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Trierer Tiertafel braucht dringend Lagerraum

Seit Dezember hat Trier seine eigene Tiertafel. Doch das Projekt droht zu scheitern, wenn sich kein Lagerplatz findet.
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Katharina Krebs mit ihren Hunden Moritz und Scampolo. Foto: Urban

Katharina Krebs mit ihren Hunden Moritz und Scampolo. Foto: Urban

Manchmal geht es sehr schnell: Die Rente reicht nicht, Arbeitsunfähigkeit oder ein Jobverlust. Diese Gründe führen oft zu finanziellen Herausforderungen, unter denen nicht nur Menschen, sondern auch ihre Haustiere leiden. Damit Besitzer trotz der schwierigen Situation mit ihren Haustieren zusammen bleiben können, gibt es deutschlandweit Tiertafeln, die den Bedürftigen mit Futter- und Sachspenden helfen. Weil eine Anlaufstelle für die Trierer Bürger fehlte, hat Katharina Krebs, die sich seit Jahren für den Tierschutz engagiert, mit der Unterstützung von Manuela Bleines und Jennifer Manderscheid im Dezember 2017 die Trierer Tiertafel gegründet.

Eine Tafel für Tiere und Menschen

Tiertafeln orientieren sich an dem Konzept einer Tafel für Menschen. Es werden Spenden von Privatpersonen und Unternehmen gesammelt und an einem festen Termin an Bürger verschenkt, die allein nicht dazu in der Lage sind, ihre Haustiere artgerecht zu ernähren und zu pflegen. Entgegengenommen werden aber nicht nur Futter-, sondern auch Geld- und Sachspenden. Oft fehlt es Bedürftigen nämlich auch an finanziellen Mitteln, um ihren Tieren Alltagsgegenstände wie Spielzeug zu kaufen. Die Menschen, an die sich das Angebot richtet, sind Personen mit kleiner Rente, Geringverdiener, Menschen, die staatliche Unterstützung beziehen, Obdachlose und Bürger, die körperlich eingeschränkt sind. Die Arbeit des Vereins ist präventiv. Sie soll verhindern, dass die geliebten Haustiere in ein Heim abgegeben werden müssen. Indirekt entlastet die Tiertafel dadurch auch die Tierheime.

Ein Lagerraum wird dringend gesucht

Erfahrung mit dem Sammeln von Spenden konnte Katharina Krebs bereits auf ihren Reisen gewinnen. Zusammen mit anderen Tierschützern hat sie Spenden gesammelt und bis nach Kroatien gebracht. Die Spendenaufrufe erfolgten meist über E-Mail und soziale Netzwerke. Daher wurden nach der Gründung des Vereins auch schnell eine Homepage und eine Seite auf Facebook gestaltet. Doch bislang kann der Verein keine Spenden entgegennehmen. Vorher muss ein trockener Lagerraum gefunden werden. Dieser soll nicht nur dazu dienen, die Spenden unterzubringen, sondern soll auch als Ausgabeort funktionieren. "Er sollte bestenfalls zentral in der Stadt gelegen und für die Leute gut erreichbar sein.", so Krebs. Für den Anfang ist auch eine Garage ausreichend. Da der Verein jedoch noch in der Anfangsphase steckt, kann keine Miete bezahlt werden und daher hofft man darauf, dass sich jemand findet, der ihnen einen Lagerraum kostenlos zur Verfügung stellen kann.

Mehr als nur Futter

Aber auch auf anderen Wegen können Tierfreunde mithelfen. Es werden Menschen gebraucht, die sich ehrenamtlich engagieren wollen. "Wir suchen Leute, die Spenden abholen können und bei der Annahme und bei der Ausgabe mithelfen.", sagt Krebs. Aber auch Sponsoren will sie für sich gewinnen. Der Verein hofft, dadurch die Kosten für einen Lagerraum selbst decken zu können. Wenn es durch Spenden und Mitgliedsbeiträge finanziell möglich ist, möchte die Tiertafel später auch Tierarztrechnungen übernehmen. So könnten teure Impfungen und Operationen bezahlt werden. Bis 2019 möchte der Verein seine Ziele verwirklichen, daher muss bis zum Sommer ein Lagerraum gefunden werden. Dann können die ersten Spenden entgegengenommen werden und der Verein seine Arbeit richtig beginnen. Weitere Informationen gibt es hier.