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Von wegen "höflich": Die Region regt sich auf

Traurige, verzweifelte Nachrichten von Hundehaltern, Lob, Kritik, Unverständnis und Emotionen: Das WochenSpiegel-Thema "Konflikte rund um den Hund eskalieren: Kampf mit Rasierklinge und Giftköder" brennt offenbar vielen Leserinnen und Lesern unter den Nägeln.
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"Der beste Freund des Menschen" steht auch diese Woche noch bei unseren Lesern im Fokus: Das Thema Hund und Halter wird hochemotional diskutiert. Foto: Fotolia

"Der beste Freund des Menschen" steht auch diese Woche noch bei unseren Lesern im Fokus: Das Thema Hund und Halter wird hochemotional diskutiert. Foto: Fotolia

Große Zustimmung fanden die Konzeptideen "Mit Höflichkeit gegen Giftköder" von Britta Schönhofen, Inhaberin der Wittlicher Hundeschule "Pfotenalarm". Ein Projekt, mit der die zertifizierte Hundeerzieherin und -verhaltensberaterin zum besseren Umgang zwischen Hundehaltern und Hundegegnern beitragen möchte. Ihre Vorschläge sind etwa Sponsoren für Kotbeutelspender an "Gassi-Geh-Strecken" und Steuerermäßigungen für vorbildliche Hundehalter. Die Wittlicher Stadtverwaltung hat die Ideen der 32-Jährigen inzwischen abgelehnt, sieht keinen Anlass dafür. Unter anderem deshalb, weil offiziell keine Anzeigen besorgter Hundehalter bezüglich ausgelegter Giftköder vorlägen. "Zur Aufsammlung des Hundekotes ist anzumerken, dass alle Halter und Führer von Hunden dafür Sorge zu tragen haben, dass der Hund keine Straßen und Anlagen verunreinigt", heißt es im Antwortschreiben des Ordnungsamts. Verstöße gegen die Vorschrift könnten mit Bußgeldern bis 1.000 Euro geahndet werden, da Hundehalter zur sofortigen Beseitigung verpflichtet seien (§ 7, Abs. 4, Gefahrenabwehrverordnung der Stadt).

Keine Kotbeutelspender mehr wegen Vandalismus

Kotbeutelspender wären dabei (wie in vielen deutschen Städten) ein hilfreiches Utensil. Die sind in Wittlich allerdings verschwunden. Warum, weiß Pressesprecher Jan Musweiler: "Die Kotbeutelspender wurden abgebaut, weil sie ständigem Vandalismus ausgesetzt waren. Tatsächlich wurden die Kotbeutel paketweise aus fast allen Spendern mutwillig herausgezogen und in der Gegend verstreut." Die Mitarbeiter des Servicebetriebs hätten die Tüten gar nicht so schnell nachfüllen können, wie sie zweckentfremdet worden seien, so Musweiler weiter. Deshalb biete die Stadt verantwortungsbewussten Hundehaltern nun kostenlose Kotbeutel beim Bürgerservice an. Man bitte um Verständnis, dass "wir Hundehalter nicht noch belohnen können, wenn sie sich an die ohnehin zu befolgenden Regeln und rechtlichen Vorgaben halten."

Offene Fragen

Für Britta Schönhofen und viele Hundebesitzer bleiben Fragen. Zum Beispiel die, wofür eigentlich die Hundesteuer verwendet wird. Warum Jäger keine Hundesteuer zahlen oder warum Zwingerhaltung eine Emäßigung bringt. STE