Andrea Fischer

Verzögerung durch Engpässe

Schweich. Integratives Schulprojekt in Schweich: Einzug der beiden Schulen erst im Jahr 202

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Landrat Metzdorf (ganz links) stellte zusammen mit Bürgermeisterin Horsch (3.v.l.) und den weiteren Verantwortlichen den Neubau für das Integrative Schulprojekt vor.

Landrat Metzdorf (ganz links) stellte zusammen mit Bürgermeisterin Horsch (3.v.l.) und den weiteren Verantwortlichen den Neubau für das Integrative Schulprojekt vor.

Foto: Kreisverwaltung Trier-Saarburg

Auf der Baustelle für das Integrative Schulprojekt (ISP) in Schweich geht es zwar deutlich sichtbar weiter voran. Der Versammlung des Zweckverbandes ISP wurde bei der jüngsten Zusammenkunft der Baufortschritt anhand einer Fotodokumentation präsentiert. Allerdings wurden die Mitglieder auch darüber informiert, dass der Neubau zurzeit hinter dem Bauzeitenplan zurückliegt. Nach dem aktuellen Stand kann das Gebäudeensemble für die Treverer Schule und die Grundschule Schweich erst zu Beginn des Jahres 2024 final fertiggestellt werden. Ur-sprünglich war der Einzug der beiden Schulen in den Neubau für den Sommer 2023 vorgesehen. Dieser Termin kann aus verschiedenen Gründen nun allerdings nicht gehalten werden.

Ausschlaggebend für die Situation sind vor allem fol-gende Faktoren: Zum einen werden - wie auch in vielen anderen Bereichen - Baumaterialien wie Holz, Stahl und Dämmstoffe knapper und sind am Markt nur mit Zeitverzug verfügbar Außerdem sorgt das Insolvenzver-fahren eines beteiligten Unternehmens für Verzug, da sich der Stillstand auch auf andere Gewerke im Bauzeitenplan auswirkt. Die Firma war für den Einbau der Heizanlage zuständig. Durch die Insolvenz verzögern sich nun die Arbeiten an der hochkomplexen Anlage mit dem Herzstück einer innovativen Eisspeichertechnik. Dies führt auch zu einer längeren Dauer der Arbeiten in den Folgegewerken wie zum Beispiel den Elektroarbeiten im Technikkeller, da die Ausstattung dort direkt mit der Eisspeicherheizung in Verbindung steht. Auch konnten die Außenanlagen nicht nach dem Zeitplan fertiggestellt werden, weil die Verbindungsrohre vom Technikraum zum Eisspeichertank verspätet über das Gelände gelegt worden sind. Hinzu kommt schließlich noch, dass es bereits im vergangenen Jahr bei der Installation der elektrotechnischen Anlagen aus verschiedenen Gründen einen zeitlichen Verzug gegeben hat. Dies konnte in der Zwischenzeit zwar teilweise aufgefangen werden, macht sich in der Gesamtsituation nun aber doch wieder im Ablauf bemerkbar. Eine Verzögerung des Gesamtprojektes ist daher nicht mehr zu verhindern. Die Schulleitungen der Treverer-Schule und der Grundschule Schweich sowie alle weiteren Beteiligten sind inzwischen darüber informiert worden.

Bereits Ende des vergangenen Jahres sind erste Aus-wirkungen durch Lieferverzögerungen von Material auf der Großbaustelle in Schweich sichtbar geworden. So konnten zum Beispiel die Fensterprofile nicht zeitgerecht geliefert werden. Da die Arbeiten in einer bestimmten Reihenfolge koordiniert werden müssen, konnte auch das Mauerwerk nur mit Zeitverzug gebaut werden. Hinzu kamen sehr kalte Winterwochen, in denen die Außenarbeiten teilweise eingestellt werden mussten. Die momentan extremen Lieferengpässe, die auch durch die Corona-Pandemie und den Krieg in der Ukraine bedingt sind, wirken sich teilweise auch in der Materiallieferung für die Trockenbauarbeiten aus. Davon betroffen sind in der Folge auch in diesem Fall weitere Gewerke wie zum Beispiel die Fußbodenheizung und die Estricharbeiten.

Trotz der Schwierigkeiten im Zeitplan ist Bürgermeisterin Christiane Horsch, die momentan Vorsteherin des Zweckverbandes ist, zuversichtlich, dass die beiden Schulen ihr neues Domizil 2024 beziehen können. Sie bittet die Beteiligten um Verständnis für die Verzögerung, die allerdings bei einem Projekt in dieser Größenordnung auftreten könne. Möglicherweise sei es in den kommenden Monaten auch machbar, Zeit wieder auf-zuholen und den Verzug doch wieder zu verringern. Das Projekt habe jedoch Vorbildcharakter. Bei den Bauarbeiten gehe es daher um beste Qualität, die nicht durch zeitliche Abläufe begrenzt werden dürfe. Dem pflichtet auch Landrat Stefan Metzdorf bei. Das Baupro-jekt sei auf einem sehr guten Weg. Die Schule sei durch ihr Konzept einmalig in der Region und auch darüber hinaus. Das sehr durchdachte Schulgebäude sei eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass auch der pädagogische Ansatz gelinge. Das dürfe nun nicht gegen Ende der Bauphase eingeschränkt werden.

Das Integrative Schulprojekt entsteht in gemeinsamer Trägerschaft des Landkreises Trier-Saarburg für die Treverer-Schule als Förderschule und der Verbands-gemeinde Schweich für die Grundschule. Kreis und Verbandsgemeinde haben daher einen Zweckverband gegründet, der für den Bau der Schule zuständig ist. Das umfangreiche Bauvorhaben ist dem Gedanken der Inklusion verpflichtet. Rund 500 Kinder werden später in der Bildungseinrichtung unterrichtet.

Auch technisch ist der Bau ein Vorzeigeprojekt. Dazu gehört der Einbau der genannten Eisspeicher-Heizung. Dabei handelt es sich um ein innovatives Heizsystem, das für den Klimaschutz steht. Zu der hochmodernen Heiztechnik gehört auch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Gebäudeensembles.

Insgesamt belaufen sich die Kosten für den Neubau derzeit auf rund 44 Millionen Euro.


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