Ein vorsichtiges "Ja" zum Nationalpark

Züsch. In der Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil wäre Züsch ebenso wie Damflos und Neuhütten von der Gründung eines Nationalparks im Hochwald-Idarwald direkt berührt. Jetzt befasste sich der Rat erneut mit dem sogenannten »kommnalen Eckpunktepapier", das auf 41 Seiten zusammenfasst, wie sich die Region den vom Land geplanten Nationalpark vorstellt, und es ging es darum, innerhalb des Rates festzulegen, wohin die Reise gehen soll. Der Rat stimmte dem Eckpunkte-Papier mit zwei Enthaltungen zu.

Die in diesem Papier gemachten Vorschläge sind in drei Arbeitskreisen unter Federführung des Naturparks Saar-Hunsrück entstanden. Eine wichtige Forderung darin lautet, dass die Brennholzversorgung in der Region auch nach der Einrichtung des Schutzgebiets gesichert sein muss.Laut Eckpunkte-Papier ist die Brennholzversorgung sicher.

"Wir haben uns in den vergangenen Monaten immer wieder mit dem Nationalpark befasst. Mal haben wir gesagt, dass wir dem Projekt 'kritisch-offen' gegenüberstehen. Mal hieß es, wir sehen es 'vorsichtig-positiv'. Alles Gesülze! Entweder ist man für oder gegen eine Sache!", so das Machtwort von Ortsbürgermeister Hermann Bernardy. Nach einigen Diskussionen kam der Rat kam zu dem Schluss, "sich mit dem Gedanken anzufreunden und sich als Gemeinde positiv mit einzubringen".

Mit Ausnahme von zwei Enthaltungen erklärten sich alle Ratsmitglieder mit den Forderungen des kommunalen Eckpunktepapiers einverstanden. Eine Enthaltung kam von Thomas Schrenk, dem die Formulierungen im Eckpunkte-Papier einfach "zu schwammig" erscheinen. Er befürchtet, so "der Katze im Sack" zuzustimmen. "Ich habe noch nie erlebt, dass eine Regierung so viel Aufwand betreibt", beruhigte der Ortschef die Gemüter.

Hartmut Heck kam in Personalunion als CDU-Fraktionssprecher des Züscher Rates und als Erster Beigeordneter der VG in Vertretung von VG-Chef Michael Hülpes. Er stellte das Konzept "Königsbachtal" vor, an dem Hülpes maßgeblichen Anteil hat. Heck bekannte sich klar zum Nationalpark und beschwichtigte den Rat, dass man das Nationalpark-Projekt nicht zu skeptisch sehen sollte. "Es ist für unsere strukturschwache Region eine Chance, die wir uns nicht entgehen lassen sollten."

Ebenfalls für den Nationalpark ist Revierförster Willi Zimmermann. Er wirkt in dem Punkt mit, ob im Nationalpark die Brennholzversorgung der Bevölkerung gesichert ist. Das entsprechende Konzept wird bis Mitte März erwartet. Das Naturschutzgebiets Königsbachtal ist eingebettet in die Orte Züsch, Neuhütten und Damflos. Angedacht ist die Schaffung eines Aussichtspunktes an der Züscher Heimathütte, wo auch Stellplätze für Wohnmobile entstehen könnten. Eine weitere Idee ist ein Lehrpfad durch das Königsbachtal sowie ein Naturpark-Jugendheim in Neuhütten-Muhl. Zudem soll die Landesstraße durch Züsch ausgebaut werden. Ausdrücklich betonte der Züscher Rat, dass nach allen bisher bekannten Aussagen des Landes im Nationalpark Wanderwege wie der Saar-Hunsrück-Steig oder die Dollbergschleife fortbestehen und auch der Wintersportbetrieb auf dem Dollberg oder auf Erbeskopf nicht gefährdet sind. Das sind die expliziten Forderungen des Züscher Gremiums, an die der Rat seine Zustimmung zum Eckpunkte-Papier geben wird. Diese Vorhaben sollte das Land bei den weiteren Planungen zur Einrichtung des Nationalparks berücksichtigen und finanziell fördern. Im Frühsommer sollen alle betroffenen Gemeinden ihre Empfehlung zum Eckpunktepapier abgegeben haben. Der Kreistag Trier-Saaburg hat das Eckpunktepapier verabschiedet. Nachdem Züsch nun Stellung bezogen hat, erklären bald auch die beiden Nachbarorte ihre Position zum Projekt des Landes. Das Neuhüttener Ratsgremium hat diesen Punkt der öffentlichen Sitzung am Donnerstag, 7. März, im Bürgerhaus Neuhütten, kurzfristig von der Tagesordnung genommen. In Damflos ist eine Bürgerumfrage geplant. Mehr Infos unter www.naturpark.org/aktuelles/neuigkeiten-nationalpark.

fis

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