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Theater Trier: Denkmalwürdig oder nicht?

Das Thema Theater-Sanierung stand auf der Tagesordnung im Kulturausschuss. Heiß diskutiert wurde vor allem der Vorstoß der Grünen, das Gebäude unter Denkmalschutz stellen zu wollen.
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Foto: Archiv

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In der Pressemitteilung dazu heißt es: "Mit seinen Raumfolgen, dem Farb- und Materialkonzept, den Fassadenelementen und filigranen Details ist das Stadttheater Trier (...) das interessanteste und wichtigste Zeugnis der 1960er-Jahre-Architektur in unserer Stadt" (wir berichteten). Die Befürchtung der Grünen ist, dass Eingriffe und Veränderungen an der Gebäudehülle infolge der geplanten energetischen Sanierung die "hohe Architekturqualität" mindern und das Erscheinungsbild Schaden nehmen könnte. Kulturdezernent Thomas Schmitt wies dagegen auf die Einschätzung der Generaldirektion Kulturelles Erbe aus dem Jahr 2015 hin: Demnach handele es sich bei dem Bau aus den 1960er-Jahren nicht um ein Baudenkmal. "Ich gehe nicht davon aus, dass sich daran viel geändert hat", sagte Schmitt. Der Dezernent befürchtet eine deutliche Verzögerung der Sanierung, sollte das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt werden.

Grüne fordern Architektenwettbewerb

Weiterer Diskussionspunkt war die Forderung der Grünen, das Vergabeverfahren für die Sanierung mit einem vorgelagerten Architektenwettbewerb durchzuführen. Anlass hierfür ist eine Empfehlung des Landesrechnungshofes, darauf aus Kostengründen zu verzichten. Für einen Architektenwettbewerb sprechen sich auch das Trier Forum, der Verein Baukultur Trier und der Campus Gestaltung der Hochschule aus. Dieser fördere ein "großes kreatives Potenzial verschiedener Möglichkeiten für die anstehenden Probleme" zutage, insbesondere auch was die Einbindung des Theaters in sein räumliches Umfeld angehe, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Förderung nicht gefährden

Schmitt erläuterte, eine Entscheidung, welche Form des Vergabeverfahrens angewendet werde, sei noch nicht gefallen. Grundsätzlich bestehe die Möglichkeit eines vorgeschalteten Architektenwettbewerbs. In diesem Fall reichen Architekturbüros Vorschläge ein, über die eine teils extern besetzte Jury entscheidet und die besten auswählt. Durch die Planung von Alternativen soll die beste Lösung für die Sanierung gefunden werden. Weitere Möglichkeit ist der weniger aufwendige Teilnahmewettbewerb. Hier werden zunächst die Bewerber überprüft und geeignete herausgefiltert. Dann werden Planungsvorschläge gemacht. Es gibt keine eigens einberufene Jury, die über die vorgelegten Entwürfe entscheidet. In jedem Fall werde auch der Rat in die Planung einbezogen, versicherte Schmitt. Der Dezernent warnte davor, die Empfehlung des Landesrechnungshofs zu ignorieren, da sich die Stadt eine 60-prozentige Förderung vom Land für die Theatersanierung erhoffe.

Kritik am Vorgehen der Grünen

Die anderen Fraktionen im Kulturausschuss äußerten ihre Irritation und teils auch Verärgerung über das Vorgehen der Grünen. Sie kritisierten unter anderem, dass die Grünen das Thema nicht zunächst in den zuständigen Gremien angesprochen hätten. Zudem verwiesen sie auf mögliche Kostensteigerungen, die eine Verzögerung der Sanierung mit sich bringen würde und die Verunsicherung, die vor allem bei Mitarbeitern des Theaters ausgelöst worden sei. Dominik Heinrich von den Grünen begründete das Vorgehen seiner Partei damit, dass Gebäude infolge einer Sanierung "absolut verhunzt" werden könnten. Man wolle eine behutsame Sanierung, die das Stadtbild nicht verschandele. Dezernent Schmitt versicherte, dass niemand eine Verschandelung des Theaters anstrebe und dass ein möglicher Teilnahmewettbewerb nicht bedeute, dass ein qualitativ schlechter Entwurf ausgewählt werde.

Gute Nachrichten für den Tufa-Anbau

Gute Nachrichten hatte Schmitt in Sachen Tufa-Anbau und Sanierung zu verkünden: Nachdem der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung die Wirtschaftlichkeit des Projekts bestätigt hat, gab die ADD nun grünes Licht für die nächste Phase: den Start des Vergabeverfahrens mit integriertem Wettbewerb samt Jury. RED/PA