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Selbstversuch: Mit Low-Carb zum Wunschgewicht

Trier. Wenig Kohlenhydrate, dafür aber viel Eiweiß, gesunde Fette und Gemüse. So hat mein Menüplan in der vergangenen Woche ausgesehen. Reis, Nudeln, Brot, Kartoffeln, Zucker und Honig sind bei der Low-Carb-Ernährung nämlich tabu. Erlaubt sind Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Nüsse und jede Menge Gemüse.

Die erste Woche

Frühstück

Gefrühstückt habe ich in den vergangenen Tagen Rührei oder Omelette. Dazu gab es wahlweise mageren Schinken, Mozzarella und Tomate oder Paprika sowie einen Kaffee mit Milch. Das Frühstück hat zwar geschmeckt, allerdings habe ich die ersten Tage gemerkt, dass die Kohlenhydrate und mit ihnen die Sättigungsbeilage fehlt. Leider hat sich dadurch recht schnell wieder ein Hungergefühl eingestellt. Der Körper braucht vermutlich einfach seine Zeit, um sich umzugewöhnen.

Mittagessen

Da ich abends warm esse, gab es mittags immer nur einen kleinen Snack. In der vergangenen Woche hat dieser aus Skyr (mit Vanille-Geschmack), Beeren, Nüssen und ein wenig Zimt bestanden. Obstsorten mit wenig Fruchtzucker (Fructose) sind in der Low-Carb-Ernährung glücklicherweise erlaubt. Bei Beeren, Pfirsichen und Melonen kann man also beherzt zugreifen. Von Weintrauben beispielsweise sollte man besser die Finger lassen, das sind nämlich wahre (Frucht-)Zucker-Bomben. Auch beim Snack war die Umstellung am Anfang schwer und das Hungergefühl hat sich schnell wieder eingestellt.

Abendessen

Das Abendessen war bislang immer das Highlight. Hier sind der Low-Carb-Fantasie keine Grenzen gesetzt. So lässt sich so ziemlich jedes (beliebte) Gericht in kohlenhydratreduzierter Form nachkochen – und das ganz ohne kulinarische Einbüßen. Am ersten Abend gab es bei mir beispielsweise Zoodles (Zucchini-Nudeln) alla carbonara. Geschmacklich kam das Gericht definitiv an das Original heran und hat – Parmesan sei Dank – auch wirklich satt gemacht. Italienisch ist es bei mir am nächsten Abend weitergegangen mit einer Zucchini-Lasagne. Die Nudelplatten wurden hier einfach durch dünne Zucchini-Scheiben ersetzt und die Béchamel-Sauce durch fettreduzierte Cremé fraiche. Auch dieses Gericht war sehr lecker. Es folgten unter anderem Lachsfilet mit Kohlrabi-Pommes und Avocado-Mus, Hähnchen-Curry-Suppe und Chili con Carne sowie Salat mit Lachs im Kokos-Mantel. Zum krönenden Abschluss gab es am Wochenende eine Pizza mit Low-Carb-Blumenkohlboden (belegt habe ich sie mit Pilzen, Oliven und Geflügel-Salami). Die Blumenkohlpizza war zeitlich allerdings recht aufwändig und konnte geschmacklich auch nicht mit dem Original mithalten. Satt gemacht hat sie aber allemal.

Fazit der ersten Woche:

Die Low-Carb-Ernährung ist sehr abwechslungsreich und lecker. Es dauert allerdings ein wenig, bis der Körper sich umgestellt hat. Entsprechend kann man dem Hungergefühl am Anfang nicht komplett vorbeugen. Da ich für meinen Teil sehr gerne frühstücke und auch ein großer Brot-Fan bin, fehlt mir das Backwerk schon etwas. Auch Lust auf etwas Süßes habe ich zwischendurch immer mal wieder. Deshalb werde ich mich in der kommenden Woche mal im Low-Carb-Backen versuchen und testen, wie kohlenhydratreduzierte Brötchen und Plätzchen so schmecken.

Die zweite Woche

Frühstück

Auf Brot und Brötchen wollte ich in der zweiten Woche nicht verzichten. Also habe ich nach Rezepten für Low-Carb Backwerk gesucht und bin im Internet schnell fündig geworden. Relativ oft bin ich dabei auf "Oopsies" gestoßen. Das ist ein Brötchenersatz aus Magerquark und Eiern. Meinen Geschmack hat es ehrlich gesagt nicht getroffen. Probiert habe ich außerdem ein Eiweißbrot, dessen Teig aus allerlei Saaten und Körnern bestanden hat. Das war zwar in Ordnung, allerdings auch nichts, was ich nochmal backen müsste. Also bin ich auch in Woche zwei bei Eiern und Rohkost geblieben. Das schmeckt immerhin.

Mittagessen

Um ein wenig Abwechslung in meinen Menüplan zu bringen, habe ich den Beeren-Nuss-Skyr an einigen Tagen ersetzt. So gab es beispielsweise Paprika- und Gurkenstücke mit Thunfischdipp (Thunfisch, Frischkäse und Gewürze) oder auch Tomate mit Mozzarella.

Snack am Nachmittag

Um dem Hungergefühl der vergangenen Woche etwas entgegenzuwirken, habe ich mir nachmittags einen Apfel mit fettarmem Naturjoghurt gegönnt. Das hat die Zeit bis zum Abendessen etwas verkürzt. Da mir etwas Süßes für zwischendurch schon ein wenig gefehlt hat, habe ich auch hier nach Low-Carb-Alternativen geschaut. Auch hier bin ich im Internet fündig geworden (über zu wenig Rezepte braucht man sich wirklich nicht beklagen). Gebacken habe Low-Carb-Cookies mit Himbeeren und Low-Carb-Schokoladen-Drops sowie eine Schoko-Variante mit Heidelbeeren. Bei beiden Varianten wurde anstatt herkömmlichem Weizenmehl Mandel- und Kokosmehl verwendet. Zum Süßen habe ich Erythrit verwendet. Erythrit ist, ähnlich wie Stevia und Xylit, ein Zuckerersatz, der nicht ganz so auf die Hüften geht. In die Schoko-Variante kam zudem noch Proteinpulver mit Schokoladengeschmack. Die Cookies haben geschmeckt und den Hunger auf etwas Süßes definitiv befriedigt. Getestet habe ich außerdem Brownies, deren Teig unter anderem aus Schoko-Proteinpulver und… Kidneybohnen bestanden hat. Ja, genau: Kidneybohnen! Mag sich erstmal komisch anhören, hat aber Tatsache geschmeckt.

Abendessen

Auch in dieser Woche war das Abendessen wieder der kulinarische Tageshöhepunkt. Gekocht habe ich diesmal unter anderem einen Ceasars-Salat mit Hähnchenstreifen, eine Zucchini-Auberginen-Lasagne mit fettreduziertem Hirtenkäse und kleinem Salat, einen Gemüseauflauf mit gebratenem Lachs und gebratene Kohlrabi mit Schinkenwürfeln und Spiegelei. Das Abendessen war durchweg lecker und hat satt gemacht. Zum Abschluss des Selbstversuches wollte ich mich nochmal mit einer Low-Carb-Pizza belohnen. Im Internet bin ich auf ein Rezept mit richtigem Hefeboden gestoßen. Anstatt Mehl wurde hier neutrales Eiweißpulver verwendet. Die Zutatenliste war zwar recht lang und mitunter auch recht exotisch (Flohsamenschalen und Kartoffelfasern waren mir bis dato nicht geläufig). Ich habe es dennoch getestet. Belegt habe ich die Pizza mit Blattspinat, Pinienkernen und fettreduziertem Hirtenkäse. Der Aufwand war groß, aber er hat sich gelohnt. Die Pizza war sehr lecker und hat dem Original mit Weizenmehlteig in nichts nachgestanden. Die werde ich definitiv nochmal backen!

Fazit der zweiten Woche:

Wer nicht auf Brot, Brötchen oder etwas Süßes verzichten möchte, findet in der Low-Carb-Küche Ersatz. Geschmacklich ist das leider nicht immer ein kulinarischer Höhenflug. Ich musste für meinen Teil etwas suchen, bis ich Rezepte gefunden habe, die mir geschmeckt haben. Das Hungergefühl zwischen den Mahlzeiten ist zwar in Woche zwei etwas weniger geworden, ganz ausgeblieben ist es nicht. Vermutlich braucht der Körper einfach seine Zeit. Gelohnt hat sich der Selbstversuch allemal. Ich habe nämlich Tatsache abgenommen. Das motiviert natürlich. Vielleicht hänge ich noch ein oder zwei Wochen Low-Carb-Ernährung dran...

 

 

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