Inklusion zum Hören

Schweich. Pastoralreferent Roland Hinzmann vom Dekanat Schweich-Welschbillig und Nadine Pitsch-Meiers von der Förderschule haben den Workshop initiiert und sind angetan, wie selbstverständlich die Kinder miteinander musizieren. "Da gibt's keine Berührungsängste. Da verbindet die Musik und jeder macht mit, so gut er kann." Und dafür sorgen "die Freunde" aus Bolivien, denn die Gruppe "Los Masis" besteht nun schon seit mehr als 40 Jahren in immer wieder neuer Zusammensetzung.

Sie bringen gute Laune und haben eine Botschaft, die nicht zu überhören ist: Wenn Roberto, René, Gonzalo, José, Yamil und Jaime zu Gitarre, Holzflöte und Trommel greifen, um etwas von "Pachamama" zu erzählen, etwas von Mutter Erde als Lebensquelle und dem Leben im Gleichgewicht, dann liegt gleich Rhythmus in der Luft. Swingend, summend, klatschend, stampfend. Mutter Erde wird in flirrenden Tönen und bebenden Bässen lebendig. Auf ihrer sieben Wochen langen Konzertreise durch das Bistum Trier hat die bolivianische Band "Los Masis" - nomen est omen - einmal wieder viele neue Freunde gefunden. Gelebte, musizierte Inklusion - das haben sie in Schweich an der Mosel umgesetzt.

Zwei Workshops mit Kindern der Grundschule und der Levana-Schule

In zwei Workshops mit Kindern der Grundschule und der Levana-Schule, einer Schule mit dem Förderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung, in der Kinder mit unterschiedlichen Handicaps unterrichtet werden, haben die Bolivianer auf das gemeinsame Konzert am Abend in der Pfarrkirche St. Martin vorbereitet. "Aus Erde sind wir gemacht. Zu Erde werden wir wieder. Von und mit der Erde leben wir. An ihren tausend Geschöpfen erfreuen wir uns. Unser Geist pfeift mit ihren Liedern, unsere Seele tanzt zu ihrem Rhythmus. Sie trägt uns. Sie sorgt für uns. Sie ist uns heilig. Sie ist die Mutter des Lebens. Wir sind ihre Kinder. Wir alle. Was uns unterscheidet sind unsere Kulturen, doch was uns vereint, ist unsere Natur. So singen wir gemeinsam Lieder für unsere Erde und erinnern uns daran, dass wir als ihre Kinder Brüder und Schwestern sind ..." - Was die Musiker auf spanisch singen, verstehen die Kinder an diesem Morgen nicht. Aber sie sind fasziniert vom Klang der Musik und bringen sich mit ihren Trommeln konzentriert und achtsam in den Rhythmus ein. Eben gerade haben sich drei hörgeschädigte Schüler der Levana-Schule auf den Boden gelegt, um die Vibrationen der Instrumente zu spüren.

Musik verbindet

Pastoralreferent Roland Hinzmann vom Dekanat Schweich-Welschbillig und Nadine Pitsch-Meiers von der Förderschule haben den Workshop initiiert und sind angetan, wie selbstverständlich die Kinder miteinander musizieren. "Da gibt's keine Berührungsängste. Da verbindet die Musik und jeder macht mit, so gut er kann." Und dafür sorgen "die Freunde" aus Bolivien, denn die Gruppe "Los Masis" besteht nun schon seit mehr als 40 Jahren in immer wieder neuer Zusammensetzung. Ihre Mitglieder sind Lehrkräfte und Musikschüler des "Centro Cultural Masis" in Sucre. In der Musikschule des Centros erlernen Kinder und Jugendliche nicht nur Musik und Kenntnisse über die eigene andine Kultur, sondern erfahren und üben auch Werte wie Respekt, Verantwortung, Pünktlichkeit und vor allem solidarisches Handeln.

 

"Und das lehren wir mittels unserer Musik auch hier im Bistum Trier", sagt der Chef der Truppe, Roberto Sahonero Cuéllar. Und Tourmanagerin Monika Stockheim, die derzeit in Bonn Anthropologie studiert, die Truppe seit ihrem 3. Lebensjahr kennt und mit ihnen im Centroin Sucre pädagogisch gearbeitet hat, freut sich, dass man in Schweich Kinder mit so unterschiedlichen Fähigkeiten durch Musik, Rhythmus und Gesang zu einer wunderbaren Gemeinschaft vereint habe.

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