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Tierschutz – eine Herzenssache

Tierschutz würdigen: Das rheinland-pfälzische Umweltministerium schreibt für 2019 den Tierschutzpreis des Landes aus. Kandidaten können bis Ende August vorgeschlagen werden.
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Tierschützer geben ihr Bestes, damit Tieren in Not geholfen wird – oder unsägliches Leid bereits im Keim erstickt wird. Das würdigt das Umweltministerium mit einem Preis. Symbolbild/Pixabay/Montage Fischer

Tierschützer geben ihr Bestes, damit Tieren in Not geholfen wird – oder unsägliches Leid bereits im Keim erstickt wird. Das würdigt das Umweltministerium mit einem Preis. Symbolbild/Pixabay/Montage Fischer

Ob Hund, Katze, Meerschweinchen oder Wellensittich – die Deutschen halten gerne Haustiere. Erst im Jahr 2017 haben der Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) und der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands (ZZF) beim Marktforschungsinstitut Skopos eine repräsentative Umfrage in Auftrag gegeben (Basis 7.000 Befragte). Demnach leben hierzulande 34,3 Millionen Hunde, Katzen, Kleinsäuger und Ziervögel in den Haushalten (ohne Zierfische und Terrarientiere) – das sind 2,7 Millionen mehr Heimtiere als noch 2016. Viele der Tiere haben bereits den Besitzer gewechselt, wurden vor dem Tod bewahrt oder sind knapp einem traurigen Schicksal entgangen.

Ehrenamtlich im Einsatz für Tiere

Tierschützer – die meisten ehrenamtlich – setzen sich tagtäglich für Tiere ein. Sie retten sie aus schlechten Verhältnissen, holen sie von der Straße, päppeln sie wieder auf, kämpfen zusammen mit Tierärzten gegen Krankheiten und vergesellschaften sie. Obwohl die Zahl bedürftiger Kreaturen enorm hoch ist, die Ehrenamtlichen täglich mit großem Leid konfrontiert werden und diese Spirale sich Jahr für Jahr so weiterdreht, geben die Aktiven nicht auf. Um der Arbeit dieser Menschen Respekt zu zollen, vergibt das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten seit 1994 den Tierschutzpreis Rheinland-Pfalz. Hierdurch ist es möglich, insbesondere die ehrenamtliche Tätigkeit einzelner Personen oder Gruppen im Bereich des Tierschutzes einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen und zu würdigen. Der Preis soll eine Anerkennung für die vollbrachten Leistungen sein und zur Nachahmung anregen.

Kastrationswochen gegen eine Katzenschwemme

Tierschützerin Gerda Savelkouls, Pressesprecherin vom Tierheim Tier, setzt sich gemeinsam mit ihren Mitstreitern aktiv für Tiere ein. Um einer "Katzenschwemme" entgegenzuwirken, unterstützt das Tierheim gemeinsam mit Tierärzten der Region einmal im Jahr eine Kastrationskampagne des Deutschen Tierschutzbundes, um die Vermehrung der Katzen zu verhindern – und so auch das Elend der kleinen Kätzchen. "In diesem Jahren haben 15 Tierärzte aus der Region Trier, Mosel und Hunsrück mitgemacht", so die Tierschützerin. Das Problem bei nicht kastrierten Katzen und Katern sei vor allen die Tatsache, dass diese viel weiter streunen und oftmals in Revierkämpfe verwickelt seien und so üble Verletzungen davon tragen. Problematisch sei auch das Feline Immundefizienz-Virus (FIV), besser bekannt als Katzenaids, das sich bei Freigänger-Katzen weiter ausbreite.

Tiere chipen und registrieren lassen!

Im Tierheim Trier gibt es ein gesondertes Gehehe für an diesem Virus erkrankte Tiere, berichtet Gerda Savelkouls weiter. Aber auch an alle Hauskatzenhalter richtet sie einen Appell. Sie rät jedem Haustierbesitzer dazu, sein Tier chipen und registrieren zu lassen. Die Datenbank "Findefix" vom Deutschen Tierschutzbund arbeite ebenso länderübergreifend wie Tasso. Im schlimmsten Fall habe so der Besitzer Gewissheit, was aus seinem entlaufenden Tier geworden sei. Sie gibt zu bedenken, dass jeder ganz einfach einen kleinen Beitrag für die Tiere leisten könne: "Tierschutz fängt schon damit an, dass man nicht wegschaut und einen Missstand meldet – und das kann jeder ..."

Kennen Sie jemand, der einen Preis verdient hat?

Aber auch so kann man Tieren helfen: In Trier gibt es eine Tiertafel. Eine der Tierschützerinnen dort ist Jennifer Manderscheid: "Tiere sind Lebewesen, die sich selber nicht helfen können, weil wir sie ja teilweise oder ganz domestiziert haben – deswegen sind wir unbedingt verpflichtet dafür zu sorgen, dass es ihnen gut geht", unterstreicht die engagierte Tierschützerin. "Und gerade für Menschen, die an der Armutsgrenze leben, ist ein Tier oftmals bester oder auch einziger Freund. Mit der Tiertafel können diese Menschen ihrem Tier ein besseres Leben ermöglichen", weiß die Trierer Tierschützerin. Wer einen Kandidaten, eine Gruppe oder einen Verein für den Tierschutzpreis vorschlagen möchte, kann dies unter Beachtung des Vorschlags- und Auswahlverfahrens bis Ende August tun. Die Auszeichnung wird in vier Kategorien vergeben. Gewürdigt wird:
  • der besondere ehrenamtliche Einsatz für den Tierschutz
  • ein vorbildlicher Einzelbeitrag für den Tierschutz
  • der vorbildliche berufliche Umgang mit Tieren
  • Projekte im Jugendtierschutz.
Eine Jury aus Vertretern des Tierschutzbeirates und Umweltministeriums entscheidet über die Vergabe. Der Preis ist mit 6.000 Euro dotiert und wird von Umweltministerin Ulrike Höfken verliehen.

Tierschutzpreis 2019

  • Preiswürdige Kandidaten können bis zum 31. August 2019 beim Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten, Kaiser-Friedrich Straße 1, Mainz oder unter RP-Tier@mueef.rlp.de benannt werden. 
  • Weitere Infos zum Tierschutzpreis gibt es hier.
SAS/FIS/RED