32 Stolpersteine für Saarburg

Saarburg. Der Kölner Künstler Gunter Demnig verlegte am vergangenen Freitag (30. August) in Saarburg 32 Stolpersteine, die an die Verfolgung und Ermordung jüdischer Opfer durch die Nationalsozialisten erinnern sollen. Der Arbeitskreis "Stolpersteine für Saarburg", unter der Leitung des Vereins "Offene Jugendarbeit Saarburg", und Schüler des Saarburger Gymnasiums übernahmen die Vorarbeiten zu dieser Aktion.

"Fast zwei Jahre lang wurde in deutschen und internationalen Datenbanken, bei Instituten und in Archiven intensiv recherchiert, um Licht in das Dunkel der Vergangenheit zu bringen", erklärt Edith van Eijck, Sprecherin des Arbeitskreises "Stolpersteine für Saarburg", während einer Feierstunde anlässlich der Stolperstein-Verlegung in der alten Glockengießerei. Die Initiatoren der Stolpersteine in Saarburg möchten mit ihrer Aktion dazu beitragen, dass die Erinnerung an die Gräueltaten der Nazis nicht verblasst.

"Es geht nicht darum Schuldige zu finden, sondern zu erinnern um das Aufkeimen des Faschismus zu verhindern", so Edith van Eijck. Die Stolpersteine wurden erstmalig in Köln durch den Künstler Gunter Demnig verlegt. Mittlerweile gibt es schon über 35.000 dieser Mahnmale in 1000 Orten in Deutschland. Name und Jahrgang der Opfer, das Jahr ihrer Deportation sowie Datum und Ort ihrer Ermordung werden von Demnig in Messingplatten, die fest mit einem Steinquader verbunden sind, eingraviert. Verlegt werden die Stolpersteine ebenerdig in den Bürgersteig vor den Häusern, wo einst die Opfer des Nazi-Regims ihren Wohnsitz hatten. Damit werden die Menschen ein Stück weit wieder an den Ort zurück geholt, der mal ihr zuhause war.

In Saarburg verlegte der Künstler insgesamt 32 Steine, unter anderem auch in der Klosterstraße 8. Dort wohnte während des Naziregimes die Familie Wolf. Von den zehn Familienmitgliedern überlebte niemand die nationalsozialistische Gewaltherrschaft. Sie wurden in den Vernichtungslagern Treblinka, Sobibor und Auschwitz ermordet. Schüler des Saarburger Gymnasiums legten aufgrund dieses grausamen Schicksals zehn weiße Rosen, eine für jedes Familienmitglied, zu den Gedenksteinen der Familie Wolf. JM

 

Fotos: J. Moosmann

 

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.