Jan Kreller

Wiederaufbau abgeschlossen: Haus Warsberg in Saarburg wieder voll einsatzbereit

SAARBURG. Besucher lernen am "Tag der Architektur" die aufwändig sanierte Verbandsgemeindeverwaltung Saarburg-Kell kennen.

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Schon seit 1971 dient das "Haus Warsberg" in der Saarburger Altstadt als Sitz der Verbandsgemeindeverwaltung. Doch im August 2018 zerstörte ein Großbrand das Dach und Teile des Obergeschosses. Durch die, auch vom Löschwasser, entstandenen Schäden wurden einige Räume so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass der Bau komplett entkernt und von Grund auf neu aufgebaut werden musste. Nach rund drei Jahren Bauzeit konnten die Mitarbeiter vor kurzem wieder einziehen. Am "Tag der Architektur", der traditionell am letzten Juniwochenende in Rheinland-Pfalz stattfindet, konnten nun interessierte Besucher bei einem "Tag der offenen Tür" das Ergebnis der Sanierungsarbeiten in Augenschein nehmen.

 

Infotafeln und Filme zeigten den Brand und die aufwändigen Sanierungsarbeiten. Thomas Henter vom Saarburger Architekturbüro Henter Weimann führte Besuchergruppen durch die Räumlichkeiten. "Wir sind im Frühjahr 2019 mit der Planung beauftragt worden", erzählt der Architekt. Dabei lag der Fokus darauf, das Gebäude so wiederaufzubauen, dass nicht nur die Hülle, sondern auch die Funktion wieder hergestellt wurde. "Wir mussten verschiedene Dinge zusammenbringen", beschreibt Henter die Herausforderungen, denen sich die Planer stellen mussten. Das historische Gebäude steht unter Denkmalschutz. Teile davon stammen aus dem 15. Jahrhundert. Dennoch musste beim Wiederaufbau der Brandschutz eingehalten werden und auch die neu geschaffene Barrierefreiheit im gesamten Gebäude spielt eine wichtige Rolle. So gibt es jetzt einen Aufzug und Rampen, die mehrere Gebäude aus unterschiedlichen Epochen miteinander verbinden. Insgesamt wurden über 7 Millionen Euro investiert. Ein Großteil übernahm die Versicherung. Doch auch die Verbandsgemeinde hatte ihren Anteil. Für 1,3 Millionen Euro wurde erstmals das Dachgeschoss ausgebaut und zusätzliche Büros, Besprechungs- und Aufenthaltsräume geschaffen. Auch in die Technik wurde investiert. "Ich bin stolz darauf, was hier geleistet wurde. Der Wiederaufbau des Gebäudes war eine der größten Aufgaben, die die Verbandsgemeinde in den letzten Jahren leisten musste", sagt Bürgermeister Jürgen Dixius.

 

Dabei fiel in diese Zeit die Fusion mit der VG Kell und auch andere Maßnahmen wie Schulsanierungen liefen parallel weiter. "Das konnte nur funktionieren, weil alle an einem Strang gezogen haben. Ich bin stolz darauf, was hier geleistet wurde", sagt Dixius. Ein modernes Verwaltungsgebäude zu schaffen und dennoch die Geschichte zu erhalten sei eine architektonische Meisterleistung. Dixius ist auch froh, dass man trotz europaweiter Ausschreibung ein Architekturbüro aus der Region für das Projekt gewinnen konnte. "Für diese Baumaßnahme waren die kurzen Wege und der ständige Kontakt und Präsenz auf der Baustelle ganz wichtig", betont der Verwaltungschef. Architekt Thomas Henter lobt im Gegenzug die angenehme Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde. "Die Entscheidungen wurden zügig getroffen und alles konnte in der vorgegebenen Zeit fertiggestellt werden", sagt er. "Was wir jetzt hier haben, hätte man sich im Traum nicht vorstellen können", freut sich auch Siegfried Büdinger, ehrenamtlicher Beigeordneter der VG Saarburg-Kell. "Es ist natürlich durch einen Brand dazugekommen, aber aufgrund dessen kann man nur ein Kompliment machen an die Verbandsgemeinde, den Bürgermeister, an die Bediensteten selbst, aber auch an die Architekten und Ingenieure. Hier ist Hand in Hand gearbeitet worden. Es hat viel Geld gekostet, aber es war die richtige Entscheidung. Jedem Angestellten müsste es einfach Spaß machen, hier zu arbeiten", so Büdinger.

(mw)