Vom berühmtesten Trierer zum Hotspot

Trier. Rund 20.000 Besucher alleine im Mai, eine Statue als absoluter Hotspot und weltweite Berichterstattung: Die Zwischenbilanz für die große Karl-Marx-Landesausstellung in Trier fällt positiv aus.

Karl Marx kommt gut an. Alleine im Mai besuchten rund 20.000 Besucher die Landesausstellung, wie die zuständige Karl Marx 2018 – Ausstellungsgesellschaft mbH auf WochenSpiegel-Anfrage mitteilt. »Wir sind zufrieden mit dem Besucheraufkommen. Dies gilt umso mehr, als die Landesausstellung sich mit Karl Marx einem vermeintlich schwierigen und politisch kontrovers diskutierten Thema widmet«, erklärt Geschäftsführer Dr. Rainer Auts. »Die Berichterstattung über diese einzigartige kulturhistorische Ausstellung war enorm und durchweg positiv, wie zahlreiche Artikel in renommierten und reichweitenstarken und internationalen Medien zeigen.«

"Manifest" und "Kapital" werden gezeigt

Die Ausstellung zeichnet auf rund 1.000 Quadratmetern den intellektuellen wie politischen Werdegang von Marx nach. 300 Gemälde, Zeitdokumente und Archivalien veranschaulichen dabei die kulturelle und gesellschaftliche Situation, in der das Werk von Marx entstehen konnte. Unter den Leihgaben befinden sich auch die erste Seite eines Manuskripts vom »Manifest der Kommunistischen Partei« von Karl Marx und Friedrich Engels sowie Marx‘ mit persönlichen Anmerkungen versehene Ausgabe des »Kapital«. Beide Werke zählen zum UNESCO-Weltdokumentenerbe. »Bei der Vielzahl an unterschiedlichen Besuchern lässt sich kaum sagen, welche Exponate besonders gut ankommen. Wenn man etwas besonders hervorheben möchte, lässt sich der folgende Aspekt nennen: Häufig wurde positiv vermerkt, dass sich die beiden Ausstellungsteile sehr gut ergänzen – im Stadtmuseum Simeonstift der Fokus auf die Person und die Stationen des Lebens von Karl Marx, im Rheinischen Landesmuseum der Blick auf zentrale Werke und die politisch-gesellschaftlichen Veränderungen im 19. Jahrhundert«, sagt Auts.

Statue als Hotspot

Zu einem wahren Hotspot hat sich mittlerweile die Karl-Marx-Statue auf dem Simeonstiftplatz entwickelt. »Unsere Kollegen aus der Tourist-Information berichten, dass etwa ein Drittel aller Gäste sie nach dem Standort der Plastik fragen. Kritik an dem Denkmal wird ihnen gegenüber selten geäußert.

Entsprechend den Wünschen der Besucher greifen die Gästeführer das Thema regelmäßig auf und zeigen die Karl-Marx-Statue«, sagt Norbert Käthler, Geschäftsführer der Trier Tourismus und Marketing GmbH (ttm). Das Feedback, das sie dabei bekämen, sei gemischt. So berichtet beispielsweise Gästeführer Götz Feige, dass gerade US-Amerikaner grimmig schauten, wenn ihr Blick auf das Geschenk aus China fallen. Oft seien die Menschen von der Statue aber auch verblüfft, weil sie in Trier nicht mit einem Marx-Denkmal rechneten. Gästeführerin Claudia Kuhnen berichtet, dass viele Touristen überrascht seien, »weil die Skulptur weniger monströs wirkt, als gedacht«.

Weiterhin ungebrochen ist laut ttm die Nachfrage bei Marx-Souvenirs. Beispielsweise wurde der 0-Euro-Schein bereits in mehr als 40 Länder versandt.

Karl Marx noch bis Oktober in Trier

Beteiligte Museen:

  • Die Landesausstellung »Karl Marx 1818 – 1883. Leben. Werk. Zeit.« ist noch bis zum 21. Oktober 2018 im Rheinischen Landesmuseum Trier und im Stadtmuseum Simeonstift zu sehen.

  • In den Partnerausstellungen im Karl-Marx-Haus und im Museum am Dom werden die Wirkungsgeschichte sowie zeitgenössische Aspekte beleuchtet.
  • Mehr: www.karl-marx-ausstellung.de

    Im Rahmen des Begleitprogramms gibt es eine »Begegnung mit China«: Bis zum 30. September werden im monatlichen Wechsel Ausstellungen von sieben chinesischen Provinzen und Städten in den Thermen am Viehmarkt präsentiert.

Foto: Finkenberg

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