordan Geist war zum viertenmal Topscorer des Teams (Till Gloger sechsmal). [absatz] • Die Bilanz aus sämtlichen Zweitliga-Begnungen TR-LEV und umgekehrt lautet nunmehr 2:1, in Trier 2:0.                   
  • Die erfolgreichsten Gladiators-Korbschützen nach elf Saisonspielen:  Geist 214,  Gloger 197,  Bucknor 103,  Dranginis 73,  Schmitz 58,  Schmikale 58.  

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