Guido Klein will ohne Partei Landrat werden

Riol. Für Guido Klein ist am 26. September ein besonderer Wahltag: Als parteiunabhängiger Kandidat geht er für das Amt des Landrats im Kreis Trier-Saarburg ins Rennen. Er hat klare Vorstellungen, was er ändern möchte. Wir haben mit ihm gesprochen.

Was sind Ihre politischen Ziele und inwieweit wollen Sie die Bürger in die Umsetzung einbinden?

Meine politischen Ziele sind unter anderem die Digitalisierung und Reduzierung der Klimabelastung durch Digitalisierung sowie energetische und technische Sanierung aller Schulen bzw. alternativ   zeitgemäßer Neubau, Kostenloser Personennahverkehr und höhere Taktung je Ort, Unterstützung der Wirtschaft auf dem Weg zur Digitalisierung und Klimaneutralität. Ein weiterer Punkt ist die Verbesserung des Bürgerservices durch Digitalisierung der Kreisverwaltung zu einem modernen kundenorientierten Dienstleistungszentrum, welches es den Bürgerinnen und Bürgern ermöglicht, jederzeit Anliegen online zu übermitteln und nur in Ausnahmefällen vor Ort vorstellig werden zu müssen.

Darüber hinaus bin ich für die Einführung der Gemeindeschwestern plus in allen Verbandsgemeinden des Kreises zur kostenlosen Unterstützung von Familien, unter anderem für die digitale Teilhabe von älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern, Unterstützung der Vereine, Verbände und freiwilligen Feuerwehren.

Ich stehe für eine aktive Bürgerbeteiligung durch eine feste Sprechstunde für Bürgerinnen und Bürger beim Landrat wird sofort nach der Wahl eingerichtet, damit wieder direkte Bürgernähe dauerhaft hergestellt werden kann. Ich bitte alle Bürgerinnen und Bürger mir Verbesserungsvorschläge und/oder ihre persönlich wichtigen Themenbereiche mitzuteilen, damit wir diese bei der Erstellung einer Arbeitsagenda berücksichtigen können. Natürlich werden auch die Vorschläge meiner Mitbewerberinnen und Mitbewerber Berücksichtigung finden. Bei mir zählt nur der Vorschlag und nicht das Parteibuch.

Wie wollen Sie verhindern, dass die Dörfer im eher ländlich geprägten Kreis Trier-Saarburg aussterben oder dass die Bürger wegziehen?
 
Arbeitsplätze vor Ort zu erhalten und neu zu schaffen ist die wichtigste Voraussetzung. Die von mir vorgeschlagene Unterstützung der Wirtschaft auf dem Weg zur Digitalisierung und Klimaneutralität, um eine sozialökonomische Unternehmensumstrukturierung zu erreichen, die eine langfristige Unternehmens-/ sowie Arbeitsplatzsicherung zum Ziel hat und damit für eine Win/Win Situation sorgt, bei der die Interessen aller von Veränderungsprozessen Beteiligten hinreichend berücksichtigt werden, hilft diese Grundvoraussetzung zu schaffen.  Danach folgt eine gute Familienpolitik zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Im eigenen politischen Verantwortungsbereich schaffen wir das nur durch ausreichende kostenlose Ganztagsbetreuung in Schulen und Kitas mit einem klaren pädagogischen Konzept sowie freiwillige Homeoffice Angebote durch die Arbeitgeber. Schlussendlich sorgt eine gute Infrastruktur mit dem von mir vorgeschlagenen kostenlosen Personennahverkehr und einer modernen digitalen Schule dafür, dass die Menschen gerne vor Ort in ihrer Heimat bleiben.

Sie treten für die Digitalisierung ein. Was sind hier Ihre konkreten Vorschläge für den Kreis?

Antwort zur Info: Diese Frage habe ich bereits in Frage 1 mit beantwortet

Die öffentlichen Haushalte werden immer mehr belastet. Wo wollen Sie etwas einsparen, damit der Kreis weiterhin handlungsfähig bleibt?

Nach der Wahl werde ich mir schnell einen umfassenden Überblick über die finanzielle Situation verschaffen. Danach wird jede Ausgabenposition auf einen dauerhaften Verbleib kritisch geprüft, damit ausreichend Geld zur Verfügung steht, um die von mir dargestellten notwendigen Zukunftsausgaben hinsichtlich Infrastruktur in den Schulen und Veränderung des Mobilitätskonzeptes zur Reduzierung der Klimabelastung zu realisieren. Effektivitätssteigerung und die konsequente Nutzung der öffentlichen Fördertöpfe von Bund und Land sind zwei weitere wichtige Punkte. Zum Beispiel wurde die Finanzierung der Laptops für bedürftige Schülerinnen und Schüler vom Land Rheinland-Pfalz im Rahmen von Corona Hilfen übernommen. Die noch nicht abgerufenen Gelder zur Digitalisierung der Schulen, ebenso wie die nicht genutzte Möglichkeit, die vom Land angebotene befristete Kostenübernahme zur Einführung der Gemeindeschwestern plus, zur Unterstützung von Familien und vor allem älterer Menschen nicht in Anspruch zu nehmen, zeigt doch wo das Problem liegt. Es gibt nicht zu wenig Geld, sondern es mangelt einfach an dem fehlenden Willen zur Umsetzung sowie an der oft überbordenden Bürokratie.

Die Menschen werden immer älter. Seniorenresidenzen sprießen wie Pilze aus dem Boden. Warum sollten gerade ältere Menschen Sie wählen?

Weil ich mich nachhaltig für die Interessen aller Kinder, Familien und älterer Menschen einsetze. Meine Bewerbung wird ausschließlich von den Bürgerinnen und Bürgern unseres Landkreises Trier-Saarburg getragen. Da ich keiner Partei angehöre und auch nach der Wahl nicht angehören werde, unterliege ich auch nicht deren Zwängen und kann somit alle wichtigen Themen für unsere Bürgerinnen und Bürger vorbehaltlos und neutral besprechen. Deshalb können jetzt am 26.09.2021 alle Wählerinnen und Wähler im Kreis Trier-Saarburg mit mir eine Person zum Landrat wählen, die keine Parteivergangenheit hat und ohne Interessenkonflikt zu 100 % uneingeschränkt mit Kompetenz, Erfahrung und Parteiunabhängigkeit den Landkreis auf eine Erfolgsspur führen wird. Zum Nutzen für alle unsere Bürgerinnen und Bürger sowie unserer Wirtschaft.

Mit welchen Maßnahmen wollen Sie berufstätige Eltern bei der Betreuung ihrer Kinder unterstützen?

Antwort zur Info: Diese Frage ist eigentlich in Frage 2 mit beantwortet

Die Förderung geeigneter Maßnahmen im eigenen politischen Verantwortungsbereich zur Schaffung der Voraussetzung für Vereinbarkeit von Familie und Beruf wie zum Beispiel ausreichende kostenlose Ganztagsbetreuung in Schulen und Kitas, mit einem klaren pädagogischen Konzept, gehört für mich genauso dazu, wie die von mir vorgeschlagene Beratung als Unterstützungsleistung für die Wirtschaft, unter anderem mit der Darlegung der Vorteile von freiwillig angebotenen Homeoffice Arbeitsplätzen.


Warum sollten junge Familien ausgerechnet Sie zum Landrat wählen?

Antwort zur Info: Diese Frage habe ich in Ihrer Frage 5 mit beantwortet

Der Traum vom Eigenheim rückt für viele Menschen immer mehr in weite Ferne. Was würden Sie als Landrat gegen diese Preisexplosion im Hausbau unternehmen?


Ein großes Problem für interessierte Häuslebauer sind unter anderem die seit Jahren explodierenden Grundstückspreise. Hier sollten wir es nicht mehr zulassen, dass im Rahmen von Genehmigungsverfahren für neu zu erschließende Baugebiete immer noch die Möglichkeit für Alteigentümer besteht, eine bevorzugte Selbstvermarktung durchzuführen. Stattdessen sollte die Genehmigung nur mit der Auflage erfolgen, dass sich die jeweilige Ortsgemeinde dazu verpflichtet, eine Vermarktung selbst durchzuführen und im Rahmen einer Ausschreibung die Vergabe z.B.: bevorzugt an ortsansässige Familien mit geringen Einkommen und ohne eigenen Immobilienbesitz sowie großem Vermögen, zum Selbstkostenpreis abzugeben.

 Seit diesem Jahr müssen Landräte und Oberbürgermeister ihre Nebeneinkünfte offenlegen. Wie stehen Sie dazu?

Transparenz ist der richtige Weg. Ich denke die Menschen haben genug sich mit Politikerinnen und Politikern auf Bundes-, Landes- und Kreisebene abzugeben, die sich zwar formaljuristisch auskennen, die jedoch durch Ihr unangemessen hohes Maß an Nebentätigkeiten moralisch jegliche Bodenhaftung als gewählte Volksvertreterinnen und Vertreter verloren haben. Spendenskandale, Maskenaffäre, Plagiate und vergessene Sonderzahlungen sowie geschönte Lebensläufe tragen zur Politikverdrossenheit bei. Die Parteien und ihre gewählten Volksvertreterinnen und -vertreter haben damit zu Recht nachhaltig das Vertrauen der Bevölkerung verloren. Die Menschen sagen mir wortwörtlich: „Die sind doch alle so, egal welcher Partei sie angehören“. Diese gefühlte Wahrnehmung der Menschen wird leider immer wieder durch neue Enthüllungen bestätigt.

Interview: Andrea Fischer

 

 

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