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Tschö, Kalle! Der Countdown läuft

Karl-Marx-Ausstellung schließt am 21. Oktober

Trier. Der Countdown läuft: In neun Tagen schließt die Karl-Marx-Landesausstellung ihre Türen. Die Veranstalter zeigen sich zufrieden. Es gibt allerdings auch Kritik.

2018 war das Jahr von Karl Marx. In seiner Geburtsstadt Trier drehte sich so ziemlich alles um den berühmten Sohn. Sogar eine eigene Ausstellung hat man ihm gewidmet. Und diese schließt schon ganz bald. Noch bis zum 21. Oktober kann man auf rund 1.000 Quadratmetern den intellektuellen und politischen Werdegang von Marx nachverfolgen. 300 Gemälde, Zeitdokumente und Archivalien veranschaulichen die kulturelle und gesellschaftliche Situation, in der das Werk von Marx entstehen konnte. Unter den Leihgaben befinden sich auch die erste Seite eines Manuskripts vom "Manifest der Kommunistischen Partei" von Karl Marx und Friedrich Engels sowie Marx' mit persönlichen Anmerkungen versehene Ausgabe des "Kapital". Zum Endspurt werden diverse Führungen und Veranstaltungen angeboten.

Karl Marx kommt gut an

Karl Marx kam gut an beim Publikum. Bereits Mitte September konnte der 111.111ste Ausstellungsbesucher begrüßt werden. Ein Erfolg für die Verantwortlichen: "Mit der großen Landesausstellung würdigen wir nicht nur eine weltbekannte Persönlichkeit der Stadt Trier, sondern verfolgen auch einen politischen Bildungsauftrag, in dem wir Karl Marx als Menschen mit seinen Werken in seiner Zeit zeigen. Ein Thema, das schwierig und polarisierend ist. Umso mehr freuen wir uns, dass es uns gelungen ist, mit dieser Ausstellung politische und historische Aufklärungsarbeit zu leisten. Das bestätigen uns die Besucherzahlen und die positive Resonanz in den Gästebüchern", sagte der rheinland-pfälzische Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf währenddessen.

Klarer Gewinn für Trier

Auch für die Stadt Trier ist die Ausstellung ein klarer Gewinn. So ist im ersten Halbjahr 2018 die Zahl der Übernachtungsgäste im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent gestiegen. Einer der Gründe ist sicherlich Karl Marx. Der weltbekannte Trierer dürfte dabei auch für einen Anstieg der Besucherzahlen aus dem Vereinten Königreich gesorgt haben (von 3978 im Jahr 2017 auf 5864 im aktuellen Jahr). Britische Medien hatten im Vorfeld sehr umfangreich über die Landesausstellung berichtet, auch weil Marx die meiste Zeit seines Lebens in London gelebt hatte.

Kritik an Werbemaßnahmen

Es gibt allerdings auch Kritik – besonders an den Werbemaßnahmen. So berichtet ein Insider, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte: "Die Landesausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Dieses besondere Alleinstellungsmerkmal hatten weder die Nero-, noch die Konstantinausstellung. Das hätte man in der Außendarstellung besonders hervorheben und nutzen sollen." Und weiter: "Logo und Titel der Ausstellung sind sehr griffig. Die Optik springt ins Auge. Mit diesem Blickfang hätte man schnellstmöglich an den großen Einfallstraßen, Autobahnen und Bundesstraßen rum um Trier und auch in der Großregion für Marx werben sollen."

Endspurt: Führungen und Vorträge

  • 12. Oktober, 19 Uhr: "Speisen wie Karl Marx" eine kulinarische Zeitreise, Café Zeitsprung.
  • 17. Oktober, 18.30 Uhr: Vortrag "Arbeit 4.0 - Chancen und Herausforderungen", Lederfabrik Rendenbach (Anmeldung unter Telefon 0651/9777-79).
  • 19. Oktober, 19 Uhr: Vortrag und Diskussion  "Karl Marx als Journalist", Stadtbibliothek Weberbach.
  • 19. Oktober, 20 Uhr: "Come Back Karl Marx! Das Comedy Musical", Europahalle.
  • 20. Oktober: "Karl Marx Schattenrevue" der Levana-Schule-Schweich, Rheinisches Landesmum.
  • Alle Veranstaltungen und öffentlichen Führungen gibt es hier.

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