USA-Strafzölle: Region besonders beim Weinexport betroffen

Trier. Die USA erheben Strafzölle auf zahlreiche EU-Waren. Die Region Trier ist besonders beim Weinexport betroffen.

Die Welthandelsorganisation (WTO) hat die USA ermächtigt, Zusatzzölle gegen die EU als Sanktion für unzulässige Subventionen für den Flugzeughersteller Airbus zu erheben. Ab Freitag, 18. Oktober, fallen zusätzliche Zölle in Höhe von circa 7,5 Milliarden US-Dollar auf bestimmte Waren aus der EU beim Import in die USA an. "Diese Maßnahme trifft auch international tätige Unternehmen aus Rheinland-Pfalz und dies in einer Phase, in der die Unsicherheit durch zahlreiche internationale Handelskonflikte und eine schwächere Weltwirtschaft ohnehin groß ist", kommentiert Jan Heidemanns, Referent International der IHK Trier. Zudem würden die Maßnahmen oft kurzfristig getroffen oder geändert, so dass den betroffenen Unternehmen kaum Zeit zur Anpassung bleibt.

Zölle zielen auf Lebensmittel ab  

Die von den USA verhängten Zölle zielen zum großen Teil auf Lebensmittel ab. Mit 25 Prozent betroffene Waren sind unter anderem Milcherzeugnisse, Süßgebäck, Kaffee, bestimmte Fleischprodukte, Spirituosen und Wein. Die Zölle treffen damit auch die regionale Wirtschaft in empfindlichem Maße, da die USA der wichtigste Absatzmarkt außerhalb der Europäischen Union sind. Wein betreffend werden nahezu 70 Prozent aller aus Deutschland in die USA exportierten Weine über Unternehmen der Region Trier abgewickelt.   

Zölle steigen um 10 oder 25 Prozentpunkte 

Die USA zielen mit den Zusatzabgaben hauptsächlich auf Exporte aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien, also auf jene Länder, die für die Airbus-Subventionen verantwortlich sind. Zunächst steigen die regulären Zölle um 10 oder 25 Prozentpunkte. Die USA behalten sich jedoch ausdrücklich vor, die Sanktionen später noch weiter zu verschärfen, wenn es mit der EU nicht zu einer Einigung kommt.

"Verhandlungslösungen finden"   

Die WTO wird voraussichtlich in einigen Monaten im Rahmen des Boeing-Verfahrens der EU Strafzölle gegen die USA zubilligen. "Im schlimmsten Fall droht eine Zollspirale, die nur Verlierer kennt. Daher sollten die USA und die EU rasch eine Verhandlungslösung zur Abschaffung der Zölle finden", sagt Jan Heidemanns, Referent International der IHK Trier.

RED
 

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