Römerschiff: Transport geglückt – Taufe folgt

Trier. Universität und Hochschule Trier haben ein versunkenes römisches Schiff originalgetreu nachgebaut und vom Uni-Campus zum Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt transportiert. Dort wird es am 5. Juli im Beisein von viel Prominenz aus Politik und Wirtschaft getauft.

In einem interdisziplinären Trierer Forschungsprojekt soll erstmals die Leistungsfähigkeit eines seegängigen römischen Handelsschiffes untersucht werden, um das Potential und die Intensität des antiken Seehandels zu erfassen. Dazu haben Trierer Forscher ein römisches Handelsschiff originalgetreu nachgebaut.

Interdisziplinäres Forschungsprojekt

Das Projekt ist Teil der Wissenschaftsallianz Trier, wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Nikolaus Koch Stiftung sowie zahlreichen Unternehmen, Privatleuten und Institutionen gefördert. Es beruht auf der engen und langjährigen Zusammenarbeit von Universität Trier durch Christoph Schäfer (Fachbereich Alte Geschichte) und der Hochschule Trier durch Michael Hoffmann und Karl Hofmann-von Kapherr (Fachbereich Technik, Fachrichtung Maschinenbau) bei der Erforschung antiker Schiffe.

Rekonstruktion eines römischen Handelsschiffes

Neben einer computerunterstützten 3D-Rekonstruktion und der Ermittlung von Simulationsdaten entstand seit Anfang Mai 2017 auf dem Besucherparkplatz Ost der Universität Trier die originalgetreue Rekonstruktion eines römischen Handelsschiffes vom Typ "Laurons 2". Es handelt sich dabei um ein Segelschiff, das vermutlich gegen Ende des 3. nachchristlichen Jahrhunderts in einem kleinen Hafen an der südfranzösischen Küste nahe Marseille einem Sturm zum Opfer fiel und unterging.

Fahreigenschaften werden auf der Mosel gemessen

Im Römischen Reich waren Handelsverbindungen bis nach Indien und in den Norden Europas fest etabliert. Tatsächlich lässt sich die Globalisierung schon in der römischen Kaiserzeit beobachten und in deren Mittelpunkt stand der Transport auf dem Schiffsweg - sowohl über die See als auch auf den Binnenwasserstraßen. Um die Intensität des antiken Seehandels im Bezug auf die heutige Globalisierung nachzuvollziehen, ist es wichtig herauszufinden, wie sich die Transportkosten zusammensetzten. Entscheidend ist die Analyse der Fahreigenschaften der Frachter, insbesondere unter Segel. Mit der "Laurons 2" sollen sie zunächst in der Mosel gemessen und mit Simulationsdaten verglichen werden.

Schiffstaufe am 5. Juli

  • Datum: Freitag, 5. Juli, 9.30 Uhr
  • Ort: Bauhof des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Mosel-Saar-Lahn in Trier, An der Staustufe 25
  • Die Laurons 2 wird unter der Teilnahme von Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Oberbürgermeister Wolfram Leibe, HWK-Präsident Rudolf Müller, dem Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Mosel-Saar-Lahn, Albert Schöpflin, und dem Universitätspräsidenten Prof. Dr. Michael Jäckel getauft.
  • Prof. Dr. Christoph Schäfer von der Universität Trier wird das Forschungsprojekt und den Nachbau des römischen Handelsschiffes erläutern.

Mehr Infos, Fotos und Videos sowie Interviews gibt es hier.

RED/FIN

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