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Tufa zeigt "1000 Tücher gegen das Vergessen"

Die Trierer Tufa wird in diesem Jahr 35 Jahre alt. Aus diesem Anlass gibt es ein ganz besonderes Jubiläumsprojekt: Vom 6. März bis zum 26. April wird das Projekt "1000 Tücher gegen das Vergessen" gezeigt, das sich zum 25. Jahrestag des Massakers von Srebrenica mit den Folgen von Krieg, Flucht und Trauma auseinandersetzt und den interkulturellen Dialog öffnen möchte.
Bilder
Die Ausstellung "1000 Tücher gegen das Vergessen" ist ab dem 6. März in der Tufa zu sehen. Foto: Anna Brägger

Die Ausstellung "1000 Tücher gegen das Vergessen" ist ab dem 6. März in der Tufa zu sehen. Foto: Anna Brägger

Die Rolle des Gedenkens (bosnisch Rola sjecanja) erinnert an Menschen, die in den 1990er Jahren während der Kriege im ehemaligen Jugoslawien getötet wurden. Ab 2002 entwickelt die Schweizer Künstlerin Anna S. Brägger im Rahmen der Trauma-Therapie des Berliner Vereins "südost Europa Kultur" das stetig wachsende textile Kunstwerk für Geflüchtete aus dem Westbalkan: Die Frauen sticken die Namen und Lebensdaten ihrer getöteten Angehörigen, Freunde und Nachbarn auf Stofftaschentücher. Das Sticken eines Gedenktuchs löst viele Erinnerungen aus, schöne und schmerzliche. Welches war die Lieblingsblume des geliebten Menschen, welche Farben mochte er besonders? Über welches Motiv hätte er sich gefreut? Wie wäre das Leben gemeinsam weiterverlaufen, wenn der Krieg dem nicht ein jähes Ende gesetzt hätte?    Anna S. Brägger fügte die einzelnen Stoffbahnen zusammen und schafft damit ein bewegliches Denkmal gegen das Vergessen und für den Frieden, das seit 2004 im In- und Ausland präsentiert wird. Die Rola, die derzeit 47 laufende Meter misst, wächst ständig weiter, so auch im Rahmen der Präsentation in der Tuchfabrik Trier. Audiostationen geben den stickenden Frauen eine zusätzliche Stimme. Land­schaftsaufnahmen von Nihad Nino Pušija führen in die Region ein. Dem historischen und aktuellen gesellschaftlichen Kontext der Konflikte in den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens geht die Ausstellung streiflichtartig nach.  Mit Vorträgen von Beate Wild (Kuratorin, Museum Europäischer Kulturen Berlin) und Bosiljka Schedlich, die das Ausstellungsprojekt von Anfang an begleitet haben.

Info und Vernissage

Die Vernissage zur Ausstellung findet am Freitag, 6. März, um 20 Uhr im zweiten Obergeschoss der Tufa statt. Für die musikalische Begleitung sorgen Vernesa Berbo (Gesang) und Amira Berbo (Piano, Gesang). Die Ausstellung ist bis zum 26. April zu sehen. Weitere Infos sowie alle Termine gibt es hier. RED