Steht das Zurlaubener Moselfest vor dem Ende?

Trier. Der "Festausschuss Zalawen 2019 UG" - seit diesem Jahr Ausrichter des Moselfestes in Zurlauben - hat Anfang Oktober beim Amtsgericht Trier die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Damit steht das traditionsreiche Heimatfest vor dem Aus.

Sollte das 64. Zurlaubener Heimatfest, das dieses Jahr vom 12. bis 15. Juli wieder zehntausende Besucher an das Moselufer lockte, tatsächlich das letzte seiner Art gewesen sein? Momentan sieht es so aus.

Seit Jahren steigende Fixkosten

Das Zurlaubener Heimatfest ist seit Bestehen vom MGV Zurlauben und der KG "M’r wieweln noch en Zalawen" organisiert worden. "Zur besseren und sichereren Planung des Festes" war in diesem Jahr eine eigene Firma gegründet worden - die "Festausschuss Zalawen 2019 UG (Unternehmergesellschaft)". Diese hat in der vergangenen Woche beim Amtsgericht Trier die Eröffnung eines Insolvenzverfahren beantragt. Beide Vereine hatten in einer Pressemitteilung erklärt, dass sie das Fest in Zukunft nicht mehr ausrichten können. Als Grund wird unter anderem das finanzielle Defizit, mit dem das Moselfest in diesem Jahr zum wiederholten Male beendet wurde, genannt. Seit Jahren steigende Kosten für Verkehrssicherheit, Sicherheitskonzepte, Sanitätsdienste, Technik und den entsprechend höheren Personalaufwand sind dafür die Gründe. Das endgültige Aus für das Heimatfest kam laut Aussage der Vereine vor ein paar Tagen durch die GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte). Diese hatte einen fünfstelligen Betrag gefordert. Durch diese rechtlich noch nicht abschließend geklärten Forderungen droht dem Festausschuss nun die Zahlungsunfähigkeit.

OB Leibe: "Trier ohne Moselfest kaum vorstellbar"

Nach Mitteilung des Presseamtes der Stadt Trier haben Oberbürgermeister Wolfram Leibe und Kulturdezernent Thomas Schmitt die überraschende Nachricht vom drohenden Aus für das Moselfest Zurlauben "mit großem Bedauern und Entsetzen aufgenommen". OB Leibe erklärte: "Trier ist ohne das Moselfest für viele junge wie alte Menschen kaum vorstellbar. Die Beteiligten in den Vereinen haben über viele Jahre engagierte und tolle ehrenamtliche Arbeit geleistet. Es wäre sehr schade, wenn es dieses Fest künftig nicht mehr geben würde." Kulturdezernent Thomas Schmitt ergänzt: "Es kommt für uns vollkommen überraschend, dass die Betreiber in dieser Größenordnung Forderungen der GEMA erfüllen sollen. Das Zurlaubener Moselfest ist einer der Höhepunkte im Trierer Festleben und ein Magnet für Menschen aus der ganzen Region. Deshalb haben wir und die Sparkasse die Betreiber in diesem Jahr und in der jüngsten Vergangenheit auch finanziell unterstützt." Die Stadt werde zeitnah das Gespräch mit den Beteiligten suchen, um Details über die bestehenden Probleme zu erfahren und mögliche Wege der Unterstützung der Ehrenamtlichen auszuloten, so das Presseamt.

RED/PA/FIN/SP

 

 

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